Stadt und Ruhrverband werden Eisflächen nicht freigeben
09.02.2012 | 05:48 Uhr 2012-02-09T05:48:00+0100
Essen. Auch wenn es einladend aussieht: Die Eisflächen im Stadtgebiet werden definitiv nicht von der Stadt Essen freigegeben. Risse im Eis und Luftlöcher machen auch den Baldeneysee zu einem gefährlichen Eisvergüngen. Der Ruhrverband hat daher das Betreten der Eisdecke ausdrücklich verboten.
„Die Eisflächen im Stadtgebiet werden nicht freigegeben.“ Was für so manchen Schlittschuhfahrer, den die zugefrorenen Teiche und Seen locken, nach Spielverderben klingt, ist für die Stadt eine klare Entscheidung für die Sicherheit: „Es ist lebensgefährlich, zugefrorene Seen zu betreten.“
Die Stadt kann sich dabei auf eine ordnungsbehördliche Verordnung vom 1. Dezember 2002 berufen. Dort heißt es: „Öffentlich zugängliche Eisflächen dürfen nicht betreten werden.“ Wer sich dennoch aufs Eis wagt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 150 Euro rechnen. „Das Ordnungsamt kontrolliert stichprobenartig“, erklärt Renate Kusch vom Presseamt. Zwar gibt es die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung, damit verbunden ist aber die Verkehrssicherungspflicht.
Das heißt: Wenn doch jemand einbricht, wäre die Stadt dafür verantwortlich und müsste Schadensersatz leisten. „Wir müssten dann täglich nachmessen, ob die Eisschicht dick genug ist und selbst dann gäbe es keine Garantie, dass man das Eis gefahrlos betreten kann“, so Kusch, „deswegen wird es keine Ausnahmen geben.“
Essen steht mit Entscheidung nicht allein
Essen steht mit dieser Entscheidung nicht allein: In Mülheim regelt ebenfalls eine Anlagensatzung das Betreten von Eisflächen. Dieses ist im gesamten Mülheimer Stadtgebiet verboten: „Wer will da die Verantwortung übernehmen, wenn jemand einbricht ?“, begründet Sprecher Volker Wiebels. Eine Ausnahmeregelung gebe es frühestens, wenn eine Frostperiode zwei bis drei Monate anhalte.
Auch Duisburg gibt keine Eisflächen frei. „Haftungstechnische Gründe“ heißt es in der Begründung der Wirtschaftsbetriebe. Zehn bis zwölf Zentimeter dick müsste eine Eisschicht sein, damit sie bedenkenlos betreten werden könnte, informiert die Stadt Oberhausen auf ihrer Internetseite. Pressesprecher Uwe Spee weist trotzdem darauf hin, dass in Oberhausen keine Eisflächen freigegeben werden. „Das Risiko gehen wir nicht ein.“
Einbrechen wird zur Lebensgefahr
In Essen reizt neben kleineren Teichen vor allem der Baldeneysee mit seiner inzwischen geschlossenen Eisdecke zum Betreten. Der Ruhrverband als Eigentümer warnt jedoch davor: „Seit Freitag haben wir Schilder aufgestellt, dass das Betreten der Eisfläche ausdrücklich verboten ist“, erklärt Pressesprecher Markus Rüdel.
Als Stausee sei der Baldeneysee nicht mit anderen stehenden Gewässern zu vergleichen, da er immer in Bewegung sei. „Auch wenn die Oberfläche gefroren ist, ändert sich durch den Abfluss am Wehr der Wasserspiegel und dadurch bleibt das Eis in Bewegung.“ Risse und Luftlöcher, die so entstehen, machen die Eisdecke brüchig. Bei einer aktuellen Wassertemperatur von 0,9 Grad am Ablauf des Sees wird ein Einbrechen im Eis zur Lebensgefahr.
16:33
von karld | #1
Nicht zu fassen, was Sie so von sich geben. Ich unterstelle mal, daß Sie bereit sind, alle Kosten einer eventuellen Rettung (sofern diese überhaupt gelingt) und alle Folgekosten selbst zu tragen.
Das Risiko für Leib und Leben, daß Ihre Retter infolge Ihrer unbeschreiblichen Ignoranz schultern müssen, scheint Ihnen völlig am A.... vorbei zu gehen!
15:44
Alles was Spaß ist verboten!
Da lassen die Städte echt das Spießbürgertum wieder raushängen. Sicherheit hin oder, letztlich ist doch jeder für sich selbstverantwortlich oder ist die Gesellschaft nicht aufgeklärt und mündig genug?! Ein Grund mehr alleine wegen des Alstervergnügens übers Wochenende nach Hamburg zu fahren...
Früher, als es noch richtige Winter gab, war es zwar offiziell auch nicht erlaubt, aber heute wird gleich so ein riesen Brimborium drum gemacht.