Sportverein verlangt Polizeizeugnis für Trainer
14.04.2010 | 10:34 Uhr 2010-04-14T10:34:48+0200
Essen. In der Debatte um sexuellen Missbrauch von Kindern in Sportvereinen ist der Werdener Turnerbund weit vorgeprescht - und kassiert dafür heftige Kritik aus der Politik. Alle Übungsleiter sollen dem WTB-Vorstand ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
Wie schützen wir Kinder im Sportverein vor sexuellem Missbrauch? Diese derzeit sehr aufgeregt geführte Debatte will sich der Essener Sportbund nicht gern ans Bein binden lassen. Doch sie wird unvermeidbar sein, spätestens wenn irgendwo in Deutschland ein einschlägiger Fall öffentlich wird. Dafür werden die Eltern schon sorgen.
Und dann ist diese Debatte beim Sportbund besser aufgehoben als in den einzelnen Vereinen. Der Espo ist die unabhängige Interessenvertretung aller Sportvereine der Stadt. Er hat Zugriff auf juristischen, psychologischen und politischen Sachverstand. Und er hat genügend Erfahrung und Fingerspitzengefühl, um nicht alle ehrenamtlichen Betreuer einem Generalverdacht auszusetzen.
Kai Süselbeck
Alle Übungsleiter und Übungshelfer sollen dem WTB-Vorstand ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, beschloss die Mitgliederversammlung einstimmig. „Mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, kritisiert etwa der Sportausschussvorsitzender Klaus Diekmann (CDU).
Die Vorlage für den WTB-Beschluss hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geliefert. Das neue Kinderschutzgesetz, das sie erarbeiten lässt, sieht vor, dass Jugendämter und freie Träger der Jugendhilfe von Bewerbern ein „erweitertes Führungszeugnis“ verlangen können: „Leider wissen wir, dass sich Täter ganz gezielt Berufe aussuchen, in denen sie mit Kindern arbeiten können.“
Diese Neuregelung will der WTB nun nicht nur für neues Personal übernehmen, sondern auf alle Ehrenamtlichen ausdehnen und „alle Übungsleiter und Übungshelfer bitten, sich auf Kosten des Vereins ein polizeiliches Führungszeugnis ausstellen zu lassen.“
„Auf die Idee bin ich auch als Vereinsvorsitzender nicht gekommen“, sagt Rudolf Jelinek, sportpolitischer Sprecher der SPD. Er warnt vor einer Zerrüttung des Vertrauens zwischen Vorstand und Ehrenamtlichen: „Wenn dieses Vertrauen zerstört wird, können wir einpacken.“
„Die Diskussion nimmt inzwischen hysterische Züge an“
Viel zu weit geht der Werdener Vorstoß auch dem Sportausschussvorsitzenden. „Bei einer Neuanstellung von Übungsleitern könnte ich das wegen der aktuellen Diskussion nachvollziehen“, sagt Diekmann. „Aber von langjährigen Ehrenamtlichen plötzlich ein Führungszeugnis zu verlangen, das ist starker Tobak. Man fragt sich allmählich, was als Nächstes kommt.“ Diekmann schlägt vor, dass der Essener Sportbund Regeln für die Missbrauchsprävention aufstellen soll: „Der Espo ist die geeignete Schaltstelle dafür.“
Dessen Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg ist allerdings gar nicht scharf auf eine solche Diskussion. Die Werdener Turner hätten es mit ihrem Beschluss sicher gut gemeint. Aber der Schuss gehe im Zweifel nach hinten los. „Die Leute fragen sich sofort: Ist da was gewesen? Vielleicht hätten sie uns vorher mal fragen sollen.“
Grundsätzlich sagt Rohrberg: „Auch der Sport ist anfällig für Missbrauch und hat seine schwarzen Schafe. Aber ich weiß nicht, ob wir auf diesen Zug aufspringen müssen. Die Diskussion nimmt inzwischen hysterische Züge an. Mein Rat: Haltet mal den Ball flach.“ So sieht es auch Rot-Weiss Essen-Sprecher Haider Hassan. „In unserem Verein ist diese Debatte noch nicht angekommen. Und das kann gern so bleiben.“
22:37
@31
Einfach die Mißbrauchsfälle der letzten 20 Jahre durchgehen. Platz 1: Familie und familiäres Umfeld
Platz 2: Sport, dann kommen Schule, öffentlcher Raum, dann erst Kirche auch wenn die Presseberichterstattung anderes nahe legt.
10:47
Können die, die behaupten, das es auch in Sportvereinen zu einer großen Zahl von Missbrauchsfällen gekommen sei, das auch belegen? Mir sind da nur wenige bekannt geworden, und diese Täter sind auch nicht von den Vereinen geschützt worden, sondern mussten sich strafrechtlich verantworten.
