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Sportler machen Platz für Noweda

19.09.2012 | 10:00 Uhr
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Sportler machen Platz für Noweda
Foto: Hans Blossey

Essen.   Politik will die betroffenen Sportvereine vor allem im Krupp-Park Süd unterbringen.

Neun Monate lang hat die Politik die Risiken und Nebenwirkungen einer neuen Sportanlage im Krupp-Park Süd diskutiert. Und dabei nicht zuletzt die Frage erörtert, was wohl passiert, wenn man stur bleibt – und auf dem Ausbau der alten Anlage an der Bockmühle beharrt, dort, wo das Apotheker-eigene Handels-und Service-Unternehmen Noweda gerne seine neue Zentrale bauen würde.

Im Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe ist gestern eine Vorentscheidung gefallen, und so wie’s aussieht können sie bei Noweda ihren bislang gehegten Plan B – die Verlagerung von bis zu 80 Arbeitsplätzen nach Münster oder Schwerte – zu den Akten legen. Denn im Grundsatz sind sich alle großen Ratsparteien einig: Die bislang an der Bockmühle beheimateten Sportler sollen umziehen, sollen Platz machen für die aus allen Nähten platzende Noweda und ihren Spielbetrieb vor allem auf eine noch zu bauende Sportanlage im südlichen Teil des Krupp-Parks verlagern.

Den Wald opfern

Dass die Sportvereine damit vom Zentrum an den Rand Altendorfs gedrängt werden, begeistert zwar auch den Essener Sportbund nicht gerade. Man erkenne aber die Zwänge an, räumte der stellvertretende Vorsitzende Jochen Sander gestern ein und brachte die Erkenntnis auf eine simple Formel: „Auch Sportler brauchen Arbeitsplätze.“

Nach wie vor strittig ist in der Politik, wie groß die Sportanlage im Krupp-Park Süd ausfallen soll: Die Sozialdemokraten plädieren nach wie vor für die große Lösung mit zwei großen Plätzen und einem kleinen. Dies zumal sich bis zu 85 Prozent der Kosten dieser Variante durch Erlöse aus dem Verkauf der Sportplätze an der Bockmühle und an der Haedenkampstraße decken ließen.

Langer fruchtloser Streit

Im Sportausschuss zeichnete sich gestern aber eine Mehrheit aus CDU, Grünen, FDP, EBB und Linken für eine Kombinationslösung ab: Danach soll im Krupp-Park Süd, wo eigentlich größtenteils Wald geplant war, nur eine Teilfläche für einen großen und einen kleinen Sportplatz geopfert werden. Was dort an Spielbetrieb nicht abgewickelt werden kann, soll dann auf der anderen Seite der Haedenkampstraße verlagert werden. Die müsste allerdings früher oder später noch saniert werden.

Und genau daran entzündete sich gestern ein langer fruchtloser Streit der Politik mit der Planungsverwaltung: Die wolle, so der Verdacht, mit planungsrechtlichen Entscheidungen die sportfachliche Arbeit einengen. Denn die Sport-Politiker wollen in der übernächsten Woche lieber selber festlegen, wann da welche Sportanlage saniert oder etwa mit einem Kunstrasen ausgestattet wird. Folge: Im Beschluss des Sportausschusses taucht die Haedenkampstraße jetzt gar nicht mehr auf, es wird nur die Verlagerung des Spielbetriebs von der Bockmühle und der Serlostraße in Altendorf erwähnt.

"Jede freie Ritze"

Ein anderer Streit spielte gestern nur am Rande eine Rolle. Denn Thyssen-Krupp hatte das Areal des Krupp-Parks Süd einst nur für einen symbolischen Preis an die Stadt abgegeben. Wenn dort jetzt kein Wald entsteht, sondern eine Sportanlage – wird da ein finanzieller Nachschlag fällig?

Den Verantwortlichen der Apotheker-Genossenschaft Noweda dürfte das gleich sein: Das Unternehmen, das mittlerweile auf 4,2 Milliarden Euro Umsatz kommt und allein in Essen 700 Mitarbeiter beschäftigt – 300 davon übrigens aus der unmittelbaren Altendorfer Nachbarschaft – hat nach den Worten von Andreas Müller, dem Vizechef des Planungsamtes „jede freie Ritze“ des Quartiers in Beschlag genommen. Tendenz steigend: 30 neue Jobs gibt’s noch in diesem Jahr.

Wolfgang Kintscher

Kommentare
19.09.2012
12:23
Sportler machen Platz für Noweda
von BorbeckerBefreiungsFront | #1

Da fehlt der Mut zur großen Lösung: Aussiedlung aus Altendorf Richtung A42 oder Oberhausen.
Spätestens bei der nächsten Erweiterungsrunde der Noweda, haben sie keinen Platz mehr.
Die dann in Altendorf frei werdende Fläche, hätte man für Immobilien (absolute City Nähe, hervorragende Nähe zum ÖPNV) gut Nutzen können und die Sportler könnten weiter kicken.

1 Antwort
Anlagen
von Erbeck1 | #1-1

Diese vielen Anlagen in räumlicher Nähe haben doch gar keine Berechtigung mehr , da die Frequentierung dies klar aufzeigt . Der Wandel der Zeit bringt halt auch solche notwendigen Veränderungen mit . Der Fußballsport ist zudem in der Anerkennung schwer gesunken und Eltern tendieren für ihren Nachwuchs zu anderen Aktivitäten .

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