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Spenden nach „Ela“: Essener forsten Stadtwald wieder auf

29.02.2016 | 09:00 Uhr
Oberhalb des Baldeneysees hat Pfingststurm Ela 2014 verheerende Schäden angerichtet. Rund um die Korte-Klippe wird nun nachgepflanzt. Bürger haben dafür Spenden gesammelt.Foto: Jochen Tack

Essen.   Initiativen sammelten Spenden nach Sturm „Ela“. An der Korte-Klippe in Heisingen, im Kellermannsbusch in Stadtwald und in Kettwig wird nachgepflanzt.

Es war der Tag nach „Ela“, der Tag nach dem verheerenden Pfingststurm 2014, der Günter Kirsten die Tränen in die Augen trieb. Als der Vorsitzende der Bürgerschaft Heisingen sah, was der Orkan im Stadtwald rund um die Korte-Klippe, dem beliebten Aussichtspunkt hoch oben über dem Baldeneysee, angerichtete hatte, rang Kirsten um Fassung. Vielen Bürgern aus Heisingen wird es genau so ergangen sein, und nicht nur denen. Günter Kirsten und seine Mitstreiter aus der Bürgerschaft verfielen nicht in tiefe Depression, sondern schritten zur Tat. 8000 Euro sammelten sie an Spenden, damit das Waldstück unweit der Heisinger Straße wieder aufgeforstet werden kann. „Die Resonanz war enorm“, freut sich Kirsten. Die ersten von rund 3000 Bäumen werden Mitte März gepflanzt.

Und das ist nur ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement nach Ela, für das Umweltdezernentin Simone Raskob sich am Freitag im Namen der Stadt bei den Initiatoren bedankte.

130 Jahre alte Buchen lagen darnieder

Auch im Kellermannsbusch greifen Bürger im März zu Spaten und Schaufel. Ela hatte das 1,6 Hektar große Wäldchen nahe der Frankenstraße verwüstet. 130 Jahre alte Buchen lagen darnieder, woraufhin Anwohner die Bürgerinitiative Waldfreunde ins Leben riefen. 8500 Euro haben sie zusammen getragen, berichtet Fritz Germann, der Sprecher der Initiative.

Tag 2 nach den Pfingststurm

Im Kettwiger Forst werden ebenfalls Bäume nachgepflanzt. Dort hat der Rotaract Club Essen die Initiative ergriffen. Das Ziel: 2030 Bäume, die ersten sollen im Herbst Wurzeln schlagen, kündigt Daniel Gerasch an. Dafür ausgeguckt hat der Forstbetrieb eine Fläche an der Straße An der Nittlau.

Gemessen am Schaden, den Ela angerichtet hat, mögen dies nur zarte Pflänzchen sein, die bald wachsen. Tobias Hartung, Förster beim städtischen Eigenbetrieb Grün und Gruga, schätzt, dass 10 bis 20 Prozent des 1700 Hektar großen Essener Waldes durch den Pfingststurm zerstört wurden. Das Schadensbild ist alles andere als einheitlich. An einigen Stellen hat Ela ganze Flächen rasiert, an anderen hat es nur einige wenige Stämme erwischt. Häufig waren es große Bäume mit prächtigen Kronen, in die der Wind griff wie in ein Segel. Eine Inventur steht noch aus.

Arten, die sich gut an Klimaveränderungen anpassen

Wie es nach Ela weiter gehen soll im Wald, ist durchaus umstritten. Grün und Gruga hat dazu zwei Workshops organisiert und diverse Interessengruppen beteiligt, darunter Umweltverbände und Bürgerinitiativen, die eigene Vorstellungen zum Umgang mit dem Wald haben. Grün und Gruga sollte ihn sich selbst überlassen, meinen einige.

Die Vorschläge sollen Eingang finden ins neue Forstbetriebswerk, betont Raskob. Die nun anstehenden Aufforstungen stünden dem nicht entgegen. Die Umweltdezernentin spricht von „punktuellen Nachpflanzungen“, allesamt auf Flächen, die es besonders hart getroffen hat. Was auch für die so genannte Prozessschutzfläche unweit der Korte-Klippe gilt. Auch dort blieb kaum ein Baum unbeschadet stehen. Diese Totholzinsel bleibe aber weiterhin unangetastet, aufgeforstet wird sie nicht, unterstreicht Raskob.

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Gepflanzt werden auf den dafür ausgeguckten Flächen Traubeneichen und Winterlinden. Arten, die sich nach Überzeugung von Förster Tobias Hartung besonders gut an die Klimaveränderungen anpassen. Denn Experten gehen davon aus, dass sich extreme Stürme wie Ela wiederholen werden.

80 bis 120 Zentimeter groß und drei bis vier Jahre jung sind Bäume, die bald ins Erdreich gesetzt werden. „Bis das richtig dicke Kameraden sind, vergehen 100 Jahre“, sagt Hartung. Aber Zeit ist eben relativ.

