Essen

Sexistische Pissoirs im „De Prins“? Bleibt locker, Mädels! (Ein Kommentar)

Es ist nicht sexistisch, wenn Pissoirs aussehen wie Frauenmünder.
Es ist nicht sexistisch, wenn Pissoirs aussehen wie Frauenmünder.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen. Die holländische Kult-Kneipe „De Prins“ im Essener Südviertel hat neue Pissoirs in Form von offenen rot geschminkten Frauen-Mündern installiert.

Darüber regen sich jetzt jede Menge Leute bei Facebook auf. Es sei sexistisch und abartig, dumm und primitiv. Und absolut nicht lustig.

Echt jetzt?

Die Pissoirs sind ein Entwurf der niederländischen Künstlerin Meike van Schijndel. Sie sind nichts anderes als Kunst. Und obendrein sind sie hübsch anzusehen. Da werde ich als Frau richtig neidisch - und zwar, weil ich nicht auf das schöne Männerklo gehen darf.

Wieso sollte ich daran Anstoß nehmen?

Sexistisch, abartig? So ein Quatsch! Ich als Frau dürfte daran vielleicht Anstoß nehmen und mich aufregen. Aber warum sollte ich das tun?

Ich sehe keine sexuelle Handlung darin, wenn Männer aufs Klo gehen und dort in Pissoirs pinkeln, die aussehen wie Münder.

Denn ganz ehrlich, ihr Frauen da draußen: Haben wir bei Junggesellinnen-Abschieden noch nie in Kekse in Form eines Penisses gebissen oder sogar daran geleckt und das unglaublich lustig gefunden?

Und vor allem: Haben wir uns auf jedem Klo-Gang auf einer öffentlichen Toilette nicht schon immer gewünscht, sie möge doch netter aussehen?

Das ist das Einzige, was ich an den „De Prins“-Pissoirs kritisieren würde: Es gibt sie nicht auf den Frauen-Toiletten.

Auch wir Frauen bekommen eine neue Toilette

Aber zum Glück kann der Betreiber des „De Prins“ uns Frauen beruhigen: Auch wir kriegen schöne Klos in der Kneipe. Darauf freue ich mich schon.

Und bis dahin: Bleibt locker, Mädels. Es sind nur Toiletten.

Weitere Themen:

Mit diesen Bar-Pissoirs hat sich eine Essener Kneipe eine Sexismus-Debatte eingehandelt

Auf drei Reifen durch Hagen: Betrunkener Autofahrer fährt Corsa nur auf der Felge

Vorfreude auf Parkleuchten - bald ist der Grugapark wieder kunterbunt

Seite
Mehr lesen