So gelingt der Familien-Urlaub auf Fahrrädern
28.02.2011 | 18:42 Uhr 2011-02-28T18:42:00+0100
Essen. Damit ein Familienurlaub auf Fahrrädern nicht in einem Desaster endet, ist eine intensive Vorbereitung wichtig. Ein längere Radtour in Verbindung mit Camping kann schnell sehr teuer werden – oder fürs Gesäß sehr unbequem.
Schon darüber nachgedacht, sich in den nächsten Ferien auf den Sattel zu schwingen? Stellen wir uns eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern vor, die einen Rad-Urlaub machen will, aber noch keine Ausrüstung besitzt. Der Urlaub soll umweltschonend sein und zusammenschweißen. Daher will die Familie auf Campingplätzen zelten. Wie teuer wird der Spaß und was muss beachtet werden?
Für 645 Euro pro Person (8 Tage) gibt es für unsere Beispiel-Familie auf dem Ostseeküsten-Radweg die Möglichkeit, im Hotel zu übernachten. Für die Kinder gibt es jeweils 15 Prozent Ermäßigung. Für vier geliehene Fahrräder inklusive Gepäcktasche müssen 200 Euro, für Elektroräder 600 Euro gezahlt werden. Mehr Infos zu Routen und Preisen unter www.mecklenburger-radtour.de. Andere Route: www.elberadweg.de
Das Fahrrad: Spätestens auf der gerade geendeten Fahrradmesse lernt man: Einfach drauf los radeln geht mal so gar nicht. Anna Jung vom Essener Fahrrad-Laden „Bergetappe“ sagt, dass am besten alle Familien-Mitglieder vermessen werden müssen – um individuelle Lösungen zu finden. Besonders der Sattel habe Einfluss auf die Stimmung bei der Fahrt. „Ein schlechter Sattel kann die Hölle sein. Bei Popos, die lange Touren nicht gewohnt sind, darf er nicht zu hart und nicht zu weich sein.“ Einen guten Sattel mit Dämpfung gibt es ab 89 Euro. Ein Touren-Rad mit Chrom-Rahmen sei empfehlenswert. „Für jeweils 1200 Euro bekommen Vater und Mutter der Familie ein wirklich gutes Fahrrad mit idealer Anpassung.“ Auch Räder für 500 Euro könnten mit Umbauten für längere Touren eingesetzt werden. Da unsere Beispiel-Familie campen möchte, braucht sie viel Stauraum. Ein mehrteiliges, wasserdichtes Taschen-Set in der Variante „Koffer-Ersatz“ kostet satte 306 Euro.
Die Bekleidung: Fußeinlagen mit einer „Winkelkorrektur im Längsgewölbe“ (30 Euro) können laut Anna Jung nicht schaden. „Aber keine Baumwolle-T-Shirts tragen. Die saugen die Feuchtigkeit auf. Besser sind Oberteile aus Polyester“, rät Barbara Lohmann vom Geschäft „Trek Bicycle Essen“. Unterziehhosen mit Sitzpolstern seien empfehlenswert (45 Euro).
Die Strecke: Mehr als 20 Kilometer täglich sollten Einsteiger nicht strampeln. Wichtig: viele, kleine Stopps machen. Der Elbe-Radweg, vom Riesengebirge bis nach Cuxhaven, biete sich zwar dank der gepflasterten Wege und flachen Verläufe an, sei „optisch aber nicht so abwechslungsreich wie der Mosel-Radweg. Der ist mit Weinbergen und Schlössern spannender“, sagt Anna Jung. Um Kunden buhlt auch Olaf Nagel vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Der Ostseeküsten-Radweg von Lübeck bis Stralsund verspreche „Strecken mit Sandstränden und Steilküsten.“
Das Zelten: Wie teuer ein Camping-Urlaub ist, lasse sich pauschal nicht festlegen, sagt Frank Herm von Stromberg Camping in Baden-Württemberg. Pro Übernachtung müsste die Beispielfamilie rund 20 Euro zahlen (inklusive Stellplatz). Also für zwei Wochen ungefähr 280 Euro.
