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Sportliches Tempo an der Stadion-Baustelle von RWE

30.10.2011 | 13:13 Uhr
Sportliches Tempo an der Stadion-Baustelle von RWE
Die erste Tribüne lässt sich schon erahnen. Foto: Alexandra Umbach

Essen.Die Fans von Rot-Weiss Essen lassen sich ihren Humor nicht nehmen. Da wird aus einer Niederlage auch schnell mal ein Sieg. Aus dem 0:3 gegen Hertha BSC im Pokal am Mittwochabend haben Spaßvögel auf der Anzeigentafel im Georg-Melches-Stadion ein 4:3 gemacht. Schön wär’s. Ja hielte der Viertligist doch nur sportlich mit dem Tempo mit, dass sie auf der Baustelle gleich hinter der ehemaligen Westkurve vorlegen.

Dort kann man inzwischen dabei zusehen, wie die Tribünen des neuen Stadions in die Höhe wachsen. Die Haupttribüne nimmt Formen an, 30 Meter lange, tragende Betonteile für die Stehtribünen stehen schon oder werden in den nächsten Tagen gesetzt.

Der Rest bleibt vorerst Phantasie: Der Blick aus dem Spielertunnel auf den grünen Rasen zum Beispiel. „Hier werden eines Tages die Spieler von Real Madrid stehen und zittern“, sagt Markus Kunze vom Bauherrn, der städtischen Grundstücksverwaltung GVE, wohl wissend, dass die Gegner Wiedenbrück, Idar-Oberstein oder Eintracht Trier heißen werden. RWE kickt auch in der nächsten Spielzeit viertklassig; danach sieht es aus. Das neue Stadion soll aber Profianforderungen genügen, zumindest für die zweite Liga.

Baustelle Hafenstrasse

„Die Arbeiten liegen voll im Plan“, sagt Markus Kunze. Ob es dabei bleibt, wird vom Winter abhängen. Bis April soll der Rohbau stehen. Nicht im Plan liegen die Kosten. Eine Million mehr als veranschlagt musste die GVE für Baugenehmigungen ausgeben, heißt es dort. Steigende Stahlpreise verkomplizierten das Kalkulieren, denn abgerechnet werde erst bei Lieferung. Also im Frühjahr, wenn die Dachkonstruktion an der Reihe ist. Bis dahin dürfte der Bauherr auch klarer sehen, was der Abbruch des Georg-Melches-Stadion kosten wird. Auch da wird noch kalkuliert.

Die vielen Fragezeichen sorgen bei politischen Entscheidungsträgern für Nervosität. 33 Millionen Euro - mehr darf der Bau des neuen Stadions nicht kosten. Alles andere brächte die Politik in Erklärungsnöte. Und erst jetzt, da der erste Anstoß näher rückt, scheint so manchem Ratsvertreter aufzugehen, dass die Stadt draufzahlen wird, so lange RWE in den Niederungen des Amateurfußballs hängen bleibt. Die Stadt zahlt also drauf. Das war bekannt. Aber wie lange und wie viel? Die GVE rechnet mit Betriebskosten von 700 000 Euro pro Jahr. Wie viel Geld reinkommt in die Kasse, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie weit die Stadt ihrem „Ankermieter“ Rot-Weiss Essen finanziell entgegen kommt, ohne dem Verein finanziell die Luft zum Atmen zu nehmen. Soviel steht fest: Steigt RWE auf, steigt auch die Miete.

Und dann soll das neue Stadion ja auch vermarktet werden. Immerhin: Ein Autohändler, der 2012 seine neuen Modelle vorstellen will, hat sich bereits gemeldet...

Küche und Kabinen

„Wir bauen so weit wie wir kommen“, heißt es bei der GVE, wo sie zeitgleich den Rotstift ansetzen - bei der Stahlkonstruktion und nicht nur dort. Entmüdungsbecken im Kabinentrakt für schwere Kickerbeine wird es nicht geben. Das gilt auch für eine erstligareife Ausstattung für Küche und Catering, es sei denn, der Caterer bringt sie mit. Und sollte das Fernsehen mal wieder übertragen, wird die Beleuchtung nur Zweitliga-Ansprüchen genügen.

