Sparkasse macht das geschlachtete Sparschwein gebührenpflichtig

Ab 1. Januar zahlen auch Kunden der Sparkasse Gebühren, wenn sie Münzen zu ihrer Bank bringen. Die Abgabe von bis zu 50 Münzen soll jedoch weiter kostenlos bleiben, erklärte die Sparkasse. Auch jährlich am Weltspartag können Kunden den Inhalt ihres Sparschweins gebührenfrei zur Sparkasse bringen, heißt es.

Das Geldinstitut reagiert damit auf eine verschärfte EU-Richtlinie zur Annahme von Münzgeld. „Wir müssen die Echtheit des Geldes sicherstellen“, sagt Sparkassen-Sprecher Volker Schleede. Außerdem müssen die Münzen auf ihre „Umlauffähigkeit“, sprich: auf Beschädigungen, überprüft werden. Die zusätzlichen Kosten dafür legt die Sparkasse nun auf ihre Kunden um. Schleede kritisiert die neuen EU-Auflagen: „Die Europäische Zentralbank lagert die Aufgaben und Kosten an uns und somit an die Kunden aus.“

Die Folge der neuen EU-Verordnung: Die Sparkasse baut ihren Münz-Einzahlautomaten in der Hauptstelle am III. Hagen ab. Ab 1. Januar müssen Kunden, die Münzen auf ihr Konto einzahlen wollen, das Geld in einen Beutel, einen so genannten „Safe-Bag“, schütten. Ein Dienstleister wird anschließend die Prüfung des Geldes für die Sparkasse übernehmen. Wenige Tage später soll der Betrag auf dem Konto des Kunden gutgeschrieben sein. Für den „Safe-Bag“, in den maximal 1700 Münzen passen, erhebt die Sparkasse dann fünf Euro Gebühren.

Pro Jahr geben die Sparkassen-Kunden 70 bis 75 Millionen Münzen bei der Bank ab. Der jetzige Münzautomat ist laut Schleede für die neuen Vorschriften jedoch nicht mehr brauchbar. Der Kauf eines neuen Automaten plus Umbaukosten hätte die Sparkasse einen höheren sechsstelligen Betrag gekostet. Zudem hätte sie zusätzliches Personal zur Prüfung der Münzen einsetzen müssen. „Wir haben uns deshalb entschlossen, die Aufgabe an einen Dienstleister zu vergeben“, so Schleede.

Daneben werden bei der Sparkasse auch die Gebühren für die Abgabe und Annahme von Hartgeld-Rollen steigen. Pro Rolle werden statt bislang 20 im neuen Jahr 30 Cent fällig. Das dürfte vor allem Geschäftsleute treffen.

Die Abgabe von Münzen kostet aber nicht nur bei der Sparkasse künftig Geld. Andere Banken erheben von ihren Kunden bereits Gebühren dafür. In Essen liegen die Kosten dafür je nach Geldinstitut zwischen fünf und zehn Euro.

Die neue EU-Verordnung ist nicht unumstritten. Vor allem stellt sich die Frage, ob die EU mit den berühmten Kanonen auf Spatzen schießt. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland gerade einmal 52 000 nachgemachte Münzen aus dem Verkehr gezogen. Das am häufigsten gefälschte Geldstück ist die Zwei-Euro-Münze.