Das Fazit: Ein Fahrrad, optimal angefertigt für den Vater mit Dackel-Beinen und ersten Hüftproblemen, ist nicht gerade günstig. Unsere Beispielfamilie müsste mindestens 4000 Euro für zwei Wochen bequemen Rad-Camping-Urlaub ausgeben. Isomatten, Camping-Geschirr, ein Werkzeug-Koffer für Pannen – all das ist damit noch nicht gekauft. So etwas rechnet sich natürlich nur, wenn die Familie die Räder nach dem Urlaub nicht verstauben lässt.
11:23
So, und wie soll jetzt der Familienurlaub auf Rädern gelingen? Mami und Papi haben Spitzenräder und Packtaschen, die Kinder laufen hinterher (wurden im weiteren Artikel wohl vergessen), und geschlafen wird unter der Brücke, aber tausende Euro sind schon weg.
Packen wir es doch mal anders an: Daß Räder in der 700 Euro-Preisklasse taugen können (meins ist jetzt 7 Jahre und viele Reisen und Alltagskilometer alt), stand jetzt hier schon. Packtaschen vermietet der ADFC, bezahlbare Trekkingausrüstung hat McTrek. Wer sicher dabei bleiben will, darf schon in gute Ausrüstung investieren, dann geht im ersten Jahr auch wirklich Geld weg, das ist aber auf ca. 5-10 Jahre Amortisation gerechnet. Alles geht aber auch auf Budget, oder mit geborgter Ausrüstung zum mal Ausprobieren.
20-km-Etappen sind z. B. dann nicht hanebüchen, wenn man selbst überhaupt keine Radfahrerfahrung aufweist, oder die Kinder erst 6 Jahre alt sind. Ansonsten ist das Doppelte locker drin (ich bleibe vorsichtig, erfahrene Radler können sich gern 60-100km aufschreiben, aber denken wir weiter an die Kinder!).
Dafür fehlt hier beim Gedanken an Reisen an Ostsee & Co. die Anreise komplett, die Bahn macht da schon mal rechte Abenteuer draus.
Eine Familien-Radreise ist eine tolle Sache, und ich würde sie jederzeit empfehlen. Wer aber noch gar nicht dran geschnuppert hat, sollte sich Ostern oder Pfingsten mal im Kalender freihalten und einfach 2-3 Tage mit dem RE an den Niederrhein fahren, dann hat mans mal erlebt und weiß schon viel mehr.
13:23
Selten einen solchen Blödsinn gelesen.
Wie bereits die Vorposter bemerkt haben, ist der angeblich benötigte Ausrüstungsstandart völlig überzogen. Im Zweifel kann es ausreichen, sich zu den durchaus für 700 € erhältlichen Treckingräder Packtaschen zu leihen.
Im vergangenen Sommer bin ich ca. 400 km in 6 Tagen mit einem solchen Rad mit komplettem Gepäck gefahren. Das Rad hatte bereits mehrere solche Touren hinter sich und ca. 5000 km auf dem Tacho. Es war kein Problem.
Artikel wie der obige sind nur geeignet, vor solchen Touren abzuschrecken, statt dazu zu ermutigen. Dies sollte das Ziel derlei Artikel sein.
12:00
Ein Chromrahmen wird wohl ein Rahmen sein, den es gar nicht gibt. Was dem Redakteur bei sorgfältiger Recherche auch aufgefallen wäre. Gemeint ist wahrscheinlich Chrom-Molybdän, also Stahl.
10:11
Ein Chromrahmen wird wohl ein Rahmen aus Chrom sein.
M.M. ist Chrom ein ziemlich weiches Material. Ob der Chromrahmen wirklich eine gute Wahl ist?
09:30
Eine Weltenbummlerausstattung für 20 km-Touren, da wirds natürlich teuer. Und was um alles in der Welt ist ein Chromrahmen?
21:36
Komische Ansichten hier. Für 20 km am Tag braucht man keine Wahnsinnsausrüstung. Und was sind Winkeleinlagen? Neue und gute Trekkingräder gibt es um 700 €, gebraucht geht aber auch. Und wer das erste Mal mit Kids losfährt, der kann sich auch Ausrüstung leihen. Muss der Mensch alles sofort in 1A-Qualität kaufen?
Und richtig gut, dank Münchhausen, Rattenfänger und Co ist der Weserradweg zwischen Hann. Münden und Minden.
20:52
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