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Stadt Essen will beim Bürger-Service kürzen

05.09.2012 | 10:00 Uhr
Stadt Essen will beim Bürger-Service kürzen
88-0 - unter dieser Nummer wird einem in Essen nicht mehr ganz so schnell geholfen. Die Stadt plant weitere Personalkürzungen. Nun auch in der Telefonzentrale.Foto: Ulrich von Born

Essen.   Die Stadt Essen will den Gürtel enger schnallen – und auch in der städtischen Telefonzentrale Personal einsparen. Für die Bürger bedeutet dies längere Wartezeiten, wenn sie die Stadthotline 88-0 wählen. Die Stadt versichert: Anrufe würden "so zeitnah wie möglich" angenommen und bearbeitet.

Es ist 16.45 Uhr am Dienstagnachmittag. Eigentlich sollte in der Telefonzentrale der Stadt noch jemand ans Telefon gehen und Auskunft geben. Doch Fehlanzeige. Zum Hörer greift um diese Zeit niemand mehr; dafür erklingt vom Band eine betont ruhige Frauenstimme: „Die Telefonzentrale der Stadtverwaltung Essen ist nicht mehr besetzt. Die Dienststellen der Stadtverwaltung sind geschlossen.“

Und künftig wird’s wohl noch schwieriger, in der städtischen Vermittlung jemanden zeitig ans Te­lefon zu bekommen. Denn „ 88-0, da werden Sie geholfen“ ist einfach zu teuer. Vor dem Hintergrund notwendiger Haushaltskonsolidierung hatte der Rat der Stadt bereits weitreichende Einsparungen im Personalbereich beschlossen, die ebenso die Telefonzentrale betreffen.

2100 Telefonate täglich

Eine Stelle wurde bereits eingespart. Weitere 2,5 von einst 15 vorhandenen Stellen sollen noch folgen, wenn der Stadtrat im Rahmen des Aufgabenkritikverfahrens der Stadtverwaltung weitere Kürzungen beschließt. Schließlich gilt es, ab 2015 beim Personal pro Jahr 31,75 Millionen Eu­ro einzusparen. Die NRZ fragte nach, was die Essener erwartet, wenn sie zukünftig zum Telefonhörer greifen und die 88-0 wählen.

„Die Mitarbeiter der Telefonzentrale werden auch nach Wegfall der 3,5 Stellen eingehende Anrufe so zeitnah wie möglich annehmen, beantworten und weiterleiten“, betont Jeanette Kern, Leiterin des Pressereferats. Wartezeiten seien in stark nachgefragten Zeiten möglich. Nach letzten Erhebungen beliefen sich die vermittelten Telefonate im Wochendurchschnitt auf etwa 2100 Gespräche täglich. Die Arbeitsspitzen würden mit rund 2600 Gesprächen in der Regel montags erreicht. Das Ar­beitsminimum belief sich auf 1600 vermittelte Gespräche und werde in der Regel freitags erreicht.

Das Anrufaufkommen sei jedoch stark abhängig vom Leistungsangebot der Verwaltung. Durch technische und organisatorische Maßnahmen wie Internet-Telefonbuch, Call-Center-Anlage für die Bürgerämter, Auflösung der Sozialamtsnebenstellen und Verkleinerung des Sozialamtes im Rahmen der Hartz-Reformen sei über lange Zeit eine Reduzierung der zu vermittelnden Anrufe zu beobachten gewesen. Seitdem die Stadt die Langzeitarbeitslosen in Eigenregie betreut, „stieg die Anzahl der zu vermittelnden Gespräche“, sagt Jeanette Kern. Durch Einführen eines so genannten Kundenreaktions-Managements sowie weiterer Maßnahmen seitens des städtischen Jobcenters gehe die Verwaltung nun von einer Verbesserung aus.

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Kommentare
06.09.2012
13:37
Stadt Essen will beim Bürger-Service kürzen
von bloss-keine-Katsche | #6

Jede eingesparte Stelle ist ein Arbeitsplatz weniger!
Für Demokraten kann das kein Ziel sein! Es geht zurück ins frühe 19. Jahrhundert, zum Manchester...
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/stadt-essen-will-beim-buerger-service-kuerzen-id7061680.html
2012-09-05 10:00
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