Das aktuelle Wetter Essen 12°C
Sport

Sportanlage Ruhrtalstraße ist nicht konkurrenzfähig

21.02.2011 | 14:58 Uhr
Sportanlage Ruhrtalstraße ist nicht konkurrenzfähig
Die Stehtribüne am unteren Ascheplatz ist eine Stolperfalle.

Auf den Sportanlagen im Essener Süden tut sich was, überall wird aufgehübscht, in Kunstrasenplätze investiert, ausgebaut, umgebaut. Auch bei der DJK Blau-Weiß Mintard setzt man auf Zukunft. Bereits zu Beginn der kommenden Saison soll in den Ruhrauen das ehrgeizige Projekt Kunstrasen abgeschlossen sein.

Rundgang mit BV-Chef

Nur an der Ruhrtalstraße bleibt die Zeit stehen - und der Verfall schreitet weiter voran. Für die Verantwortlichen vom FSV Kettwig ist der Moment gekommen, um auf den desolaten Zustand der beliebten Sportstätte aufmerksam zu machen. An die Politik haben sie sich gewandt und in der vergangenen Woche dann auch gleich Besuch bekommen - von Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann (CDU) und Daniel Behmenburg (SPD), Fraktionsvorsitzender seiner Partei in der Bezirksvertretung.

Bei einem Rundgang konnten sich die Politiker dann auch gleich vom schlechten Zustand der Anlage überzeugen. FSV-Vorsitzender Dirk Petermann: „Und dabei ist hier täglich etwas los, die Plätze werden ständig genutzt - von verschiedenen Vereinen.“ Nicht nur „Platzherr“ FSV Kettwig und die Kicker vom FC Kettwig 08 trainieren dort und tragen ihre Meisterschaftsspiele aus, auch der LAC-THG, der Lauftreff Kettwig 2000, der KTV 1870 und die Bouler gehen an der Ruhrtalstraße ihrem Sport auch. Auch von Schülern der verschiedenen Altersklassen werden die Ascheplätze oft genutzt. Dabei ist der untere Platz, direkt am Vereinslokal Ruhrarena, eigentlich nicht mehr bespielbar. Die Drainage funktioniert nicht, nach Regenfällen bilden sich riesige Pfützen bilden, und der Belag selbst ist mittlerweile mit großen, gefährlich spitzen Steinen durchsetzt.

Und damit ist noch nicht genug: „Die Stehtribüne ist ebenfalls eine Gefahrenquelle“, sagt André Müller, zweiter Geschäftsführer des Vereins. Einige Bereiche mussten bereits notdürftig abgesperrt werden, damit es nicht zu Unfällen kommt. Tiefe Löcher auf dem hinteren Parkplatz, eine defekte Umrandung am unteren Sportplatz... Die Mängelliste ließe sich fast beliebig verlängern. Die größte Sorge der FSV-Verantwortlichen: „Wenn alle anderen Vereine um uns herum aufrüsten, bekommen wir Probleme mit dem Nachwuchs“, sagt Dirk Petermann. Da wollen die künftigen Messis und Ronaldos dann doch lieber auf Rasen oder Kunstrasen trainieren und um Punkte spielen.

Die Minimallösung für den Verein von der Ruhrtalstraße: „Wir möchten den Kindern gern einen Kleinrasenplatz anbieten“, sagt Petermann. Dabei setzen er und seine Vorstandskollegen auch auf den Runden Tisch Sport, zu dem die Bezirksvertretung einlädt (siehe Infokasten). Bezirksvertreter Daniel Behmenburg hat dann auch gleich noch einen Tipp parat: „Es wäre gut, wenn alle Nutzer dieser Sportanlage mit einer Stimme sprechen würde - der Sport braucht eine starke Stimme.“

Und der Sportplatz an der Ruhrtalstraße braucht endlich eine Lobby.

Sabine Moseler-Worm

Facebook
 
Kommentare
28.02.2011
11:04
Sportanlage Ruhrtalstraße ist nicht konkurrenzfähig
von Pisazwerg | #3

Man hört ja keine Entgegnung oder Kommentare der Benutzer der Sportanlage.Was sollen auch Vereinsmitglieder schreiben die nichts auf der Anlage getan haben.Es ist doch einfacher Politiker die dem Verein vorstehen oder Mitglieder sind an die Front zu schicken.Es ist doch Mode das Bezirks Politiker sich in Fußball-Vereine einbringen.Die Vereine erhoffen sich einen Nutzen von den kleinen Vorstadt-Politikern.Diese bewirken einen kleinen Stimmenfang für sich.Wenn Vereine eine Eigenveranwortung betreiben dann sollen sie diese auch ausführen.Nicht nur nach der Stadt und dem Sportamt schreien!

22.02.2011
13:59
Sportanlage Ruhrtalstraße ist nicht konkurrenzfähig
von Pisazwerg | #2

Die Vereine schreien doch förmlich nach der eigenverantwortliche Nutzung der Sportanlagen.Auf diesem Platz ist das doch schon lange eingeführt.Bei einer guten Eigeninitiative hätte der Platz doch nicht so runter kommen müssen.Das Clubhaus sieht doch bestimmt nicht so runtergekommen aus.Mit dem Verkaufserlös hätte man auch vieles bewerkstelligen können !

22.02.2011
06:52
Sportanlage Ruhrtalstraße ist nicht konkurrenzfähig
von aulfes | #1

Da haben sich unsere Bezirksvertreter also auf die Socken gemacht und die marode Sportanlage besichtigt. Na super. Und was passiert? Wohl eher mal wieder nichts. Da wird doch schon im Vorfeld auf die Einstimmigkeit der nutzenden Vereine hingewiesen. Also, sollte nur ein Teilnehmer andere Anforderungen haben, wird man sich schnell zurückziehen. Vielleicht kann man ja besser Bauland aus den Flächen machen. Wer braucht schon Sport im Zeitalter von Wii oder Playstation.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4311954/create

Aktuelle Fotos und Videos
Raucher als Kunstwerke
Bildgalerie
Ausstellung
Remis gegen Vizemeister
Bildgalerie
Frauenfußball
Mini Europameisterschaft
Bildgalerie
Fußball
Der FC Kray ist Meister
Bildgalerie
Fußball
Aus dem Ressort
Kein Respekt vor Alfred
Vandalismus
Unbekannte Täter besudelten erneut die Krupp-Statue vor der Marktkirche in der Innenstadt mit farbigen Lettern. Damit bewiesen sie eher zweifelhaften Humor.
In sicherer Entfernung
Landespolitik
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Hempelmann wird als NRW-Minister gehandelt.