Stadt führt Ausweis-Pflicht für Hunde ein

Aus der WAZ vom 16. Januar 1965:.  Die Stadtverwaltung führt eine Ausweis-Pflicht für Hunde ein. Die rund 14 000 Hunde in Essen müssen fortan nicht länger eine Steuermarke am Halsband tragen, sondern der Besitzer muss auf eigene Kosten ein Schildchen am Hundehalsband anbringen, auf dem der Name und die Adresse des Tieres notiert sind.

Zwei Gründe sind für die Änderung ausschlaggebend: Bis 1960 hatte es in Essen noch amtliche „Hundefänger“ gegeben – Kontrolleure, die frei herumlaufende Tiere auf ihre Steuermarke am Halsband kontrollierten. „Anhand der Marke konnte der Besitzer festgestellt werden“, heißt es in einem Zeitungsartikel, „so wurden auch säumige Steuerzahler entdeckt.“

Doch die Hundesteuerkontrolleure gibt es nicht mehr, und die Post ändert ihre Zustell-Traditionen: Harte Gegenstände, also auch eine Hundesteuermarke, werden fortan nicht mehr als Brief verschickt, sondern zwingend als Päckchen. Was sich erheblich auf die Portokosten auswirkt. Das sei „unzumutbar“, ist man bei der Verwaltung sicher. Hundebesitzer müssen im Jahr 1965 für einen Hund 50 DM Steuern pro Jahr zahlen. Heute sind es 156 Euro.