Slavko Franjic trainert den FSV Kettwig

Nach drei Jahren ist die Ära Achim Heymanns beendet. Am Mittwoch stellte der Vorstand um den Vorsitzenden Dirk Petermann den Nachfolger vor. Slavko Franjic wird den A-Ligisten von der Ruhrtalstraße in der kommenden Saison trainieren.

Franjic ist in der Fußballszene des Ruhrgebiets wahrlich kein Unbekannter. Der 39-Jährige wurde in Hessen geboren, kam mit seinen Eltern als Kind nach Mülheim. Als Fünfjähriger begann er mit dem Kicken, spielte ein halbes Jahr bei der SG Wattenscheid 09. Weitere Stationen des Linksfußes, der im Mittelfeld zu Hause war, sind Rot-Weiß Mülheim, Rot-Weiß Oberhausen, der FC Mülheim und BW Mintard.

Ein Jahr war er Spieler und Co-Trainer bei Fortuna Bredeney, bevor er sich komplett für den Job auf der Trainerbank entschied. Steele 03/20 und TB Heißen waren seine Stationen als Coach. „Dort haben wir etwas aufgebaut. Das Team ist eine Riesentruppe. Aber dann gingen die Meinungen doch zu sehr auseinander.“ Eigentlich wollte Franjic eine Pause einlegen - bis Klaus Vogel Kontakt mit ihm aufnahm. Vogel, der den FSV Kettwig vor Achim Heymanns trainierte und sportlicher Leiter der „Roten“ ist, fragte nach, ob sich Franjic eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Ein Gespräch mit Dirk Schlenkermann, 2. Vorsitzender des FSV Kettwig, war der nächste Schritt. „Die Chemie stimmte sofort. Ich war an einem Dienstag bei ihm und bis Sonntag wollte er sich entscheiden. Doch schon am Donnerstag klingelte das Telefon, und wir bekamen seine Zusage“, sagt Schlenkermann.

Slavko Franjic, der sich selbst als positiv fußballverrückt bezeichnet, hat überzeugt, „wie der FSV Kettwig in den vergangenen Jahren nach dem erzwungenen Umbruch gearbeitet hat. Hier hat man kleine Brötchen gebacken und sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Der FSV Kettwig ist eine Vereinsfamilie, und das gefällt mir. Hier gibt es Vereinsleben im besten Sinne und ein großes Wir-Gefühl.“

Gut 21 Jahre ist das Durchschnittsalter der 1. Mannschaft, und „bei uns spielen ausschließlich Kettwiger Jungs. Auch in der kommenden Saison kommen wieder drei A-Jugendliche hoch“, sagt Dirk Petermann. Die 1. Mannschaft beendete die Saison in der Kreisliga A auf dem siebten Tabellenplatz, die Reserve landete in der Kreisliga B auf Rang fünf.

Identifikation mit Kettwig ist groß

Beeindruckt hat den neuen Trainer, „dass hier 15 Jugendmannschaften trainieren - auf Asche. Und das, obwohl mit BW Mintard und dem SC Werden-Heidhausen in direkter Nähe zwei Vereine mit Kunstrasen locken.“ Für Dirk Petermann nicht verwunderlich, denn „die Identifikation unserer Spieler mit dem Stadtteil ist hoch. 80 Prozent der Jungs aus der 1. Mannschaft haben beim FSV auch angefangen.“ Und die Sache mit dem Ascheplatz soll sich so schnell wie möglich erledigen - dazu ist der Verein auf Sponsorensuche.