Stadt trotzt der Grippewelle

Essen.. Grippezeit bedeutet nicht immer überfüllte Krankenhäuser und leere Klassenzimmer. Da aber mehr Mitarbeiter fehlen, geht das nicht spurlos am Alltagsleben vorbei.

„Die Stadtteilbibliothek in Holsterhausen und der Lesesaal im Stadtarchiv bleiben diese Woche krankheitsbedingt geschlossen“, erklärt Martin Rätzke, Pressereferent der Stadt Essen. „Die wichtigen Behörden wie Bürgerämter und Straßenverkehrsamt sind aber besetzt.“ Längere Wartezeiten seien aber nicht auszuschließen.

Den Alltag beim Energieriesen RWE lässt die Grippe bisher unberührt – Andreas Brabeck berichtet: „Die große Welle mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit bleibt bei uns aus.“ Zwar müssten zurzeit mehr Mitarbeiter das Bett hüten – das sei aber typisch für Januar und Februar.

Ähnlich ist die Lage im Uniklinikum. „Wir behandeln kaum klassische Erkältungen und sind deshalb nicht so belastet wie die Stadtteilkrankenhäuser“, erklärt Pressesprecher Burkard Büscher. Und auch unter den Mitarbeitern sei der Krankenstand normal. „Wir haben eine Auslastung von fast 100 Prozent.“

Der bisher milde Verlauf kann sich aber noch ändern – laut dem Robert-Koch-Institut steigt die Anzahl der Grippefälle an. Eine so extreme Welle wie im Februar 2013 sei laut der Technischen Krankenkasse jedoch nicht zu erwarten.

Das Problem liege nicht nur in der Influenza, sondern in einer Vielzahl von Viren, die momentan kursieren. „Dadurch sind nicht nur mehr Patienten betroffen, sie sind auch länger krank“, berichtet Ulf Dittmer, Virologe am Uniklinikum.

Die Beobachtung hat auch Berthold Kuhl an der Frida-Levy-Gesamtschule gemacht. „Die Erkrankungen sind sehr hartnäckig. Einige Kollegen haben lange gebraucht, um wieder gesund zu werden“, erzählt der Schulleiter. „Wir hatten auch Ausfälle bei den Schülern, doch dramatisch war es nicht.“

Der Virologe Ulf Dittmer rät: „Von Menschenmengen fernhalten und regelmäßig die Hände waschen. Und wer einmal krank ist, sollte unbedingt zuhause bleiben, um die Krankheit nicht unter den Kollegen zu verbreiten.“

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