Spatenstich am Straßenstrich
31.01.2009 | 23:08 Uhr 2009-01-31T23:08:00+0100
Essen. Die Stadt hat damit begonnen, den Kirmesplatz in Nordviertel für den Straßenstrich umzubauen. Heimlich, still und leise. Sorgen bereiten vor allem die mitziehenden osteuropäischen Frauen.
Zu diesem ersten Spatenstich hielten Honoratioren keine Reden. Auch zur Eröffnung Mitte März wird der Oberbürgermeister nach kein symbolisches Band durchschneiden. Heimlich, still und leise baut die Stadt den Kirmesplatz zum Straßenstrich um. Hierhin sollen die drogenkranken Prostituierten und der so genannte Hausfrauenstrich umziehen. Mitziehen werden auch die osteuropäischen Frauen. Und das macht Bauchgrimmen.
Die Bezirksregierung Düsseldorf wartet auf das Signal aus Essen: Wir sind fertig mit dem Umbau. Dann wird sie die in jedem Wortsinn sperrige Sperrbezirksverordnung in Kraft setzen, mit der die Prostitution an den bisherigen Standorten Pferdebahn, Helenenstraße und Bottroper Straße verboten wird. „Das Vorgehen ist mit der Bezirksregierung abgestimmt”, sagt Harmut Peltz, Beauftragter des Sozialdezernenten Peter Renzel. Parallel dazu wird die Stadt vor Ort und über die Hilfsorganisationen mit Flyern über die neue Rechtslage aufklären und über den neuen Standort informieren.
Anders als zum Beispiel in Köln werden auch die Wohnwagen-Prostituierten feste Plätze finden auf dem Kirmesplatz. Das ist Ausdruck des Bemühens, die Prostitution wirklich an der Gladbecker Straße zu konzentrieren. „Wir wollen alle Voraussetzungen dafür schaffen, dass Freier und Frauen hier alles finden, was sie brauchen”, sagt Peltz - Kunden-WC ebenso inklusive wie Verrichtungsboxen für motorisierte Kunden, Fußgänger - und Radfahrer.
Allerdings gehen Hilfsorganisationen nicht davon aus, den Strich am Kirmesplatz wirklich bündeln zu können, und sagen einen Verrichtungs-Verkehr in die auch jetzt schon genutzten dunklen Ecken voraus. Kritiker warnen zudem vor einem Verdrängungswettbewerb. Es ist längst aktenkundig, dass viele osteuropäische Frauen unter Zwang ihrer Zuhälter auf dem Strich anschaffen. Sollte diese Gruppe Druck ausüben auf die Konkurrenz am Kirmesplatz, wollen Polizei und Stadt eingreifen. Den Osteuropa-Strich grundsätzlich fernhalten wollen sie nicht, sagen die Polizeisprecher Lars Lindemann und Tanja Horn: „Unser Ansatz ist pragmatisch. Der Standort ist politisch gewollt und auch aus unserer Sicht geeignet. Niemand ist so naiv zu glauben, Menschenhandel am Straßenstrich sei etwas Neues.”
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Diskussion: DerWesten.de/forum-e
14:41
Ich war gerade in barcelona. Da ist der Straßenstrich mitten im Touristenzentrum und da kann man als unbeteiligter Mann erleben, was sexuelle Belästigung ist.
Vielleicht niht schlecht, wenn es etwas geordneter zugeht, aber ist es wirklich Aufgabe der Stadt, so viel Geld dafür auszugeben?
Woanders gibt es doch auch Bordelle oder Wohnmobile.
Das Rotlichtviertel in Duisburg hat sich in den letzten zwei Jahren um mindestens 400% vergrößert, allerdings von privaten Investoren finanziert. Die Stadt hat nur Grundstücke verkaut, da hat die stadt sogar noch Geld verdient.. Duisburg boomt in dieser Hinsicht und die vielen Kennzeichen von Auswärts belegen, dass die Vulkanstraße nicht nur ein Nahversorger ist, sondern das, was es immer sein wollte: Das Oberzentrum für den Niederrhein und das westliche Ruhrgebiet - also zumindest was das horizontale Gewerbe betrift.