Kein Grund schwarz zu sehen. Vier Tribünen werden auf jeden Fall gebaut, versichert die GVE. Mancher hätte sich die Ränge übrigens steiler gewünscht. Der Winkel ist der Konstruktion geschuldet, denn eines schönen Tages in ferner Zukunft soll ja ein zweiter Rang oben drauf. Träumen dürfen sie ja, die RWE-Fans.

Marcus Schymiczek

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Kommentare
18.11.2011
10:22
bla
von HansMaulwurf | #6

wenn man langfristig nur für unterdurchschnittliche 2 liga erwartungen plant dann will ich von der realität garnicht sprechen 5!!! liga da könnt ihr die könige sein und stolt darauf sein das 5k zuschauer zu den amateurfussball kommen hahaha

01.11.2011
19:57
Als hätte man sowas noch im Ohr...
von xdiexgedankenxsinnfreix | #5

Ich würde gerne einmal "Experten" begegnen, die die Anführungszeichen nicht verdienen. Zu selten bleibt irgendein Projekt im kalkulierten Rahmen. Allerdings muß man den Verantwortlichen doch wieder Stückwerk vorwerfen. Wir bauen, so weit wir kommen.
Wir verzichten auf Ermüdungsbecken, und HURRA, HURRA 2.Ligabeleuchtung? Hatter! Hatter!
Dazu unvorhersehbare Stahlpreisraketen! Rechnen die Herren mit Dosenpfand?
Soll mich aber auch nicht jucken.
Wer erst aus der Westkurve vertrieben wurde, dann von der Nordtribüne in den Gästeblock verbannt wurde, freut sich auf ein neues RWE Stadion , in dem man schon mal den Kaugummi unter die Stange klebt, und beim nächsten Mal ist er noch da, mmmh..
Also macht was Ihr wollt, aber das Stadion fertig, bitte flott!

31.10.2011
05:54
Billige Polemik
von memax | #4

"Eine Million mehr als veranschlagt musste die GVE für Baugenehmigungen ausgeben, heißt es dort"

Dass dieses Geld bei der Stadt bleibt, wird aber mal schnell umterschlagen. Es würde der gewünschten Botschaft nicht entsprechen. Wie kommentierte diese Zeitung noch im Juni das Kostendesaster - 70 Mio € beim Projekt Küppersmühle in Duisburg;

"Klar ist dagegen: Scheitert das Museums-Projekt, ist nicht nur die Gebag bedroht, sondern Duisburgs Ruf ruiniert. Der Schaden wäre immens"

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/ende-des-projektes-kueppersmuehle-waere-fiasko-fuer-gebag-duisburg-und-museum-id4756352.html

Mit viel Glück schafft es diese viertklassige Zeitung irgendwann einmall wieder auf BILD - Niveau. Das Niveau einer Süddeutschen, FAZ, TAZ oder im Sport Kicker bleibt bis auf weiteres ein frommer Wunsch.

30.10.2011
17:48
Sportliches Tempo an der Stadion-Baustelle von RWE
von dutsche | #3

Die hier über ein "paar Millionen" weinen, sollten an die 212 Milliarden € Bürgschaft an Griechenland denken und an die weiteren Milliarden die wir in die ganze Welt pulvern. Wieviel Millionen werden in den nutzlosen Flughafen Essen/Mülheim, Aalto Theater, Unterhalt für das Folkwang Museum usw. usw. gesteckt? Das eine große Stadt wie Essen endlich ein neues Stadion brauchte, sah man schon beim Pokalspiel gegen Hertha BSC. Also nicht nur weinen und jammern sondern anpacken und machen.

30.10.2011
15:42
wahre Kostentreiber kommen erst noch?
von 1980yann | #2

Also vor allem bei der Dachkonstruktion kommen erst die wahren Kostentreiber!? Na grandios ... dann steht einer Kostenexplosion ja nichts mehr im Wege. Außer vielleicht ein zur Vernunft gekommener Stadtrat, der jetzt die Notbremse zieht.

30.10.2011
14:15
Kein verbindliches Angebot?
von redfly | #1

Es müsste doch ein verbindliches Angebot geben. Von daher kann ich die steigenden Stahlpreise als Begründung überhaupt nicht verstehen.

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