Silvesterkonzert im Maschinenhaus

Mit dem Silvesterkonzert im Maschinenhaus der Zeche Carl bot das Folkwang Kammerorchester wieder einen prickelnd-beschwingten Jahresausklang in ungezwunge­ner Atmosphäre. Und bewies unter der Leitung von Desar Su­lejmani seine stilistische Vielseitigkeit auch im Bereich der leichten Muse.

Von Berlin über Südamerika nach New York ging die musikalische Reise, vom kunstvoll modernen, untanzbaren Tango Nuevo eines Astor Piazolla bis zum eingängigen Filmsong: eine gelungene Mixtur. In Wien begann’s mit dem „Pfeiflied“ von Johann Strauss, und man hörte, dass die Bratschisten nicht nur streichen, sondern auch schön flöten können. Neben den stets willkommenen Evergreens aus „My Fair Lady“ war „Tico-Tico“ ein quirlig hingelegter Hummelflug auf brasilianisch, die Serenade Nr.21 ein Ohrwurm von John Haykes, der in Japan (Werbemusik für die Eisenbahn) bekannter ist als hier.

Dem exzellenten Gesangssolisten des Abends galt die ungeteilte Sympathie des Publikums. Bariton Michael Dahmen schlüpfte in unterschiedliche Rollen, egal ob er als Zahnarzt fragte „Gretchen, wer wird so zimperlich sein?“ oder sich zu „Mr. Bojangles“ wie Sammy Davis Jr. die Fliege vom Hemd riss. Und bei aller Verehrung für Frank Sinatra machte er auch in dessen Welthits wie dem zugegebenen „My Way“ eine nicht nur stimmlich gute Figur. Der Jubel am Schluss war verdient!