Stadt Essen lichtet den Schilderwald - 1400 Wegweiser verschwinden

Jeder zweite von stadtweit rund 2800 „Pfeilwegweisern“ wird demontiert.
Jeder zweite von stadtweit rund 2800 „Pfeilwegweisern“ wird demontiert.
Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Verkehrsbehörde der Stadt Essen will für mehr Durchblick im Straßenverkehr sorgen. 1400 „Pfeilwegweiser“ werden demontiert. Laut Straßenverkehrsordnung sind sie überflüssig. Betroffen sind auch Schulen, Kitas und Kirchengemeiden.

Essen.. Sie weisen den Weg zur nächsten Bezirkssportanlage, zum Theater oder zur Kindertagesstätte. Autofahrern sollen sie Orientierung bieten, doch der ein oder andere am Steuer dürfte längst den Überblick verloren haben, so dicht ist der Schilderwald an Essens Straßen. Nicht weniger als 155.000 Verkehrszeichen sind es zwischen Karnap und Kettwig. Die Verkehrsbehörde will deshalb die Axt anlegen. Etwa 1400 so genannter Pfeilwegweiser sollen nun nach und nach aus dem Straßenbild verschwinden; jeder zweite dieser Wegweiser wird abmontiert.

155.000 Verkehrszeichen gibt es in Essen

Die Stadt tut das nicht aus freien Stücken. Hintergrund ist die Änderung der Straßenverkehrsordnung. aus dem Jahr 2013, die nun umgesetzt wird. Auch beim Gesetzgeber war da die Erkenntnis gereift, dass eine übermäßige Zahl von Verkehrsschildern bei Verkehrsteilnehmern eher Verwirrung stiftet. Die Kommunen sind deshalb gehalten bei der Beschilderung nach dem Grundsatz zu handeln, der da lautet: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

So genannte Pfeilwegweiser sind deshalb nur noch dann zulässig, wenn sie auf Ziele „mit erheblicher Verkehrsbedeutung“ hinweisen, heißt es in der Straßenverkehrsordnung.

Keine Wegweiser für Schulen, Kindergärten und Gemeinden

Verkehr Die Formulierung lässt reichlich Interpretationsspielraum zu. Wann ist ein Ziel bedeutend genug, dass ein Straßenschild den Weg dorthin weisen sollte? Das Rathaus zählt sicher dazu, auch der Hauptbahnhof, die Universität, die Messe Essen, die Philharmonie oder auch das Stadion an der Hafenstraße, weil eben regelmäßig auswärtige Besucher und Fans anreisen. Öffentliche Einrichtungen hingegen, die nur wenige Besucher zählen oder wenn doch, dann solche, die ohnehin ortskundig sind, erfüllen das Kriterium eben nicht. Nach Einschätzung der Stadt gilt dies grundsätzlich für Schulen, Kindergärten und Kirchengemeinden, für Sportplätze wie auch für private Einrichtungen, seien es Vereine, Firmen, Büros oder Ärztezentren. Wegweiser dorthin müssten entfernt werden.

Bei den Betroffenen könnte das für böses Blut sorgen, und zwar dann, wenn sie besagte Pfeilschilder selbst bezahlt haben. Um wie viele der rund 1400 Schilder es sich dabei handeln könnte, ist nicht bekannt. Größtenteils seien die Hinweistafeln von der Stadt finanziert worden, heißt es im Rathaus. Da es sich bei der Beschilderung um eine hoheitliche Aufgabe handele, hätten Private keinen Anspruch darauf, dass ihr Schild auch hängen bleibt. Auf Wunsch werde es dem Eigentümer ausgehändigt.