Schwimmer empören sich über kürzere Freibad-Öffnungszeiten
19.02.2010 | 11:44 Uhr 2010-02-19T11:44:00+0100
Essen. Die Freibäder in Essen sollen künftig erst ab 10 statt ab 6 Uhr öffnen. Die Schwimmer reagieren auf diesen Beschluss des Sportausschusses mit Empörung. Dabei muss sogar die Verwaltung gestehen, dass 25 Prozent der Freibad-Besucher Frühschwimmer sind.
Mit Unverständnis und Empörung ist der Beschluss des Sportausschusses aufgenommen worden, die Freibäder künftig im Regelfall erst ab 10 statt ab 6 Uhr zu öffnen. Dabei bestätigt die Verwaltung sogar, dass ein Viertel aller Besucher zwischen 6 und 10 Uhr schwimmen gehen.
Geprüft wird noch, ob abwechselnd wenigstens ein Bad pro Tag morgens öffnen kann. Wie berichtet, hatten SPD, FDP und Linke am Mittwoch zudem beschlossen, die Eintrittspreise für alle Bäder zu erhöhen, um den Erhalt des Dellwiger Freibades Hesse sicherstellen zu können.
„Beim Sport ist man mit dem Sparen schnell dabei. Angesichts der Haushaltslage müsste man alle städtische Einrichtungen gleich behandeln”, fordert Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführer des Essener Sportbundes (Espo). „Stellen Sie sich mal den Aufschrei vor, wenn das neue Folkwangmuseum und das Ruhrmuseum ihre Öffnungszeiten reduzieren müssten.”
Als Vertreter der organisierten Schwimmer sei er von den Planungen zwar nur bedingt betroffen, dennoch beobachte er mit „Bauchgrummeln”, dass man nun den Frühschwimmern das Leben schwer mache, sagt Rohrberg. „Das ist eine ganz eingeschworene Klientel. Die sehen das Freibad nicht als Alternative zur Sonnenbank, die ziehen bei jedem Wetter ihre Bahnen.”
„Freibad ist schon wegen der begrenzten Nutzungsmöglichkeiten keine Alternative”
Tatsächlich bestätigt auch die Verwaltung, dass ein Viertel aller Freibadbesucher zwischen 6 und 10 Uhr schwimmen gehen. Viele von ihnen werden in Zukunft wohl als Kundschaft ausfallen, weil sie zum Beispiel vor der Arbeit ins Freibad kommen. Entsprechend heftig fielen die Reaktionen von Lesern aus, die sich gestern in der Reaktion meldeten. „Dieser ganze Irrsinn ist nicht mehr zu toppen”, schreibt ein empörter Leser auf www.derwesten.de. Und weiter: „Ferner bin ich überzeugt, dass die Frühschwimmer ihre Aktivität nicht auf 10 Uhr verlagern werden. Diese sichere Einnahme fällt somit in Zukunft auch weg.”
Auf Unverständnis stoßen im Online-Forum auch Überlegungen, das marode Hesse-Bad um ein kleines Becken zu ergänzen. „Da werden Azubis von der Stadt auf die Straße gesetzt, weil kein Geld da ist. Aber Geld für ein neues Schwimmbecken ist da”, klagt ein Schreiber. Ein anderer weist darauf hin, dass man gleichzeitig die Oase schließe: „Ein Freibad ist schon wegen der begrenzten Nutzungsmöglichkeiten keine Alternative.”
Auch Wolfgang Rohrberg vom Espo hat Zweifel, ob es sinnvoll ist, Hesse aufzurüsten. Das sei erstens teuer, zweitens verkämpfe man sich in der Konkurrenz zum nahegelegenen Oberhausener Bad. „Sinnvoller wäre langfristig ein neues Kombibad an einem für den gesamten Nordwesten gut erreichbaren Standort.” Wenn man hier ein überzeugendes Gesamtkonzept erarbeite, könne man auch auf ein Okay des Regierungspräsidenten hoffen. „Mit den kürzeren Öffnungszeiten macht man unsere Bäder jedenfalls nicht attraktiver.” Die geplanten Preiserhöhungen um bis zu 40 Cent hält Rohrberg für moderat. Er wundere sich nur, „dass ausgerechnet diejenigen, die Hesse aus sozialen Erwägungen heraus erhalten wollen, so locker die Preise erhöhen wollen”.
