Das aktuelle Wetter Essen 9°C
Shopping

Sonntags-Einkauf wird eingedämmt

25.10.2012 | 12:09 Uhr
Sonntags-Einkauf wird eingedämmt
Beliebt: So voll war es beim verkaufsoffeneb Sonntag in der Essener Innenstadt am 11. Dezember .2011.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Die Pläne der Landesregierung, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage ab 2014 zu beschränken, freuen Kirchen und Gewerkschaften. Von Einzelhandel und Stadtteilzentren kommt Kritik.

Für die einen ist es ein Sieg der Vernunft, für die anderen purer Dirigismus: Die Landesregierung will die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage ab 2014 auf 13 pro Jahr und Stadt beschränken. „Wir freuen uns“, sagt Bistums-Sprecher Ulrich Lota. „Zuletzt unterschieden sich die Sonntage ja kaum noch von Werktagen.“

Tatsächlich gibt in diesem Jahr 20 verkaufsoffene Sonntage in Essen, für 2013 liegen 34 Anträge vor, die 22 Sonntage betreffen (sh. Grafik). „Das wird langsam inflationär“, sagt die grüne Ratsfraktionschefin Hiltrud Schmutzler-Jäger. Sie halte die geplante Beschränkung für vernünftig und plädiere dafür, die Zahl der offenen Sonntage bereits 2013 herunterzufahren. „Das muss nicht mit der Brechstange geschehen. Ich verstehe ja, dass die Geschäftsleute Planungssicherheit brauchen.“

Darum sieht der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Marc André Heistermann, der Ratsentscheidung am 28. November bang entgegen: „Allein das Centro Oberhausen öffnet 2013 an vier Sonntagen. Will Essen konkurrenzfähig bleiben, sollte es sich jetzt noch an der alten Regelung orientieren.“ In Zukunft werde es sich nicht vermeiden lassen, dass mehrere Stadtteile einen Sonntags-Termin teilen. „Da müssen sich alle Werbegemeinschaften eng abstimmen, und wir sind gern bereit, hier zu vermitteln.“

Die Stadtteilzentren treffe es nun hart, glaubt Rolf Krane von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid: „Die werden mit solchem Dirigismus zugunsten der großen Center kaputt gemacht. Auch die Kunden ärgert das, schließlich ist Shopping heute ein Familienereignis.“

Familien sei mit einem arbeitsfreien Sonntag am besten gedient, hält der DGB Essen dagegen. Und Ratsherr Dirk Kalweit (CDU) freut sich, dass der Appell von Kirchen und Gewerkschaften einen Erfolg erzielt habe. „Der Schutz des Sonntages wurde leider immer mehr dem Zeitgeist geopfert. Es ist mutig, hier wieder strenger zu reglementieren.“ Er bedauere nur, dass sich seine Partei nicht stärker für die christlichen Werte eingesetzt habe. In der CDU-Fraktion nämlich steht Kalweit mit seiner Haltung allein. Der zuständige Sprecher Matthias Hauer betont: „Die jetzige Regelung war nicht der Untergang des Abendlandes.“

Christina Wandt


Kommentare
25.10.2012
12:19
Sonntags-Einkauf wird eingedämmt
von mar.go | #1

Kaum zu glauben, daß so ein wichtiges Problem bis jetzt warten konnte.
Während man täglich von Gewalttaten gegen Kinder und alte oder gebrechliche Menschen liest, während Städte, die unter der Schuldenlast ächzen, noch eine stetig steigende Zahl von Wirtschaftsflüchtlingen aufgedrückt kriegen, während die Energiekosten ins Unermeßliche steigen, beschäftigt sich die Landesregierung schon mal damit, daß die Läden am Samstag auch ja früh genug schließen und nur nicht auch noch ständig Sonntags öffnen!

Umfrage
Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

 
Aus dem Ressort
"Der letzte Bulle" - Henning Baum ist Essener Lokalpatriot
Der letzte Bulle
Am 28. April startet die fünfte Staffel der SAT.1-Erfolgsserie „Der letzte Bulle“. Hauptdarsteller Henning Baum lebt als sozial engagierter Familienvater im Revier seiner Figur Mick Brisgau. Am 26. April können Sie Henning Baum in der Essener Lichtburg treffen: Sie müssen ihm nur eine Frage stellen.
Zwischen Werden und Kettwig durch eine Idylle wandern
100 Orte (74)
Ein Tipp für Essener Naturfreunde und alle, die die Ruhe lieben: Wer früh losgeht, kann auf dem Rad- und Wanderweg zwischen Werden und Kettwig das hier urwüchsige Flussufer fast ohne Ausflugsdruck erleben. Wer einkehren möchte: Das Lokal „Zwölf Apostel“ hat einen idyllischen Biergarten.
Die Ruhr in Werden und Kettwig
Bildgalerie
100 Orte in Essen
Ein Ausflug, der sich lohnt: Entlang der Ruhr zwischen Essen-Werden und Essen-Kettwig gibt es viel zu entdecken.
Straußenfarm in Essen landet Volltreffer mit XXL-Ostereiern
Ostern
Auf dem Rutherhof in Schuir sorgen Strauße für die Frühstückseier. Längst haben sich die besonderen Hingucker zum Osterfest herumgesprochen. Schließlich sind die Rieseneier recht ergiebig: Ihr Inhalt entspricht etwa 25 bis 30 Hühnereiern. Dafür dauert es auch gut 90 Minuten, bis es hart gekocht ist.
Die Südtiroler Stuben – das Ausflugslokal am Baldeneysee
Gastrokritik
Die Südtiroler Stuben sind das Ausflugslokal am Nordufer des Baldeneysees.