Spaziergänge der besonderen Art

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Ein bisschen Nervosität ist ihm anzumerken, aber die Generalprobe am gestrigen Donnerstag verlief planmäßig. Alles leuchtet und strahlt genau so, wie es sich der Künstler Wolfgang Flammersfeld vorgestellt hat. Das Parkleuchten 2015 im Grugapark kann kommen - und ist ab heute mit Einbruch der Dunkelheit offiziell eröffnet.

Zehn Tage haben die Vorbereitungen in Anspruch genommen, damit sich der Park wieder in ein buntes Lichtermeer verwandelt. Fünf Wochen lang lassen sich nun wieder Abendspaziergänge der ganz besonderen Art durch Essens grüne Lunge unternehmen.

Zehn Kilometer Kabel verlegt

Knapp zehn Kilometer Kabel und Tausende Lämpchen und LEDs haben die beiden Organisatoren Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif fürs Parkleuchten in den Grugapark befördert und akribisch installiert. Und das nicht zum ersten Mal, denn das Event geht bereits in die sechste Runde. Dabei stellt der 70 Hektar große Park immer eine ganz besondere Herausforderung für Künstler Flammersfeld dar: „Die Gruga ist die größte Fläche, die wir bespielen. Aber es gibt hier viele dankbare Ecken, die sich ausgesprochen schön gestalten lassen“, so Flammersfeld, der mit seinen Installationen regelmäßig auch in anderen Städten zu Gast ist.

Für das diesjährige Parkleuchten hat sich der Künstler aus Unna rund 30 verschiedene Szenen einfallen lassen, die sich durch die gesamte Gruga ziehen. Da wären unter anderem illuminierte Piranha-Tafeln am Lindenrondell, ein Lichtschlauchschloss in der Nähe des Haupteingangs, das meterhohe Objekt namens „Chaos“ an der Orangerie, „geordnetes Chaos“ an der Dahlienarena oder einige kleine Installationen am Margarethensee. Mit überdimensional-großen, leuchtenden Schneeglöckchen, Tulpen oder Schmetterlingen nahe der Orangerie wollen die Organisatoren sogar schon ein bisschen Frühling in den Park bringen. Untermalt werden die einzelnen Szenen von „entspannter Musik“, erzählt der Künstler und: „Alle Lichtinstallationen sind komplett neu.“ Mit einer Ausnahme: Das „Hydroschild“ (eine Projektion auf einer Wasserfontäne) dürften die Besucher noch aus dem letzten Jahr kennen.

2014 waren es übrigens knapp 70 000 Besucher, die sich das Spektakel angeschaut haben. „Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die Veranstaltung im Jahr 2010 mit ganz wenigen Besuchern anfing und damals eigentlich nur ein zweiwöchiger Versuch war“, erinnert sich Grün und Gruga-Sprecher Eckhard Spengler. Nur wenige Jahre später haben sich dann schon regelmäßig zum Einbruch der Dunkelheit Schlangen vor den Eingängen gebildet.