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23:29
Hesse ist eine Wahl-Lüge der SPD, da war von vornerein klar das keinerlei Geld dafür da ist.
Damit hat sich die SPD die Mehrheit erlogen, da haben die Genossen wohl vvon den Genossen in Dortmund gelernt.
In den 10 Jahren CDU wurde wahrlich weniger ******* gebaut als in den 4X Jahren SPD regierung davor.
Wer hat denn dieses überdimensionale Rathaus gebaut? Das Gildehof Schwimmbad? Und und und....?
Eine Wahnsinnige Partei die wie auch jetzt schon immer Populistische Ideen verfolgt hat.
Die SPD.
Mein Beileid an alle die, die die neue Stadtspitze gewählt haben.
Danke für Nichts.
19:18
Es ist ähnlich wie beim öffentlichen Nahverkehr. Das Klientel, dass die Bahn stützt, nämlich die Berufspendler, muss sich mit immer mehr Einschränkungen zufrieden geben. Die Frühschwimmer KÖNNEN nicht auf 10.00 Uhr ausweichen. Denn dann befinden sich sich an den Arbeitsplätzen, an denen sie die Steuern erwirtschaften, die ihnen anschließend nicht zur Verfügung stehen. Und die Rentner? Die, die seit 40 Jahren im Bad um 6.30 Uhr ihre Bahn ziehen, die nie krank sind, aber deren oftmals einziger sozialer Kontakt der zum Badepersonal ist, bei denen Schwimmen vielleicht die einzige Stunde am Tag ist, an der sie sich schmerzfrei und unter Aufsicht körperlich betätigen können, wo sollen die hin? Man schwimmt nun mal VOR dem Frühstück und nicht mit vollem Magen.
13:53
Na, das hat doch System.
Man vergrault ein Viertel der Besucher durch die geänderten Öffnungszeiten und kann dann etwas später sagen: lohnt sich nicht, das Bad wird wegen rückläufiger Besucherzahlen dicht gemacht!
20:29
Es ist immer das Gleiche.Geld ist genug da, nur leider nicht für die Menschen. 485 Milliarden Euro unversteuertes Geld aus Deutschland liegt schätzungsweise auf ausländischen Konten. Unser Land ist sowas von am *****.
20:20
Auch unter der CDU & FDP wäre es früher oder später zu Bäder-Schließungen im Essener Norden gekommen, da diese unbehelligt im wohlhabenden Essener Süden leben. Lauf ich halt bald nach Oberhausen.
18:40
Die SPD in Essen müsste man personell komplett austauschen! Und dass die FDP in mehreren Punkten mit der LINKEN zusammenarbeitet und Mehrheiten bildet, ist eine Schande!
17:41
Die Partei unseres gewählten OB wird bei der kommenden Landtagswahl so richtig was auf die Fr. kriegen, Stadion nicht bauen, ein Freibad erhalten dafür aber Verschlechterungen für alle, ...
Ich staune immer wieder darüber, wie scheissegal es den Politikern ist, was sie den Menschen antun
17:10
So unvernünftig spart Essen schon lange.
Ich vermute mal, der größte Teil der Unterhaltskosten sind nicht die Personalkosten.
Es wird einfach an der LEistung gekürzt, weil nicht in der Lage ist unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen, die aber langfristig einen wirtschaftlicheren versprechen.
13:57
#26 hat eine gute Idee, ich möchte noch etwas dazu beitragen:
Wie wäre es, wenn dann sämtliche Bademeister in der Zwischenzeit sich ausruhen könnten?
Im Wasser, selbstverständlich. Mit ihren anfangs 37° Körpertemperatur würden sie gleichzeitig die Beckenheizung ersetzen.
Und nach der Ruhepause wären alle fit wie Turnschuhe ;-)
13:02
Am besten man öffnet und schließt das Bad alle 2 Stunden. Das würde mindestens die Hälfte an Heizkosten sparen, weil man das Wasser ja NICHT ständig wärmen müsste.
Also:
Auf von 6-8, 10-12, 14-16 und 18-20 Uhr.
Dann wären alle Viertel der Vielschwimmer glücklich und können auch wieder gestählt zur Arbeit gehen und Wohlstand erwirtschaften.