Sportscheck sagt bald Adieu

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Die Sportscheck-Filiale an der Limbecker Straße wird nach zehn Jahren Anfang 2016 geschlossen. Von dem Aus sind 68 Mitarbeiter betroffen, für die es einen Sozialplan geben soll. „Es ist bitter, wenn ein solches Unternehmen Adieu sagt“, bedauert Jürgen Bessel, Vorstandsvorsitzender des Einzelhandelsverbandes Essen. Der Weggang sei ein Verlust für die Limbecker Straße.

Der Sportfachhändler genieße einen guten Ruf und sei auch für den Branchenmix auf der prominenten Einkaufsstraße wichtig gewesen, sagt Bessel. „Mir tut es leid, zumal es nicht leicht sein wird, einen Mieter für eine Fläche dieser Größenordnung zu finden.“

Tatsächlich soll die Größe offenbar eine wichtige Rolle für den Weggang des Unternehmens gespielt haben: So sagt Stefan Herzog, Mitglied und Sprecher der Geschäftsführung von Sportscheck, man sei mit der „Performance in Essen immer zufrieden gewesen“, mit einer Verkaufsfläche von 5500 Quadratmetern sei das Sportkaufhaus aber zu groß gewesen, um es wirtschaftlich erfolgreich zu führen. Der Fachhändler aus dem bayerischen Unterhaching, der weitere 19 Filialen betreibt, habe daher mit dem Essener Vermieter Gespräche über eine passendere Lösung geführt. „Er ist uns hier aber nicht entgegengekommen.“ Da der Mietvertrag zeitnah auslaufe, habe man sich entschieden, diesen nicht zu verlängern, ergänzt Pressesprecher Mathias Krenski.

Einige der Angestellten und Auszubildenden sollen im kommenden Jahr in den Sportscheck-Filialen in Köln und Mönchengladbach weiterarbeiten. Der Standort Mönchengladbach wird zum 26. März vergrößert: Sportscheck wird dort als Ankermieter im neuen Minto-Center eine Verkaufsfläche von 2500 Quadratmeter bespielen.

Auch aus dem Ruhrgebiet wolle sich Sportscheck nicht verabschieden, betont Krenski. In Essen habe man schon andere Standorte geprüft, bei denen Format und Frequenz besser zueinander gepasst hätten – bisher ohne Erfolg. Man habe noch nicht mit der Essener Wirtschaftsförderung gesprochen und lege sich bei der Suche nach geeigneten City-Standorten auch nicht auf die Stadt fest. „Uns geht es ums Einzugsgebiet, wir suchen daher im ganzen Ruhrgebiet und zwar ausschließlich in 1a-Lagen.“

Dass die Limbecker Straße als solche gilt, steht für den Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ruhr, Marc Heistermann, außer Zweifel. „Die Limbecker ist im Aufwärtstrend.“ Das Verhalten des Vermieters sei sogar Beleg für die Nachfrage nach Ladenlokalen: „Ein Vermieter lässt doch eher mit sich reden, wenn es viele Leerstände gibt; die haben wir zum Glück nicht.“ Trotz der Größe sei er daher optimistisch, was eine Neunutzung der Immobilie angehe. Und vielleicht finde auch das Sportgeschäft einen neuen Standort in Essen, etwa an der Kettwiger Straße Höhe Marktkirche. Ausschließen will das auch Krenski nicht: „Essen ist noch im Rennen.“ Ein Hoffnungsschimmer auch für die Mitarbeiter, die nun bangen, zumal wenn sie familär hier gebunden sind.