Spagat zwischen Mensch und Maschine

Rhythmisch hämmernde elektronische Musik füllt den Raum, in dem sich Eloisa Mirabassi roboterhaft bewegt. Erst scannt sie google-mäßig das Publikum, dann schreitet sie abgehackt, fast hölzern durch den Raum. Ein paar Sequenzen später gleitet die Tänzerin zur klassischen Musik elegant über das Parkett und lässt dabei ihren Gefühlen freien Lauf. Mensch und Maschine – das sind die beiden Pole in der getanzten Solo-Inszenierung „Be-Two“, die Eloisa Mirabassi gemeinsam mit ihrem Mann Florian Streier erarbeitet hat.

„Ich zeige beim Tanzen meine Zukunftsvisionen“, sagt sie; ein Thema. das die dreifache Mutter seit langem beschäftigt. „Die maschinelle und die biologische Welt nähern sich einander mit erstaunlicher Geschwindigkeit, Computer lernen denken, erzeugen Gefühle und ahmen sie nach. Die Grenzen verschwimmen allmählich.“ Doch welchen Platz haben Gefühle in einer hoch technisierten Welt? Und werden wir uns der Technik unterordnen? Das sind Fragen, die Mirabassi in elf Szenen beantworten will. Unterstützt von Florian Streier (Familie Staub), der in zwei Szenen eigene Texte singt und liest, zeigt sie den fließenden Übergang zwischen Mensch und Maschine, ohne letztere zu verteufeln. „Es wäre ja total absurd, sich der Technik zu verweigern Wir sollten sie uns zunutze machen, um mehr Zeit für Wissenserwerb, Kreativität und Beziehungen zu haben. Ich bin eigentlich überzeugt, dass es uns gelingt“, so ihre optimistische Vorhersage. Also erwartet die Besucher der Rü-Bühne am Sonntag, 21. Juni, um 20 Uhr kein politisches oder kritisches Tanz-Statement, sondern eine positive Performance.