SPD Essen bekommt für Abkehr von A52-Lückenschluss Lob und Kritik
31.01.2011 | 20:25 Uhr 2011-01-31T20:25:00+0100
Essen. Das wohl bevorstehende Nein der SPD zum A52-Lückenschluss stößt in der Essener Politik auf ein geteiltes Echo: Die CDU bedauert die "Abkehr von innerstädtischer Entlastung". Die Linke jubelt - erwartet aber Druck auf die Sozialdemokraten.
Die absehbare Kehrtwende der Sozialdemokraten in Sachen A52 und Ruhrallee stößt in der Politik auf ein unterschiedliches Echo. Für die CDU ist klar: „Wenn die SPD sich von der Durchstreckung der A52 verabschiedet, verabschiedet sie sich auch von der Entlastung der innerstädtischen Verkehre, die alle Gutachter dieser Maßnahme bescheinigen.“ Und wenn auf der anderen Seite OB Reinhard Paß betone, dass das Projekt „aus verkehrlicher Sicht dringend geboten“ sei, zeige dies, „dass die Kluft zwischen der SPD in Essen und dem SPD-OB immer größer wird“.
Große Freude löst der SPD-Schwenk dagegen bei den Linken aus, die nun „eine Mehrheit für eine fortschrittliche Verkehrspolitik“ sehen – ohne A52-Lückenschluss: „Wenn wir das Geld, das für den Autobahnausbau eingeplant war, heute für den öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung hätten, könnten wir die meisten Verkehrsprobleme schnell lösen“, so Sprecherin Birgit Petereit. Die SPD werde sich harte Kritik von der Autobahn-Lobby anhören müssen, „aber wir sind zuversichtlich, dass sie nach diesem langen Diskussionsprozess jetzt auch standhaft bleibt“.
Aufmunternde Worte kommen auch von der „Bürgerinitiative gegen den Weiterbau der A52“: Die Sozialdemokraten, so Sprecher Dieter Zimek, zeigten „Mut zu alternativen Planungsansätzen“. Der Plan des Landesbetriebs Straßen NRW, das Nadelöhr am Autobahndreieck Essen-Ost zu weiten, entspreche lange gehegten Plänen der Initiative. Der dafür genutzte Begriff des „Vorab-Umbaus“ beweise aber, „dass noch nicht alle beteiligten Institutionen an ein Ende der A52-Diskussion glauben wollen“.
23:29
Ich glaub es nicht. Wodurch ist denn ihr Geschwafel auch nur ansatzweise gedeckt?
Wo sind denn die Leute hingezogen als die A40 und anschließend die A52 quer durch Essen gebaut wurde?
Damals gab es nicht den Bruchteil der heutigen Auflagen, trotzdem wohnen die Leute noch längs der Autobahn - und auch um deren Entlastung geht es. Wo ist denn da ein Ghetto?
Ebenso geht es um die Entlastung der Anwohner der Umgehungstraßen über die sich die Autofahrer gezwungenermaßer quer durch die Stadt Essen im Dauerstau bewegen, weil die A52 willkürlich unterbrochen und nicht zuende gebaut wurde. Könnte der Verkehr vernünftig fließen, brauchte es auch keine Umweltzonen.
Hier zählt offenbar wirklich das ICH. Nämlich das St.Florians Prinzip nach dem Motto, sollen die doch herfahren wo sie wollen - nur nicht bei mir.
Da können die Argumente noch so haarstreubend, um nicht zu sagen bescheuert sein...
19:04
14.000 Autos täglich weniger auf der A40, dafür die dreifache Menge und mehr auf der neuen Transitautobahn. Umwelt, Klima - Begriffe die nicht mehr zählen? Zählt nur noch das ICH? Beim Bau der A52 durch den Norden ziehen die, die es sich leisten können südlich der A40 oder ganz weg. Ganze Siedlungen entlang der Trasse würden zu einer Ghettosierung, mit all seinen Auswirkungen führen. Industrie, Krach, Dreck und brachliegende Flächen nördlich der A40 - (gehobene) Wohngebiete südlich der A40? Ist es das, was die Stadt Essen will? Herr Hilser, bleiben Sie standhaft und überzeugen Sie mit Argumenten (es gibt genügend) für ein NEIN. Dann sollte im Rat die richtige Entscheidung beschlossen werden und die kann nur N E I N heißen.