Essen packt weiter an

Marcus Schymiczek

Kommentare
29.02.2016
20:07
Spenden nach „Ela“: Essener forsten Stadtwald wieder auf
von bb | #4

Es ist dreist, den Menschen im Bereich des Kellermannsbusch zu unterstellen, sie würden nur wegen ihrer Immobilienwerte das Wäldchen wieder...
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5 Antworten
Spenden nach „Ela“: Essener forsten Stadtwald wieder auf
von mgEssen | #4-1

Ähem ich kann Ihrer Argumentation nicht folgen, zum einen möchten Sie weit von sich weisen das Immobillien und Grundstückswerte gesichert werden könnten, was ich übrigens nicht den Anwohnern unterstellt habe, ein paar Sätze weiter schreiben sie dann "wenn Kellermannsbusch jetzt nicht aufgeforstet wird, bleibt es Brache und wird dann ganz schnell zu Bauland"...ja was denn nun?
Sie möchten nicht an einem Ort leben wo Experten und Theoretiker der Natur vorschreiben wie sie zu funktionieren hat, darf ich sie daran erinnern das wir genau dieses nicht wollen und Sie hier Fakten schaffen in dem sie alles entfernen was Ihrem Auge auch nur im geringsten missfallen könnte, ein Ackerland schaffen und dort Setzlinge nach Ihrer Wahl einsetzen...wer schreibt hier also bitte wem vor wie was zu machen ist?
Ziel des Naturschutzes ist es eben weniger einzugreifen und sich nicht im Wald auszutoben.Sie haben diesen Wohnort doch sicherlich auch wegen der Natur ausgewählt,schon vergessen?

Spenden nach „Ela“: Essener forsten Stadtwald wieder auf
von KIJA | #4-2

@mgEssen
Ihre Behauptung hier würden Setzlinge nach der Wahl der Anwohner gesetzt ist meiner Kenntnis nach schlichtweg falsch. Es werden mehrere Baumarten gepflanzt deren Zusammensetzung von Grün und Gruga festgelegt wurde. Ferner verbleibt ein Großteil des Geländes im Kellermannsbusch unangetastet. Insofern ist der Begriff "Ackerland" grob polemisch.

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von mgEssen | #4-3

@Kija
Haben Sie sich die Bereiche Kellermannsbusch,Sundernholz und Korte Klippe aktuell überhaupt einmal angeschaut? Wissen Sie überhaupt was dort für arbeiten durchgeführt wurden?
Ich erkläre es Ihne gerne noch einmal:Wir haben in den Essener Wälder ein Moratorium,dieses gilt so lange bis ein neue Forsteinrichtung durch den Rat beschlossen wird,siehe auch vorletzte Sitzung des Ausschuss Umwelt,GG usw..Die Massnahmen resultieren angeblich aus einem Bürgerbeteiliogungsprozess von dem bis heute keine Ergebnisse bekannt sind,sie widersprechen den Aussagen von führenden GGE Verantwortlichen,das Gebiet steht nach dem letzten FSC Audit genau wegen diesen nicht gewünschten "Aufräumarbeiten"unter Beobachtung,wenn Sie nachvollziehen können was das bedeutet kann ich Ihnen gerne die FSC Prinzipien nennen gegen die hier verstossen wird.Zur Erinnerung das FSC Zertifikat wird ständig herangezogen um die Vorgehensweise in der Waldbewirtschaftung von GGE zu legitimieren.

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von mgEssen | #4-4

Ich empfehle Ihnen des weiteren sich mal den Bereich Sundernholz anzuschauen, vielleicht wird es Ihnen dann etwas klarer wovon wir hier überhaupt sprechen und das es nicht darum geht hier irgendwelchen Anwohnern den Anblick Ihres "erweiterten Wohnzimmers" zu versauen oder negativ über Bürgereinsatz zu schreiben, das ganze ist etwas tiefgreifender als Sie es hier darstellen möchten. Auch in unserer BI sind Anwohner aus dem Stadtwald die täglich in diesen Gebieten unterwegs sind. Ich betone nochmals:Ich kann aufgrund der Kürze der Kommentare nicht auf alle Problematiken eingehen, abgesehen davon würden Sie diese vermutlich sowieso nicht wahrhaben wollen, unser Denkansatz variiert da doch erheblich.Nur soviel, auch ich wohne direkt am Wald,ich kann hier auch nicht mein Wohnzimmer mitz Druck so gestalten wie ich es mir vielleicht erhoffe,mir ist aber bewusst das ich das beste für den Wald will und nicht das temporär vermeintlich beste für mich,die Natur entschädigt mich dafür nachhaltig.

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von KIJA | #4-5

@mgEssen
Sie glauben wohl, dass andere keine Augen im Kopf haben und nur Sie den Durchblick haben. Ich habe zufällig am Wochenende einen Spaziergang zu allen drei Orten gemacht und das ändert meine Meinung nicht. Im Gegenteil war ich sehr erfreut, dass endlich der Verbindungsweg auf Rückseite der Häuser Sundernholz 87 -123 endlich wieder frei ist.

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2016-02-29 09:00
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