Stadt Essen setzt bei Heizpilzen auf Freiwilligkeit
16.01.2012 | 10:07 Uhr 2012-01-16T10:07:00+0100
Essen. Anders als die Stadt Münster, wo Heizpilze ganz verboten werden sollen, setzt Essen auf Freiwilligkeit. So hat Umweltamt einen Flyer aufgelegt, in dem auf das ineffektive Heizen der Außenluft hingewiesen und appelliert wird, auf den Einsatz von Freiluftheizungen zu verzichten.
Münster will Heizpilze verbieten. In Essen setzt die Stadt bislang auf Freiwilligkeit. Das Café Solo neben der Lichtburg verzichtet bereits in diesem Winter auf Heizpilze. „Das hat der Chef wegen der Umwelt entschieden“, sagt Kellnerin Selda Cebi. Aber die Leute fragten nach der Wärmequelle, weil sie sich daran gewöhnt hätten. Sie findet generell den freiwilligen Entschluss zum Verzicht besser als Verbote.
Die Essener Stadtverwaltung will aufklären. Das Umweltamt hat einen Flyer aufgelegt, in dem auf das ineffektive Heizen der Außenluft hingewiesen und an Privathaushalte und Gastwirte appelliert wird, auf den Einsatz von Freiluftheizungen zu verzichten. Decken und Kissen für den Klimaschutz ist das Credo. Die Basis für den Umgang mit den Geschäftsleuten ist eine freiwillige, keine vorschreibende.
Pilotprojekt zur Wintergastronomie in Rüttenscheid
Mitarbeiter der Gastronomie fürchten mit einem Verbot der Heizpilze auch Umsatzeinbrüche, das würde Servicekräfte wie Susann El Modanal (20) vom Café und Bar Celona treffen: „Raucher nehmen das beheizte Zelt gut an.“
Karl-Heinz Webels vom Amt für Straßen und Verkehr sammelt mit dem Pilotprojekt zur Wintergastronomie in Rüttenscheid gerade erste Erfahrungen mit freiwilligen Selbstverpflichtungen. Mehr als 15 Gastronomen haben zugestimmt, wenn möglich auf Heizpilze zu verzichten. „Damit kann diese Frage doch elegant und ohne Verbote geregelt werden. Ich habe Zweifel, dass es für ein Verbot überhaupt eine gesetzliche Grundlage gibt und bin gespannt darauf zu beobachten, wie die Münsteraner dies Problem lösen werden“, so Webels. Im Februar wolle man den Rüttenscheider Versuchsballon auswerten und dann über die stadtweite Ausweitung des Pilotprojektes Wintergastronomie nachdenken.
Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR), ist einer der Initiatoren hinter dem Pilotprojekt. Ihm sind die immer mehr werdenden Vorschriften ein Dorn im Auge. „Es muss doch auch eine unternehmerische Freiheit geben. Dass die Heizpilze jetzt wie wild aus dem Boden schießen, konnte ich nicht beobachten“, stellt er fest, räumt aber auch ein, dass einige Gastronomen Heizstrahler an den Fassaden montiert haben: „Aber es verpulvert doch kein Geschäftsmann freiwillig sein Geld mit überflüssigen und hohen Stromrechnungen“.
Unter einem solchen Strahler rauchen vor dem Café Extrablatt am Kennedyplatz Christine (56) und Uwe Uhlemann (47). „Wir Raucher werden diskriminiert“, finden sie. Dass sie draußen sitzen müssen, nehmen sie noch hin. Noch ein Verbot allerdings, dann hört ihr Verständnis auf.
18:28
Jeder dieser Heizpilze verbraucht pro Winter-Saison in etwa so viel wie ein durchschnittliches Einfamilenhaus an Heizkosten im ganzen Jahr.
Und da sprechen Sie vom "Tropfen auf den Heißen Stein"? Gehts noch?
Wie kann man so zerstörerisch mit seiner Umwelt umgehen, nur um sich im Winter im Freien den A.... zu wärmen.
Ich denke, Sie haben keine Kinder, denen Sie diese Erde überlassen werden.
19:39
Die Frage wäre ob es nun wirklich einen grossen Sinn ergibt auf die Heizpilze zu verzichten . Sicherlich wird hier Energie zum größen Teil sinnlos in Wärme umgesetzt daran gibt es nichts zu zweifeln. Doch wie sieht es mit den abertausenden beleuchteten Reklame - Schildern ( und Gebäudebeleuchtungen) aus die unserer Stadt Nachts das Flair einer Großstadt geben und uns zum bummeln einladen ? Aber auch diese setzten Energie in Wärme um die eigendlich kein Mensch benötigt. Ein Thema dem sich unsere Stadt Essen gleichermaßen widmen müßte. Vielleicht erkennt man dann das die Heizpilze das kleinster aller Übel sind.
16:19
@immerrwe
Wenn die Gastronomen so leicht auf Raucher als gäste verzichten könnten würden sie ihr Geld nicht mit Heizpilzen in die Luft blasen.
Aber wahrscheinlich ist es ihnen lieber demnächst einsam zuhause zu hocken weil viele Gastronomen ihr lokal schliesen.
Wenn ich allerdings sehe wie viele Nichtraucher die dann doch beliebten Aussenplätze belegen widerspreche ich mir selber, aber das sind dann wahrscheinlich die selben die sich dann über den Qualm beschweren. Damit sie was haben worüber man sich beschweren kann.
13:16
lächerlich die münsteraner würden doch am liebsten alle autofahrer verbieten und jede kuh abschlachten die einmal furzt
12:01
Die Dinger stehen doch eh meistens nur für die Raucher. Also weg damit! Wir haben nur diese eine Welt, wenn wir so weiter machen nicht mehr lange. Aber irgendwie will das keiner begreifen.
11:40
Sollte es nicht jedem selbst überlassen sein, ob und wie er mit seinem Geld umgeht? Egal ob Privatleute oder Unternehmer? Energie ist schweineteuer, reicht die Reglementierung hierüber nicht? Warum muss man schon wieder über ein Verbot von etwas nachdenken, was keinem schadet? Warum werde ich als Bürger immer mehr reglementiert?
Insofern handelt die Stadt hier schon richtig, auf Freiwilligkeit setzen und ansonsten mal schön die Kirche im Dorf lassen, zumal eh fraglich ist ob ein Verbot überhaupt rechtmäßig ist...
10:44
Eine Stadt, die sich in der Farge des menschenbelastenden Ausbau der A 52 unseins ist, setzt auich in weiteren Frage des Umweltschutzes auf Beliebigkeit.
Westerwelle hatte sich bei der Abstimmung in der UN zur Frage des Krieges gegen Libyen auch enthalten,
nicht Fisch - nicht Fleisch
Sinnvoll wäre in jedem Fall eine deftige Abgabe an das Stadtsäckel für das Aufstellen der Enwergieschleudern.