17:02
Scheinbar ist schon fast zu viel analysiert worden anstatt sich tatsächlich mit der Materie ausienander zusetzen und eine korrekte Kosten-/Nutzenanalyse inkl. der Gewichtung und Relevanz der PRO und CONTRA Argumente durchzuführen.
Anhand einer solchen Analyse gibt es ein Ergebnis, dass da heißt bauen oder NICHT BAUEN.
Dieses ewige Hin und Her, auch in anderen Bereichen, bringt keinem was, weder dem ÖPNV noch dem Transitverkehr etc.
18:59
#31 von joergel
Das sehe ich genauso! Den Sozis geht es schon lange nicht mehr um die Sache, sonder nur um die Macht! Lesen sie doch einfach in den Programmen der lokal SPD zu diesem Thema nach, was da pro A52 geschrieben wurde! Das sieht man übrigens zur Zeit bei der SPD in allen anderen Bereichen auch!
16:30
Ich glaube nach mehr als 30 Jahren ist genug ausgearbeitet und analysiert worden. Die Gegner und Befürworter haben inzwischen festgefahrene Meinungen, die sich kaum erschüttern lassen. Obwohl das Problem in all den Jahren ständig größer wurde.
Nur die Essener-SPD hat sich wieder mal umorientiert und ist jetzt gegen den Ausbau. Wobei ich glaube, dass da handfeste machtpolitische Interessen im Vordergrund stehen. Offenbar rei(t)zt es die Genossen einen Keil in das Bündnis von CDU, Grüne und Gedöns, wie sich Hilser auszudrücken beliebte, zu treiben.
In der Hoffnung die Grünen mit Pseudoumweltpolitik wieder zur SPD hin zu führen. Da kann man seine Meinung schon mal um 180 Grad drehen. Nach dem Motto, was interessieren mich meine Wähler von gestern, wenn sich mehr Macht mit der anderen Klientel erreichen läßt...
09:56
Doch kann er!
Zumal die meisten Lokalpolitiker nicht mit dem sog. Stau belastet sind.
Das Problem in der ganzen Diskussion sind in erster Linie die festeingefahrenen Seiten von Gegnern als auch Befürwortern, wobei ich den Eindruck habe, dass die Gegner mit deutlich mehr Ausarbeitungen, Analysen und Statistiken aufwarten um Ihre Argumente zu unterstreichen als die Befürworter.
Nur bei einer oberflächlichen Betrachtung, ohne eine genaue Analyse gemacht zu haben, würde ich vermuten, dass mehr Argumente gegen den Tunnel und die A52 sprechen als dafür.
Das Problem an dem alle vorbei diskutieren, wobei ich den Eindruck habe, dass dies eher bei den Befürwortern passiert, ist, dass anscheinend noch keiner eine vollständige Analyse und PRO/CONTRA-Aufstellung gemacht hat um sich seine Meinung zu bilden.
Erst wenn man ALLE Argumente PRO und CONTRA gegenüber stellt, sollte man sich seine endgültige Meinung bilden und entscheiden ob man dafür oder dagegen ist.
Eine Priorisierung der Argumente ist natürlich auch gestattet, da man eigene Befindlichkeiten auf keiner der Seiten ausschliessen kann.
Erst wenn dies geschehen ist freue ich mich auf die zahlreichen Ausarbeitungen, Analysen etc. der Befürworter
14:00
#28 von joergel
Sie sind aber gut im Thema! Genau so ist es!
