Staatsschutz ermittelt wegen Hakenkreuzen in Essen

Mit roter Farbe schmierten unbekannte Einbrecher Hakenkreuze an die Wände dieser Wohnung einer türkischen Familie.
Mit roter Farbe schmierten unbekannte Einbrecher Hakenkreuze an die Wände dieser Wohnung einer türkischen Familie.
Foto: Privat.
Was wir bereits wissen
In Essen-Altendorf haben bisher unbekannte Täter Wohnungen türkischstämmiger Familien mit Hakenkreuzen beschmiert. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Essen.. Es war ein beängstigendes Bild, das sich den beiden türkischstämmigen Familien in Essen-Altendorf bot: Unbekannte waren in ihrer Abwesenheit gewaltsam in ihre Wohnungen am Schölerpad eingedrungen. Sie beschmierten Wände, Schränke und Sofas über und über mit grellroten Hakenkreuzen. Die Einbrecher verschwanden unerkannt.

Jetzt ermittelt der polizeiliche Staatsschutz. Ein rechtsradikaler, fremdenfeindlicher Hintergrund sei nicht auszuschließen, sagte Polizeisprecherin Tanja Hagelüken am Montag auf NRZ-Anfrage.

Nicht nur in der türkischen Gemeinde schrillen nach dem Zwischenfall am vergangenen Freitag alle Alarmglocken. Der Essener Verbund der Immigrantenvereine mahnt die Bürger dieser Stadt mit ausländischen Wurzeln bereits zu einer erhöhten Wachsamkeit. „Alle sollen vorsichtig sein“, sagt der Vorsitzende Muhammet Balaban: „Die Leute sind verängstigt“, sie haben offenbar Furcht vor einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit und stellen sich viele bange Fragen, so Balaban: „Warum gerade wir? Stehen wir womöglich unter Beobachtung? Können wir unsere Kinder noch alleine zu Hause lassen?“

Ermittlungen der Polizei stehen ganz am Anfang

Niemand konnte ihnen bisher weder diese Ängste nehmen noch die Antworten geben. Die Ermittlungen der Polizei stehen ganz am Anfang, sagt Polizeisprecherin Tanja Hagelüken. Der Staatsschutz ermittele allerdings nicht erst seit Freitag wegen womöglich rechtsextremer Straftaten am Schölerpad: Bereits Anfang März seien verbotene Symbole auf die Fassaden dreier Häuser geschmiert worden. Ein Zufall oder nicht: Die Hakenkreuze fanden sich auch auf der Außenhaut jenes Gebäudes, in das die Täter am vergangenen Freitag eingestiegen sind.

Dort durchwühlten sie die Wohnungen, ließen aber nach einer ersten Bestandsaufnahme außer den Wohnungsschlüsseln nichts mitgehen, weiß Muhammet Balaban: „Die Schlösser sind inzwischen ausgetauscht worden.“

Nach Erkenntnissen der Polizei müssen die Unbekannten zwischen 12.30 und 18 Uhr eingebrochen sein. Wie lange sie sich in den Wohnungen aufgehalten haben, ist nicht bekannt. Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter geben können. Die Behörde ist erreichbar unter 829-0.