07:19
Ein paar Tatsachen:
Nicht wenige Männer mit Kindersitzen im Auto fahren gerne zum Druckablassen (soll man diese Familienväter zuhause befragen, ob sie den Popp-Platz annehmen werden?). Wie soll Hygiene aussehen (1-Euro-Kraft mit Sagrotantüchlein wartet in der Verrichtungsbox nehmen dem Auto auf ihren Einsatz?). Für viele Männer ist es ein Kick, im Freien Sex zu haben (und dabei möglicherweise beobachtet zu werden). Manche Frauen holen sich doch auch gerne einen Callboy ins Haus, während der Gatte z.B. in seiner Anwaltskanzlei den Popo seiner Schreibkraft abtätschelt. Sex regiert die Welt, und wenn es nicht so wäre, dann wäre die Menschheit längst ausgestorben. Empörung kommt meistens nur von Neidern, bei denen es im Lendenbereich sehr beschaulich geworden ist...
13:59
Vielleicht sollten die Herren der Stadtplanung Baucontainer hochstapeln. Ich denke so an 10 Stck. in die Höhe. Die oberen Boxen für die Jungbullen unten die Seniorenbullen. Spart Platz und passt besser zur Skyline von New York Essen.
Ausserdem wird das Wort horizontales Gewerbe etwas abgemillert, oder?
10:08
Viel Geld für Nix könnte man sagen denn viele oder die meisten der Drogensüchtigen Dirnen wie auch die Frauen aus Osteuropa wollen möglichst anonym und unerkannt ihren Geschäften nachgehen. Manch ein Freier möchte vielleicht auch keine städtisch verordnete Verrichtungsanlaufstelle anfahren. So wird sich das horizontale Gewerbe mit sicherheit neue Standorte suchen.
06:40
die politiker die das befürwortet haben ...
fahren abends mit ner perücke dahin und wollen ne nummer für lau haben...
02:16
@23: steht doch schon weiter oben -- so ne Art Melkmaschine oder Entsafter ... :-)) ...
01:53
Was ist eine Verrichtungsbox?
Wo kann ich mir die mal ansehen?
00:37
Ist auch eminent wichtig dieses Thema in der Gazette wieder hochzukochen,damit der potentielle Freier auch weiß wo er künftig hinmuss.
Hoffentlich stellt die Stadt auch Politessen ab die die Nummern zählen und zuordnen,damit auch korrekt Steuern abgeführt werden die dieses ungeheuer wichtige Projekt finanzieren können.
Hoffentlich üben die dann keine Nebentätigkeit aus.
21:43
Jetzt kommt aber mal wieder runter.
Paris ist die Metropole der Prostitution. Macht aus Essen kein Riesenbordell. Kultur ist wenne nee Currywurst mit Pommes Rot-Weiß anschließend kriegs...aber nur im Sommer.
Also hopp
20:24
Ist doch eine logistische Meisterleistung, die die Stadt Essen betreibt! So kann die Syphilis, der Tripper und die anderen Geschlechtskrankheiten von einem zentralen Lager vertrieben werden. Außerdem spart die Polizei Geld ein, da sie nun nicht mehr mit ihren Dienstwagen herumfahren müssen um den Straßenstrich zu kontrollieren, weil sie nun eine provisorische Polizeistation dort einrichten können und nicht mehr die Gegenden abfahren muß.
Was die Steuern angeht....einfach beim Finanzamt anrufen und denen sagen, Prostituierte X in dem Zuchtstall Y zahlt glaube ich keine Steuern. Schließlich muß das Finanzamt jedem Verdacht nachgehen.
Ich frage mich auch gerade was wohl passiert, wenn ein Zuhälter Insolvenz anmeldet. Bekommt er dann auch etwas vom Konkunkturprogramm?