Stadt Essen legt neu gebaute Tribüne des FC Kray still

Darf vorerst nicht benutzt werden: Die Tribüne der neu gebauten Kray-Arena entspricht nach Angaben der Stadt Essen nicht den Vorschriften.
Darf vorerst nicht benutzt werden: Die Tribüne der neu gebauten Kray-Arena entspricht nach Angaben der Stadt Essen nicht den Vorschriften.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach Angaben der Stadt Essen ist die neu errichtete Tribüne des FC Kray größer geraten als die Baugenehmigung erlaubt hätte. Das neu errichete Bauwerk darf deshalb ab sofort nicht mehr benutzt werden. Vor Ende des Gerichtsverfahrens mit klagenden Anwohnern sei keine neue Genehmigung möglich.

Essen.. Die neu errichtete Tribüne in der Kray-Arena kann bis auf weiteres nicht genutzt werden. Sie wurde vom FC Kray auf dem Gelände der Sportanlage bereits fertig gebaut, weicht aber von den erteilten Baugenehmigungen ab.

So hat sie mehr Sitzplätze und ist größer als genehmigt. Aus diesem Grund haben nach Angaben der Stadt die ursprünglichen Baugenehmigungen ihre Gültigkeit verloren. Ohne diese darf die Tribüne jedoch nicht genutzt werden. Nun muss ein neuer Bauantrag für die gesamte Anlage eingereicht werden.

Zwar hatte der FC Kray versucht, die veränderten Planungen für eine größere Tribüne über die Sport- und Bäderbetriebe nachgenehmigen zu lassen. Dies sei jedoch nicht möglich gewesen, weil zwischenzeitlich einige Anwohner beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen wegen Lärmbelästigung der Sportanlage gegen die Stadt Essen Klage erhoben haben.

Lärmschutz Derzeit läuft beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in diesem Zusammenhang ein Mediationsverfahren. Die Tribüne sei trotzdem und ohne die gesetzlich zwingend vorgeschriebene Genehmigung errichtet worden.

Unklar, wann Zuschauer auf Tribüne dürfen

Das Baugesetz sieht vor, dass in solchen Fällen ein neuer Bauantrag zu stellen ist, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Die Anforderungen an diesen Bauantrag seien umfassend und müssten nun von Stadt und Verein gemeinsam erfüllt werden. In Detailfragen sind vor Genehmigung durch die Stadt Essen weitere Behörden (Landesbetrieb Straßenbau wegen der Anbaubeschränkungszone A40 sowie Bezirksregierung Düsseldorf wegen des Lärmschutzgutachtens) zu beteiligen.

Vor diesem Hintergrund sei derzeit unklar, wann genau mit einer Inbetriebnahme der Tribüne gerechnet werden kann. Vor der Beilegung des anhängigen Gerichtsverfahrens vor dem VG Gelsenkirchen wird eine Baugenehmigung jedoch keinesfalls erteilt werden können. Dies habe die Stadt Essen den Vertretern des Vereins am Freitag mitgeteilt.

„Es ist selbstverständlich unser Ziel, dass die Fans ihrem FC Kray so schnell wie möglich von der tollen, neuen Tribüne aus zujubeln können. Das haben die Fans und das hat der Verein verdient“, betont Andreas Bomheuer, erster Betriebsleiter der Sport- und Bäderbetriebe der Stadt Essen.

„Aber: Wir müssen uns - wie jeder kleine Häuslebauer auch - an die bestehenden Baugesetze halten und die haben strenge Regeln. Insbesondere die Anwohner haben ein Anrecht darauf, dass diese Regeln auch eingehalten werden,“ erklärt Bomheuer weiter.