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Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht

24.02.2011 | 01:48 Uhr
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
Die „Funbox Amalie“ an der Helenenstrasse ist ab sofort wegen „zu krasser Sicherheitsmängel“ geschlossen. Einrichtungsleiter Olaf Händel ist deshalb am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer vom Essener Sportbund, Wolfgang Rohrberg, entlassen worden. Foto: Oliver Müller

Essen.   Scharfe Kanten und waghalsige Konstruktionen – der Essener Sportbund (Espo) hat die Trendsport-Halle „Funbox Amalie“ geschlossen und den Einrichtungsleiter Olaf Händel entlassen. „Das war zu krass“, heißt es vom Espo.

Der Essener Sportbund (Espo) hat die Trendsport-Halle „Funbox Amalie“ in der ehemaligen Zeche an der Helenenstraße in Altendorf wegen „erheblichen Sicherheitsmängeln“ an Rampen und Halfpipes geschlossen. Der Hallen-Leiter Olaf Händel ist deshalb am Mittwoch entlassen worden.

Info
Mehr als Skaten

Die „Funbox Amalie“ ist nicht nur eine Skaterhalle, sondern war mit ihrer großen Fläche von über 2200 Quadratmetern auch bestens geeignet für Basketball-Abende, Hip-Hop- und Rock-Konzerte. Die Mitglieder vom Roll- und Eissportverein Gruga Essen (REV) können trotz der (vorübergehenden?) Schließung weiter in der Funbox trainieren, so der Sportbund.

Ob die Türen für Skateboard-, Inline- und BMX-Fahrer jemals wieder geöffnet werden, ist „völlig offen“, sagt der Betreiber der Anlage, Espo-Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg und verteidigt die Schließung der Thyssen-Krupp-Immobilie: „Ich bin mir sehr sicher, dass dort Gefahr besteht. Ich bin heilfroh, dass sich noch kein Jugendlicher verletzt hat.“

Ob und in welchem Umfang Reparaturen an den im Januar von Jugendlichen umgebauten Rampen notwendig sind, will Rohrberg nun vom TÜV prüfen lassen. Das Engagement der Jugendlichen sei „gut gemeint“ gewesen. Er sei aber nicht amüsiert gewesen, als er die Halle betrat und „scharfe Kanten“ sah – und „nicht eingebaute Schutzbleche“. „Das war zu krass. So etwas kann ich als Verantwortlicher nicht akzeptieren.“

Zuschussgeschäft: 40 000 Euro jährlich

Es deutet sich ein vorzeitiges Ende des ambitionierten Projektes an, das eine „moderne Alternative“ zu kirchlichen Jugendzentren bieten sollte. Dass Ende 2011 Schluss sein sollte, das war sehr wahrscheinlich. Nun also noch eher?

2001 gab es rund 650 000 DM Fördergelder vom Land. Trotzdem war die Funbox von Anfang an ein Zuschussgeschäft. Bis zu 40 000 Euro seien jährlich geflossen, damit die wirtschaftlich nicht rentable, aber bei Jugendlichen beliebte Halle geöffnet bleiben konnte. „Wir haben in den zehn Jahren sehr viel probiert und das beste daraus gemacht“, sagt Rohrberg und betont, dass er an der Funbox hängen würde.

„Eltern hatten an der Sicherheit nichts zu beanstanden“

Olaf Händel war schon überrascht, dass er gestern entlassen wurde. Über die Umbaumaßnahmen der Jugendlichen an den Rampen – sie sollten höher und breiter werden – hätte Wolfgang Rohrberg auch aus der Presse erfahren können.

Nachdem die Jugendlichen die Rampen veränderten, seien in der Funbox auch Kindergeburtstage gefeiert worden. „Anwesende Eltern, die ja in der Regel verständlicherweise sehr besorgt sind, hatten nichts zu beanstanden und haben sich nicht beschwert“, berichtet der entlassene Hallen-Leiter Olaf Händel.

Vertrag mit der Thyssen-Krupp Real Estate läuft Ende 2011 aus

Ihm sei auch vorgehalten worden, dass er „eher ein Jugend-Sozialarbeiter“ gewesen wäre, sagt er. „In gewisser Weise gehört das auch dazu“, so Händel. Die Sicherheitsmängel könnten nun ein Fall für die Justiz werden. Händel zumindest hat seinen Anwalt bereits eingeschaltet.

Möglicherweise ist das Zuschussgeschäft „Funbox Amalie“ dem Sportbund nur noch ein lästiger „Klotz am Bein“ gewesen. Nur noch bis Ende des Jahres läuft der Vertrag zwischen dem Sportbund und dem Eigentümer Thyssen Krupp Real Estate.

Tobias Fülbeck

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Kommentare
25.03.2011
00:17
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von wonderbear | #23

WAS FÜR EIN ARMUTSZEUGNIS

25.03.2011
00:12
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von wonderbear | #22

da fällt einem doch mal wieder gar nichts mehr zu ein, außer..man versetzt sich mal kurz in die Städter... :
gehn wir doch mal schaun..
oh, ein scharfes Blech, na endlich, jetzt haben wir endlich einen Vorwand, um das Pack loszuwerden!
Kostet ja alles eh nur Geld und bringt am Ende keine Wählerstimmen.
Ach, wenn doch alles immer so einfach wäre.
ES IST ZUM HEULEN UND AUFSCHREIEN !!! WARUM MUSS IM JUGENDBEREICH ALLES ABGEWÜRGT UND ÜBERALL SO ÜBERTRIEBEN MASSIV GESPART WERDEN ???
BITTE LASST EUCH DAS NICHT GEFALLEN !!!
MACHT UMFRAGEN UND UNTERSCHRIFTENSAMMLUNGEN VON ELTERN UND NUTZERN UND GEHT IN DIE POLITIK UND AN DIE PRESSE !!!
ES MUSS EIN ERSATZ FÜR DIE SKATEHALLEN GESCHAFFEN WERDEN !
DIE MÜSSEN RAFFEN, WIE WICHTIG SOLCHE EINRICHTUNGEN SIND; AUCH WENN SIE VERDAMMT NOCHMAL KEINEN PROFIT ABWERFEN !!!

