„Speicher“ für Licht und Gelassenheit

Wenn zwei Künstler die Farbe so intensiv und gleichzeitig subtil zum Einsatz bringen wie die Ruhrgebiets-Maler Eberhard Ross und Harald Schmitz-Schmelzer, dann wird der Ausstellungsraum zum vibrierenden Farbklangraum. Mit dem Zusammenspiel dieser zwei wesensverwandten Kreativen setzt die Galerie Schlag einen besonderen Akzent.

So wie sich der langjährige Keith Jarrett-Fan Eberhard Ross zuletzt von den fremden Klängen fernöstlicher Musik während seines Aufenthalts in Südkorea inspirieren ließ, so meditativ und rhythmisch perfekt gestaltet auch Harald Schmitz-Schmelzer seine Farbkörper aus Kunstharz. Schicht für Schicht gießt er seine Werke in langen rechteckigen, aber auch halbrunden Formen, verfolgt mit größter Sorgfalt und Geduld den Aufbau dieser schimmernden Farbblöcke, mischt das Material dabei mit Pigmenten, bis sich die vertikalen Gebilde wie leuchtende Farbsäulen von der Wand abheben oder wie ein riesiges, halbrundes Glasauge auf Edelholz dem Betrachter entgegen wölben.

Mit ihrem intensiven inneren Leuchten ziehen auch die Arbeiten von Eberhard Ross in ihren Bann. Feinste, flirrende Linien und Ritzspuren, die Ross seinen Arbeiten wie mit dem Skalpell einzieht, erinnern an den Mikrokosmos organischer Formen. Immer wieder findet man zeichenhafte, kalligrafische Verweise auf die Ordnung der Natur, übersetzt in ein System aus Linien und Strukturen. „Speicher“ sind das, die das Licht, die Konzentration, aber auch eine herrlich tiefe Gelassenheit in sich aufgenommen haben.