Es kan doch nicht angehen, dass auf Dauer die A52 aus Düsseldorf und aus Gladbeck kommend, an den Stadtgrenzen von Essen enden sollen! Das Gleiche gilt für die A44 aus Velbert komment, in Heisingen enden soll und an der Stadtgrenze zu Bochum wieder weitergeführt werden soll! Das kann der Hilser doch nicht mit uns machen!
19:47
@incrediblehans
Meines Wissens war von Anfang an geplant die A52 bis nach Gladbeck durchzustrecken. Endet doch dort schon seit Jahrzehnten neben der B224 das Anschlußstück der A52 im Nichts, während die A52 von hier aus weiter bis zur A43 führt und bei Haltern endet. Nur aus Kostengründen wurde damals zunächst bis zur A40 gebaut und hier die A52 auch nur provisorisch angebunden.
Damals hat natürlich niemand damit gerechnet, dass dieser Weiterbau durch jahrelanges politisches Hick-Hack und BI auf Dauer verhindert wird. Das diesen Leuten egal ist, dass sich der Verkehr einer Autobahn die mitten in Essen unterbrochen ist, andere Wege über innerstädtische Straßen sucht - und das ein Provisorium, das eine dreispurige Autobahn auf eine Spur reduziert, um auf einer bereits überlasteten A40 zu enden, auf Jahrzehnte Bestand haben wird...
15:47
Hallo Joergel,
der Spruch sollte sich auch nicht auf den ursprünglichen Bau beziehen, sondern auf die jetzigen Diskussionen und das ewige Hin und Her für und/oder gegen den Weiter-/Ausbau.
Ja, ich gebe Ihnen Recht in mancher Hinsicht sind die ewigen wir fordern oder wir machen-Aussgane nervig, wenn sich über Jahre hinweg nichts tut - Vielleicht war die Mobilität Werk Stadt der BI ja mal ein Anfang konkreter zuwerden und es tut sich doch noch was im ÖPNV, ob ich das innerhalb der restlichen 27Jahre, die ich noch arbeiten muss und evtl. weiterhin in Düsseldorf verbringe noch erlebe? Ich befürchte fast - NEIN!
Mit ein bisschen mehr Mut, hätte man 1975 als Herr Katzor und Co den Weiterbau der A52 beschlossen haben, die ganze Geschichte durchziehen sollen, dann hätten wir jetzt das ganze Geknatsche und Gejammer nicht - aus welcher Richtung auch immer!!!!
14:24
@incrediblehans
Wer A sagt muss nicht B sagen, sondern kann auch erkennen, das A falsch war!
Schöner Spruch, nur paßt er überhaupt nicht. Denn in letzter Konsequenz müßten sowohl A 40, wie auch A 52 zurückgebaut werden auf den ursprünglichen Zustand. Demnach lassen wir also den Verkehr wieder allein über die B224 und auf der zur B1 zurückgebauten A40 fahren, weil der Ausbau falsch war?
Bert Brecht hat sicherlich nicht gemeint, das ein Zustand für alle Zeit festgeschrieben wird, der für die Betroffenen, in diesem Fall Anlieger von Autobahnen und Umgehungsstraßen, sowie deren Nutzer unerträglich ist. Er meinte bestimmt nicht, man hat sich mit dem Falschen abzufinden wie es die BI will, sondern soll die daraus entstandenen Probleme lösen. Nur ist bisher nichts von der BI und schon gar nicht von der SPD zur Lösung beigetragen worden.
Fordern den Nahverkehr auszubauen ist einfach, speziell die SPD hat und hatte dazu die Macht. Schließlich haben sie die letzten 44 Jahre, mit 5 Jahren Unterbrechung, in NRW das Sagen gehabt. Nur passiert ist nichts.
Stattdessen verstopfen die morgentlichen und abendlichen Staus ganz Essen. Die meisten wollen sich damit eben nicht abfinden. Auch wenn die SPD wieder populistisch auf den Zug der Verhinderer aufspringt - und weiterhin bei der Lösung der Probleme die sie selbst geschaffen haben versagt...