Sommer in der Stadt

Kaum zu glauben, dass dieses Bild in Essen entstanden ist. Am Seaside Beach waren am Freitagnachmittag bereits rund 200 Liegestühle in Gebrauch. Nebenan spielten die Volleyballer der Ruhr Games.
Kaum zu glauben, dass dieses Bild in Essen entstanden ist. Am Seaside Beach waren am Freitagnachmittag bereits rund 200 Liegestühle in Gebrauch. Nebenan spielten die Volleyballer der Ruhr Games.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der erste richtig heiße Tag des Jahres sorgte für viel Betriebsamkeit bei Eisdielen und Bootsverleihern. Auch im Grugabad wurde es erstmals voll. Baumärkte bunkern bereits Grills und Blumenerde.

Essen.. Der Sommer kam mit Wucht. Satte 32 Grad Celsius zeigte das Thermometer am Freitag an, dazu ein strahlend blauer Himmel am Brückentag – was will man mehr? Klar, dass die Essener bei solchen Temperaturen ins Freie strömten, um sich beispielsweise am Baldeneysee oder im Grugapark zu entspannen.

Die Eisdielen in Rüttenscheid hatten entsprechend vorgesorgt, wie Erich Haasbach, Inhaber des Café Kemmerling versichert. „Wir merken den Wetterumschwung immer sofort. Bei 14 Grad setzen sich die Leute gleich wieder rein, weil es ihnen zu kalt ist“, berichtet Haasbach. Doch jetzt macht sich die Laufkundschaft bemerkbar. Neu im Programm ist bei Kemmerling in dieser Saison die Sorte Lakritz. Sehr gefragt sind außerdem Granatapfel und Käsekuchen mit Orange-Pfirsich. „Anfang März wurden wir etwas vom Wetter überrascht, weshalb es an dem einen Sonntag tatsächlich etwas knapp wurde. Diesmal haben wir ganz bestimmt genug Eis auf Lager.“ Vorgesorgt haben auch die Baumärkte. Allein die Bauhaus-Filiale an der Schederhof-straße bunkert momentan 300 Grills in allen Größen und Formen. „Und dabei sind wir eine vergleichsweise kleine Filiale“, berichtet der stellvertretende Betriebsleiter Aziz Saou. „Besonders beliebt sind die handlichen Grills für zehn Euro. Bei dem schönen Wetter entscheiden sich viele Leute zum spontanen Barbecue und nehmen einen Grill mit. Das gleiche gilt auch für andere Freizeit-Produkte wie Spielsand oder Blumenerde.“

Viele Fahrradfahrer besuchen den Baldeneysee

Auch die Bootsverleiher bekommen das gute Wetter deutlich zu spüren. Der Verleih im Kettwiger See öffnet eigentlich erst um 13 Uhr, aber bereits gegen 12 Uhr trudelten gestern die ersten Kunden am Promenadenweg ein. „Die Tretboote sind besonders beliebt, bei dem schönen Wetter fahren die Leute gerne auch mal eine Stunde“, so Inhaber Marcus Nöcker. „Insgesamt haben wir 20 Boote, die Nachfrage für mehr Boote wäre da, aber dafür reicht leider der Steg nicht aus.“ Obwohl das Baden entlang der Ruhr (und übrigens auch im Rhein-Herne-Kanal) verboten ist, sieht man hin und wieder trotzdem Menschen, die sich auf eigene Gefahr ins Wasser springen, um sich abzukühlen. Bei der Radstation in Kupferdreh gab es zeitweise keinen einzigen Drahtesel mehr, wie Mitarbeiter Alexander Stolzenberg berichtet. 25 Räder sind theoretisch vorhanden. „Am Donnerstag war hier auch schon sehr viel los, halt ein typischer Feiertag“, sagt Stolzenberg. Die meisten Radler fahren zum nahe gelegenen Baldeneysee, einige auch bis nach Velbert oder ins Hespertal.

Am Seaside Beach waren am Nachmittag mehr als 200 Liegen in Gebrauch und damit gut zwei Drittel der vorhandenen Menge. „Es kommen mehr und mehr Menschen. Da wir über insgesamt 65.000 qm verfügen, kann ich leider nicht genau sagen, wie viele Gäste gerade da sind“ erklärte die Auszubildende Antonia Wolf am Telefon. Viel Zeit hat sie nicht, denn die Kunden warten. Voll wurde es auch erstmals im Grugabad – wenn auch noch einiges an Luft nach oben ist. „Zu Fronleichnam waren es etwa tausend Gäste, jetzt sind es rund 4000“, berichtet der stellvertretende Betriebsleiter Thomas Schulte. „Das ist aber ganz normal. Es braucht immer erst zwei, drei richtig warme Tage, bis die Massen zu uns kommen.“ Ausgelegt ist das Grugabad für bis zu 12.000 Gäste. Die Wassertemperatur lag im Sportlerbecken gestern bei 25,5 Grad.

Sonntag nur 20 Grad

Die gleiche Regel gilt auch für die Notaufnahmen in den Krankenhäusern, wie Andreas Grundmeier, Leiter der Zentralen Aufnahme im Huyssensstift erklärt. „Der erste warme Tag macht sich bei uns noch nicht so bemerkbar. Da braucht es schon drei oder vier Tage, bis die Patienten mit Kreislaufproblemen zu uns kommen. Gefährlicher sind aus unserer Sicht aber eigentlich die nicht ganz so extrem heißen Tage.“ Der Grund: An Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius bleiben gerade ältere Menschen von sich aus zu Hause. Bei mittlereren Temperaturen verschätzen sich viele. In den nächsten Tagen ist es aber schnell wieder vorbei mit der Hitze. Für heute ist sogar vereinzelt mit Schauern und Gewitter zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst meldet. Für Sonntag werden entspannte 20 Grad erwartet.