Sportanlage des FC Kray nicht tauglich für die vierte Liga

Die „Kray-Arena“ an der Buderusstraße erfüllt nicht die Richtlinien des Westdeutschen Fußballverbandes für die Regionalliga. Foto: Ulrich von Born
Die „Kray-Arena“ an der Buderusstraße erfüllt nicht die Richtlinien des Westdeutschen Fußballverbandes für die Regionalliga. Foto: Ulrich von Born
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Was wir bereits wissen
Der FC Kray will möglichst oft in seiner Kray-Arena an der Buderusstraße spielen, aber die Sportanlage ist nicht viertligareif. Vor allem bei Brisanzspielen, bei denen tausende Fans erwartet werden, reichen die Kapazitäten nicht. Als Ausweichstätte ist das Stadion am Uhlenkrug im Gespräch.

Essen.. Der sensationelle Aufstieg des FC Kray in die Fußball-Regionalliga stellt die städtische Sportinfrastruktur vor Herausforderungen. Denn lediglich das neue Stadion an der Hafenstraße und das Stadion am Uhlenkrug erfüllen die Voraussetzungen, die der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband an den Spielbetrieb in der vierthöchsten Spielklasse stellt, nicht aber die „Kray-Arena“ an der Buderusstraße. Gleichwohl hat der Aufsteiger seine Spielstätte dem Verband bereits als Austragungsort gemeldet.

Die „Kray-Arena“ verfügt zwar über einen schmucken Kunstrasenplatz, nicht aber über Plätze für 2500 Zuschauer, wobei Gäste-Fans räumlich getrennt werden müssen, und die Sportanlage verfügt auch auch nicht über eine Flutlichtanlage, wie sie der Verband in seinen Richtlinien fordert. Kurz gesagt: Die Arena an der Buderusstraße ist nicht ligatauglich. Darauf wiesen jetzt auch Vertreter der Polizei bei einem Gespräch hin, zu dem die Sport- und Bäderbetriebe neben dem FC Kray auch Vertreter von RWE, ETB und der SG Schönebeck geladen hatten. Mit dessen Ergebnissen wird sich der Sport- und Bäderausschuss in der kommenden Woche beschäftigen.

Verein unterbreitet Sport- und Bäderbetrieben eine „Wunschliste

Zwei Vereine, zwei Heimspiele

Vertreter des FC Kray hatten demnach deutlich gemacht, dass der Club keinesfalls gewillt sei, auf seinen Heimvorteil zu verzichten. FC-Chef Günter Oberholz fährt schweres Geschütz auf: „Es wäre ein Unding , wenn man dem FC Kray seine sportliche Heimat nehmen würde“, lässt sich der Vereinspräsident auf der Internetseite des FC Kray zitieren. Den Sport- und Bäderbetrieben unterbreitete der Verein eine „Wunschliste“. Die Verwaltung möge einen Ausbau der Kray-Arena prüfen.

Erforderlich wären nicht nur zusätzliche Toiletten und Umkleidekabinen, sondern eine Tribüne und Stehränge. Finanzielle Mittel sieht der Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe dafür allerdings nicht vor. Vielmehr weist die Verwaltung daraufhin, dass Investitionen von einer halben Million Euro notwendig gewesen seien, um das Stadion am Uhlenkrug regionalligatauglich herzurichten. Es wäre nicht zu akzeptieren, würde der FC Kray anders behandelt, betont Oberholz.

Polizei rechnet mit sieben bis acht Brisanzspielen

Der Westdeutsche Fußballverband will dem FC Kray entgegen kommen, hieß es auf Anfrage im Verbandssitz in Duisburg. Die beschriebenen Anforderungen an den Spielbetrieb würden „herabgesetzt“. So genannte Brisanzspiele, bei denen auch zahlreiche Fans der Gastmannschaft erwartet werden, wird der Aufsteiger aber nicht an der Buderusstraße austragen können. Während der FC Kray von vier bis fünf Brisanzspielen in der Saison ausgeht, rechnet die Polizei mit sieben bis acht Partieen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko. Je nach Saisonverlauf könnte deren Zahl sogar noch steigen, heißt es.

Im neuen Stadion an der Hafenstraße soll neben Rot-Weiss Essen die SG Schönebeck ihre Heimspiele austragen. Ob auch der FC Kray dort auflaufen kann, müsse „zeitnah zu den jeweiligen Spieltagen“ ausgelotet werden, heißt es. Als Ausweich-Spielstätte fasst die Verwaltung vielmehr das Stadion am Uhlenkrug ins Auge – was der FC Kray aus logistischen Gründen aber nicht präferiere. Gesucht werde ein Kompromiss. Einen Hinweis vergisst die Sportverwaltung nicht: Grundsätzlich reichten die beiden regionalligatauglichen Stadien der Stadt aus, um die Heimspiele aller vier Vereine über die Bühne zu bringen.