Stadt warnt vor dem Sturm

Der Sturm brachte die Weihnachtstanne auf dem Willy-Brandt-Platz in Schieflage. Die Feuerwehr fällte sie darauf.
Der Sturm brachte die Weihnachtstanne auf dem Willy-Brandt-Platz in Schieflage. Die Feuerwehr fällte sie darauf.
Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Orkanböen bis 85 km/h möglich – Große Weihnachtstanne auf dem Willy-Brandt-Platz drohte umzustürzen – Essener sollen Grünflächen bis Sonntag meiden

Essen..  Die Warnmeldung kam von der Stadt selbst. Auf ihrer Internetseite appellierte sie an die Essener Bürger, die Grünanlagen und Wälder bis einschließlich Sonntag zu meiden. Ein ausgeprägtes Sturmtief mit bis zu 85 km/h schnellen Böen zieht über die Stadt. Schon am Vormittag war die Feuerwehr im Einsatz. Auf dem Willy-Brandt-Platz drohte plötzlich die große Weihnachtstanne umzustürzen. Sie geriet in Schieflage und musste sofort von den alarmierten Einsatzkräften der Feuerwehr zersägt werden, um jede Gefahr für die Passanten auszuschließen.

Auch wenn Windstärke 9 allein noch kein Grund zur besonderen Besorgnis ist, das Problem diesmal ist, dass das stürmische Wetter über mehrere Tage andauert und die Böden durch den Dauerregen derart aufgeweicht sind, dass Bäume leichter entwurzelt werden können. Zwar werden die Essener Friedhöfe (anders als in Düsseldorf) nicht geschlossen, die Stadt rät aber generell, Grünanlagen nicht aufzusuchen und auf den Straßen besondere Vorsicht walten zu lassen. Es drohen immer noch Gefahren von Bäumen, die durch den Orkan Ela geschädigt worden waren. Das trifft vor allem auf den Wald zu. „Die angekündigten Sturmböen sind durchaus in der Lage, im Wald Bäume umstürzen zu lassen oder Kronenteile abzubrechen“, warnte gestern Reinhart Hassel, Leiter des Regionalforstamtes Ruhrgebiet.

Für den durch den Orkan Ela stark in Mitleidenschaft gezogenen Essener Wald gilt eh bis zum 12. Januar bis auf wenige Ausnahmen ein allgemeines Betretungsverbot, das durch die Regionalforstbehörde in Gelsenkirchen nach dem Orkan Ela verfügt worden war. Diese Verordnung will das Landesforstamt, wie es gestern mitteilte, nun durch ein „Wegegebot“ ersetzen. In diesem Fall können dann alle Hauptwege genutzt werden, die bereits freigeräumt worden sind.

Das Regionalforstamt hat die betroffenen Städte aufgerufen, einen aktuellen Stand über die Aufräumarbeiten in den Wäldern mitzuteilen. „Wir erarbeiten gerade die Liste, welche Wege wir bisher frei machen konnten. Am Montag liegt sie vor“, erklärte Rathaus-Sprecherin Jeanette von Lanken auf Anfrage der NRZ.

Die Mitarbeiter von Grün und Gruga sind schon gut vorangekommen. So sind die Haupt-Waldwege nördlich der A 40 eigentlich wieder passierbar. „Im Essener Süden müssen wir aber noch viel Arbeit investieren“, sagte die Stadtsprecherin. Spaziergänger dürften dann die ab dem 12. Januar frei gegebenen Hauptwege aber „auf keinen Fall“ verlassen. „Alle Nebenwege bleiben weiterhin gesperrt“, so von Lanken.