Seminar-Angebot der Uni Duisburg-Essen für junge Menschen mit Migrationshintergrund
24.10.2012 | 18:29 Uhr 2012-10-24T18:29:00+0200
Essen. Die Universität Duisburg-Essen bietet Seminare an für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die erwägen, ein Studium aufzunehmen. Ziel der Beratung sei es, multikulturelle Ressourcen zu entdecken. Unter anderem gebe es erste Informationen über mögliche Studienrichtungen.
Die Uni bietet eine neue Beratung für Schüler an, die kurz vor dem Abitur stehen, ein Studium in Betracht ziehen — und ausländische Wurzeln haben. Es geht um „multikulturelle Ressourcen“, die entdeckt werden sollen. Termine für die kostenlosen Nachmittags-Veranstaltungen stehen jetzt fest.
„Unter multikulturellen Ressourcen verstehen wir nicht nur eine Muttersprache, sondern auch die Fähigkeit, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen“, erklärt Verena Wockenfuß vom Akademischen Beratungszentrum (ABZ) der Uni Duisburg-Essen. „Junge Leute, die zwischen den Kulturen ihrer Herkunftsfamilien und der Gesellschaft unterscheiden lernen müssen, in der sie jetzt leben, haben besondere Vorteile gegenüber deutschen Jugendlichen.“ Das habe weit mehr als nur mit bloßer Anpassung zu tun.
In den Workshops, die sich an Oberstufen-Schüler mit Migrationshintergrund richten (an Schulen der gesamten Region, ganz gleich, ob Berufskolleg, Gesamtschule oder Gymnasium), werden individuelle Persönlichkeitsprofile entwickelt, in denen der Migrationshintergrund eine entscheidende Rolle spielt.
Hoher Ausländer-Anteil
Außerdem gibt es erste Infos über mögliche Studienrichtungen. Außerdem sind zwei Studenten der Uni Essen-Duisburg eingeladen, die selbst einen Migrationshintergrund haben, um über ihre akademische Laufbahn zu berichten. Die Teilnehmer erhalten am Ende ein Zertifikat.
Es gibt Termine in Duisburg und Essen. Freie Plätze in Duisburg: 30. Okt., 14.30 bis 18 Uhr.
In Essen: 18. Dez., 14.30 bis 18 Uhr. Anmeldung: verena.wockenfuss@uni-due.de
Die Uni Duisburg-Essen zählt zu den Hochschulen in Deutschland mit dem höchsten Anteil an Studenten, die ausländische Wurzeln haben. Die Uni-Leitung versucht seit Jahren, das als besondere Stärke herauszuarbeiten – mit entsprechenden Förderprogrammen und dem Anspruch, Chancengleichheit tatsächlich zu verwirklichen.

23:44
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20:12
Achso, und deutsche Abiturienten dürfen die Beratung dann nicht in Anspruch nehmen???
Sehr gut! Immerzu ist von Projekten zu lesen, die junge Leute mit Migrationshintergrund fördern, doch wo bleibt die Förderung derjenigen jungen Deutschen, die es mindestens genauso nötig hätten?
Wahrscheinlich wird dieses Phänomen noch immer mit der ewigen Schuld aus der Geschichte Deutschlands begründet.