JUGEND IST ZUKUNFT

ein Leidensgenosse aus Düsseldorf

DEVISE: Skatehallen kommen und gehen - Beton bleibt

25.02.2011
10:14
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von mwiemalte | #21

Traurig, traurig, traurig! Bin mal gespannt, was meine 7- und 4-jährigen Kindern in ein paar Jahren so an städtischen Angeboten noch vorfinden werden...

25.02.2011
09:31
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von mayo3 | #20

NoFunohneBox- das nächste Kapitel im Buch der Grausamkeiten: Da weder ESPO noch Stadt noch Sponsoren sich in der Lage sahen, dringend notwendige Investitionen in der ohnehin nur rudimentär erhaltenen Fun Box zu tätigen, entschlossen sich die jugendlichen Nutzer im Dezember 2010 selbst(!) dazu, ihre in Wettbewerben gewonnnen Preisgelder einzubringen. Die Lokalpresse berichtete umfangreich und plakativ, nur der ESPO als Betreiber bekommt von alldem anscheinend nicht die Bohne mit.
Zwei Monate danach wird gehandelt- dann aber richtig: Schließung der Halle und Kündigung des hauptverantwortlichen Mitarbeiters. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“. Oder: Knieschuss vor Hintergrund der ohnehin beabsichtigten Schließungsdebatte. Man darf sich getrost fragen, warum die ach so Verantwortlichen des ESPO während der „Umbauphase“ offenbar nicht auf den Gedanken kamen, einer erforderlichen Aufsichtskontrolle nachzukommen. Die überließ man dann doch lieber dem langjährigen Hallenwart, der in seiner Vita vermutlich eher sozialpädagogische Fähigkeiten denn baufachliche Qualifikationen nachweist. Der ESPO zeigte sich selten, dann aber mit nahezu empörender Empörung: “Ich bin mir sehr sicher, dass dort Gefahr besteht. Ich bin heilfroh, dass sich noch kein Jugendlicher verletzt hat“. Von Aufsichtspflicht, Bauaufsicht, Bauanträgen oder sicherheitstechnischen Abnahmen während der vergangenen Monate muss ja auch nicht die Rede sein. Da lassen die Verantwortlichen die Jugendlichen schrauben und gewähren, offenen Auges ihre Preisgelder verjubeln und in den Sand setzen.
Im Zeitalter nicht endender Schließungsdebatten kommen die Umstände wohl ganz gelegen. Das einstige Vorzeigeprojekt konsequent kaputt gespart, die Jugendlichen vergrätzt, Preisgelder in den Sand gesetzt, die Verantwortung abgewälzt und den Hallenleiter entlassen. Und das alles, obwohl die Kids und Jugendlichen die Türen der Fun Box weiterhin „einrannten“ – von den Besucherzahlen könnte manch andere Jugend- oder Sporteinrichtung nur träumen- na bravo!

25.02.2011
08:28
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von amo17 | #19

WIEviel DEfizit macht den eine kleine Sporthalle inkl. Miete Mietnebenkosten etc?

24.02.2011
20:46
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von trickflyer | #18

nachtigal ich hör dir trapsen.solange die stadt an allen ecken und enden vollpfosten sitzen hat,die zu doof sind ein A zu schreiben,solange werden fun-boxen geschlossen,im winter kein salz gestreut...und...und ...und.

24.02.2011
20:25
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von butcher99 | #17

@14 letzter Versuch: Kultur zeichnet sich unter anderem durch Vielfalt aus gehen Sie deshal ruhig weiter Fussballspielen, gehört in allen Erdteilen auch dazu

24.02.2011
20:25
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von merpheus | #16

oh gott.. 40.000€ jährlich? So eine Summe lässt sich privat nicht zusammenkratzen?? Das ist ja peinlich! Kann man keinen Laden für Skateklamotten etc. einrichten und Sponsoren alocken um so etwas aufrecht zu erhalten..?

24.02.2011
18:51
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von CelphTitled | #15

Schade, das war dann wohl die letzte Halle in der Gegend!

Wenn die sogenannten 400 Euro Jobber natürlich die Eintrittsgelder in Pizza und Bier investieren - über Jahre - dann wunderts mich nicht ..

Ich war gerne dort ! ..

24.02.2011
18:12
Sicherheitsmängel – Essener Skater-Halle „Funbox Amalie“ dicht gemacht
von geroellheimer1 | #14

Nee lieber butcher, erklären Sie es mir bitte.Ist doch bestimmt ganz einfach in Ihren Augen.@#11: Soweit ich weiß nimmt der Kulturetat 3% des Haushaltes ein...ich sehe allerdings auch überall Fussballplätze..anscheinend kann man es niemanden recht machen in dieser Stadt..

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