SPD ist offen für Kombi-Bad
12.02.2010 | 21:07 Uhr 2010-02-12T21:07:00+0100
Essen. Die Zukunft der Bäderlandschaft im Nordwesten der Stadt bleibt verschwommen. Zwar steht die „Pro-Hesse-Koalition“ aus SPD, FDP und Linken zu ihrem Beschluss, das Dellwiger Freibad zu erhalten. Doch in den Fokus rückt immer mehr ein Neubau - sei es ein Hallenbad als Ergänzung zu „Hesse“ oder ein Kombi-Bad als Ersatz.
Die SPD will nach den Worten ihres Fraktionsgeschäftsführers Roman Brüx zwar „nicht darüber nachdenken“, so lange weder ein geeigneter Standort benannt sei, noch geklärt ist, wie ein solches Bad denn finanziert werden könnte. Verschließen wollten sich die Sozialdemokraten einer solchen Lösung allerdings nicht, so Brüx.
Höhere Eintrittspreise
Setzt die SPD sich ab von ihrem Wahlversprechen, „Hesse“ zu erhalten? So weit zu gehen, wäre ein Schritt zu weit gedacht. Beim gestrigen Treffen von Vertretern der Ratsfraktionen und der Verwaltung auf Einladung des Essener Sportbundes (Espo) standen die Sparvorschläge der Sport- und Bäderbetriebe im Mittelpunkt, um „Hesse“ offen zu halten und die Forderungen des Regierungspräsidenten zu erfüllen, die Kosten an anderer Stelle einzusparen. Für eine Erhöhung der Eintrittspreise zeichnet sich eine Mehrheit ab. Auch Einschnitte bei den Öffnungszeiten wollen SPD, FDP und Linke mittragen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Kürzung des Betriebskostenzuschusses um 20 Prozent ist hingegen vom Tisch. Noch einmal hatte der Espo vor dramatischen Folgen für die Pächter gewarnt - nicht zuletzt für das Frohnhauser Friedrichsbad, das - wie berichtet- nicht mehr zu halten wäre. Kein Bad dürfe geschlossen werden, hieß es gestern aus der Runde.
Während CDU und Grüne jedes „Notopfer“ für „Hesse“ ablehnen, gehen SPD, FDP und Linke davon aus, dass sich die Betriebskosten auffangen lassen, wobei es noch unklar ist, ob es um 230.000 Euro geht oder - inklusive Personalkosten - um 330.000 Euro.
So oder so: Nach Einschätzung der Verwaltung wird der Regierungspräsident seine Bremse allein wegen der eingesparten Betriebskosten für „Hesse“ nicht lösen. Die 15 Millionen Euro, die die Stadt der Kommunalaufsicht für Investitionen in die Sportlandschaft längst abverhandelt hatte, lägen auf Eis, so lange nicht klar ist, wie es auf lange Sicht bei den Bädern weiter gehen soll. An dieser Stelle kommt ein neues Bad ins Spiel - als Ersatz für das Borbecker Hallenbad, dessen Sanierungsstau sich auf drei Millionen Euro beläuft, als Teilersatz für das völlig marode Hauptbad und möglicherweise auch als Alternative für „Hesse“, was in der „Pro-Hesse-Koalition“ zumindest die Linken ausdrücklich befürworten.
Auf Seiten der „Anti-Hesse-Koalition“ lehnt die CDU Investitionen in einen Neubau ab und verweist auf das neu eröffnete Kombi-Bad in Oberhausen. Die Grünen hingegen halten ein neues Bad für den Essener Nordwesten „prinzipiell für richtig“. Wo aber könnte es gebaut werden? Die Planungsverwaltung soll bereits nach Flächen suchen. Was aber darf ein neues Bad kosten? Und lassen sich unterm Strich Betriebskosten einsparen? Diese Fragen gilt es gegenüber dem Regierungspräsidenten überzeugend zu beantworten.
25-Meter-Becken
Ruwa Dellwig kämpft derweil für „Hesse“ - mit dem Vorschlag, die Wasserfläche von 3200 Quadratmeter auf 600 Quadratmeter zu verkleinern durch ein neues 25-Meter-Becken nebst Wasserspielplatz. Aus dem alten 50-Meter-Becken würde ein Beachvolleyballplatz. Die Kosten beziffert der Betreiber auf 3,5 Millionen Euro, von denen der Rat der Stadt ja bereits 1,5 Millionen für den Ausbau des Sport- und Gesundheitszentrums bereits bewilligt habe. Die SPD findet eine solche „kleine Lösung“ charmant. Kein Wunder, würde sie doch ihr Wahlversprechen halten. Sicher ist: In diesem Sommer geht es in jedem Fall weiter im Dellwiger Freibad. Die Stadt könnte den Pachtvertrag frühestens zum 30. September kündigen.