10:33
Es gibt doch sicher eine bundesweite Datenbank, die gerade diesen Bereich abdeckt. Wer nichts am Stiefel hat, ausser der Freude junge Menschen anzuleiten wird sich ohne zu zögern einen Nichteintrag dort bestätigen lassen.
Sicher nicht die ultimative Lösung, aber bestimmt machbar, finanzierbar und bestimmt nicht ganz umsonst.
Mir selbst habe ich als 1€ Jobber bei der Schulaufgabenbetreuung von 8 - 14 Jährigen gerade über dieses Thema Gedanken machen müssen. Die Kinder spüren, wenn man wirklich auf sie eingeht, bauen dann schnell ein Vertrauensverhältnis auf, wenn dann die falsche Person dort steht?
Jetzt, ein Jahr später, und mit den Ereignissen des vergangenen Jahres bin ich der Meinung, daß jeder, dem wir unsere Kinder anvertrauen, willens sein muß, jede notwendige Information zu diesem Punkt beizubringen, oder die Erlaubnis dazu.
07:30
Eine Gruppe, welche die geistig-moralische Unselbstständigkeit und Orientierungslosigkeit ihrer Schäfchen (zu guten teilen durch religiöse erziehung überhaubt erst erzeugt) nutzt um Macht über sie auszuüben und das eben in vorderster Front über eine Sexualmoral, welche auf Schuld, Tabuisierung und Unterdrückung baut, verhindert eine selbstständige, selbstbewußte und aufgeklärte sexuelle Persönlichkeitsbildung derselben und macht sich damit schuldig für die Verbrechen, welche diejenigen ihrer Schäfchen begehen, welche diese Spannung zwischen Dogma und Schuld gegenüber der Realität eigener Bedürfnisse und Wahrnehmung der Restgesellschaft nicht mehr korrekt verarbeiten können.
00:35
Englische, besser gesagt angelsächsische Verhältnisse schon längst auch bei uns in Deutschland.
Sex-Skandal im Duisburger Streichelzoo
Weil sich der Ziegenbock im Mattlerbusch mit den Ziegen vergnügte, riefen empörte Bürger die Polizei. Der Betreiber musste das Tier einfangen und einsperren. Kein Einzelfall. Auch im Duisburger Zoo gibt’s Beschwerden über kopulierende Tiere.
Hysterisches Verhalten statt Aufklärung und Erziehung erzeugt verklemmte Bürger. Nur aufgeklärte Menschen, und das fängt schon beim Kleinkind an, können sich bemerkbar machen und im Falle eines sexuellen Übergriffes sich wehren. Aber wie soll das funktionieren wenn Papa und Mama schon beim Gedanken .... ausrasten. Von unseren Mitmenschen anderen Glaubens ganz zu schweigen.
23:48
Wenn wir so weiter machen, haben wir bald englische Verhältnisse. Das ist doch ein hysterisches Verhalten. Man kann doch nicht alle Menschen, die mit Kindern zu tun haben, unter Generalverdacht stellen. Wo fängt das an und wo soll das mal aufhören.
Ja die bewiesenen Fälle sind schlimm und viele Institutionen haben mit ihrer Politik des Verschweigens große Schuld auf sich geladen. Vergessen wir aber trotzdem eines nicht, das es sich bei viele Fälle, die in der Presse breit getreten werden, sich um einseitige Aussagen handelt, welche bisher keineswegs bewiesen sind. Es werden Aussagen gemacht über Tathergänge, die teilweise 40 Jahre und länger her sind. Wahr oder nicht wahr, wer soll das noch entscheiden, wo viele der mögliche Täter oder auch Zeugen nicht mehr leben.
Aufklärung muß sein, aber eine pauschale Verurteilung, sei es von Priester, Trainern oder wem auch sonst, ist der größte Blödsinn, den es gibt.
22:52
@pannemann , du trägst deinen Namen zu Recht, denn was du schreibst ist echt panne
22:52
@pannemann , du trägst deinen Namen zu Recht
22:50
quatsch generalverdacht. es ist eine gute sache zeugnisse zu verlangen. ehrlich gesagt bin ich bisher davon ausgegangen, dass dieses bereits getan wird!! aber nichts da, dem scheiss klüngel ist überall tür und tor geöffnet gewesen. diese regelung sollte überall gelten wo erwachsene kinder betreuen.
22:07
Ein polizeiliches Führungszeugnis gibt es nicht.
Die Polizei verhaftet. Das Gericht verurteilt.
Das Bundesamt für Justiz erstellt Führungszeugnisse.
Wer nie erwischt wurde hat ein sauberes Führungszeugnis.
Hallelujah