Sorgenkind Fahranfänger Verkehrsstatistik 07
25.02.2008 | 21:16 Uhr 2008-02-25T21:16:32+0100Die beiden jungen Verkehrstoten von Heidhausen unterstreichen einen dramatischen Trend in der Verkehrsunfall-Statistik der Polizei. Erfreulicher Rückgang bei der Zahl der verunglückten Kinder
Der schreckliche Unfall vom Sonntagmorgen, bei dem eine 19-jährige Autofahrerin und ein 20-jähriger Beifahrer auf der Honnschaftenstraße in Heidhausen ums Leben kamen (WAZ berichtete), überschattete die Verkehrsunfallbilanz der Polizei. "Er beeinflusst die Statistik 2007 nicht, er zeigt aber, wo das Problem liegt", erklärte Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr, ohne den Ermittlungen vorgreifen zu wollen.
Fakt ist, dass in Essen im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 3,4 Prozent gestiegen ist, die Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) sogar um 11,2 Prozent nach oben ging. Einen ähnlich hohen Anstieg (11,9 %) registrierte die Verkehrsdirektion der Polizei bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinwirkung. Ob bei dem Unfall am Sonntag das häufig verharmloste Delikt "Trunkenheit am Steuer" eine Rolle spielte, wird erst durch eine Obduktion der Leichen geklärt werden können. "Bei den meisten Unfällen mit Personenschäden 2007 war Alkohol mit im Spiel", so Polizeidirektor Burkhard Kowitz.
Dabei konnte der frühere Mülheimer Polizeichef, der seit der Behörden-Ehe mit Essen die Verkehrsdirektion leitet, durchaus auch auf erfreuliche Entwicklungen verweisen. Die Zahl der Verkehrstoten (8) hat sich gegenüber 2006 (15) nahezu halbiert, unter den Opfern war nicht ein einziges Kind. "Eines unserer obersten Ziele ist die Senkung der Zahl der Kinderunfälle", sagte Kowitz und zeigte sich mehr als irritiert über die Sorglosigkeit, mit der viele Eltern während der Autofahrt ihren Nachwuchs behandelten. Statistisch sei jedes zehnte Kind nicht angegurtet oder durch ein richtiges Rückhaltesystem gesichert. "Ich weiß nicht, warum die das Leben ihrer Kinder riskieren", fragte sich der Polizeidirektor.
Immerhin, so Kowitz, hätten die verstärkte Aufklärungsarbeit sowie die in Kooperation mit der Stadt durchgeführten Schwerpunktkontrollen vor Schulen und Kindergärten bewirkt, dass die Zahl der verunglückten Kinder um 16,3 Prozent zurückgegangen sei, die Zahl der Schulwegunfälle gar um ein Drittel. Weiter verbessert werden soll die Statistik u.a. durch die Einrichtung Kinderunfallkommission, die monatliche Aktionen an Unfallschwerpunkten plant. Ein solcher ist der Bereich Bockmühle, wo Schüler im fließenden Verkehr die Altendorfer Straße überqueren, um noch ihre Straßenbahn zu erreichen. "Die machen da, was sie wollen", so Hauptkommissar Dirk Wondorf.Verkehrsunfälle: 21 358 (2006: 20 963, +1,9 %) Verkehrsunfälle mit Verletzten: 1932 (1869, +3,4 %) Verkehrstote: 8 (15).
Verunglückte Kinder: 242 (289, -16,3 %) Verunglückte junge Erwachsene: 418 (376 +11,2 %) Verunglückte Senioren: 239 (240, -0,4 %) Unfälle unter Alkoholeinwirkung: 263 (235, +11,9 %) Unfallfluchten: 4296 (4208, + 2,1 %).
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