12:29
Ist die SPD bei Hesse geanauso verlogen wie bei der Oase?
16:16
Liebe WAZ die Idee mit der abgespeckten Version ist nicht neu sondern entspricht genau dem was die CDU im Kommunalwahlkampf gesagt hat. Soweit so gut, jetzt die ganze Sache als neue Idee zu präsentieren und die zu sagen, dass die SPD die Idee nicht schlecht findet ist schon erstaunlich. Das hätte die SPD auch schon vor der Kommunalwahl haben können.
Liebe Dellwiger jetzt mal ehrlich für knapp drei Monate im Jahr unbedingt ein Freibad zu erhalten und damit einen Investionsstau für Essen zu sorgen ist schon einwenig viel.
Vor dem Kombibad kann sich in den nächsten Jahren sowie keiner mehr verschließen. Aber wenn die Hesse befürworter so weitermachen wird es auch das nicht geben, da die Erhaltung der beiden anderen Bäder soviel Geld verschlingt ist für ein neues Bad kein Geld mehr da. Manchmal muss man was schließen um was neues zu bauen so ist es leider auch mit Hesse und kurz oder lang mit dem Borbecker Hallenbad.
13:24
Liebe Dellwiger. Ihr tut mir wirklich leid.
Hesse ist wohl nicht mehr zu retten.
Ihr habt Euch von H. Görz und der SPD für einen Lügenwahlkampf einspannen lassen und nun habt Ihr gar nichts.
Was wäre so schlimm daran gewesen Hesse familienfreundlich mit Kinderbecken, etc. zu gestalten?
Die von der WAZ unseriöserweise genannte „Anti-Hesse-Koalition“ hatte doch 1,5 Mio. € zugesagt.
Niemand war damals gegen Hesse. Es wurde nur von den regionalen Schmierblättern immer so dargestellt.
Jetzt aber hat Hesse genug Gegner.
Vermutlich wird das Bad den Sommer gar nicht mehr erleben.
13:23
Macht Hesse einfach zu und nach zwei Wochen interessiert das Thema und Bad eh keinen mehr.
12:31
600 m² (= bessere Pfütze), macht den Laden lieber ganz dicht, bevor hier noch mehr Geld verbrannt wird.
11:47
Wir haben in Dellwig überhaupt nichts mehr wenn Hesse geschlossen werden soll . WO solln wir bitteschön Schwimmen gehn ? Solln wir vilt bei 30 grad mit dem Bus bis nach Oberhausen fahren in dieses kleine Schwimmbad das eine totale enttäuschung ist ?Hesse muss bleiben das ist einfach das einzigste Freibad in Dellwig ! Wir haben hier wirklich überhaupt nichts !!
11:36
@#5,
Öffentliche Bäder und Amortisation??? Das ist an sich schon ein Widerspruch!
Jeder Badegast in Essener Bädern wird doch jetzt schon mit 20 € bezuschusst.
15 Mio. € Neubaukosten! Woher sollen die genommen werden?
@#6,
Ausspielung der Essener Sportlandschaft durch ESPO und Verwaltung?
Skandalös ist, dass sich die SPD wider besseren Wissens um die fin. Situation der Stadt vor den Görtz-Karren hat spannen lassen.
Bevor man populistische Beschlüsse fasst sollte man sich schon über die Konsequenzen im Klaren sein.
09:29
Der Erhalt des Freibades Dellwig ist eine politische Entscheidung, die abgeshen davon, dass sie richtig ist, insbesondere durch die letzte Kommunalwahl demokratisch legitimiert wurde. Dass nun die Verwaltung und die ESPO versuchen, durch das Ausspielen der Essener Sportlandschaft untereinander dies zu topedieren um ihren heiß geliebten Masterplan zu retten, ist der eigentliche Skandal. Es wäre die Aufgabe von Politik und Verwaltung dafür zu sorgen, dass getroffene Entscheidungen umgesetzt werden. Dafür sind die einen gewählt und werden die anderen bezahlt.
19:47
Ich halte die Idee eines neuen Kombibades für sehr gut. Die zunächst höheren Investitionen werden sich schneller armortisieren, als das langfristige Reinpumpen von Geld in die maroden Bäder Hesse und Borbeck. Der neue Standort sollte möglichst zentral sein und allen Bürgern des Essener Westen/Norden entgegenkommen, da diese Region durch Wegfall von Oase und Freibad West schon arg gelitten hat.
08:36
Zu Nr. 3 .: Ich denke auch und erkenne auch , dass langsam aus vielen Rohren geschossen wird . Selbstverständlich und berechtigterweise sind viele umliegende Vereine verärgert , da es bei ihnen nicht weitergeht . RWE-Stadion und Hesse stinken im Keim zum Himmel - bin übrigens Hesse-Schwimmer !
Mit sportlichem Gruß