Schulschwänzer brauchen psychologische Hilfe
08.10.2009 | 13:18 Uhr 2009-10-08T13:18:00+0200
Essen. Manche Schulschwänzer verpassen nur ein paar Unterrichtsstunden, andere verlieren ganze Schuljahre - und verbauen sich damit ihre Zukunft. Ein Forschungsprojekt geht nun der Frage nach, wie viele Schulverweigerer schwere psychische Probleme haben und warum sie oft keine Hilfe annehmen.
Mal eine Stunde blau machen, gilt für viele Schüler als Ehrensache - und für Lehrer und Eltern als verzeihlich. Wie aber kann man mit notorischen Schulschwänzern umgehen, die tage- und wochenlang dem Unterricht fernbleiben, in krassen Fällen gar ein Schuljahr lang nicht von ihren Lehrern gesichtet werden.
Prof. Johannes Hebebrand ist überzeugt, dass viele von ihnen Hilfe benötigen, weil sie schwere psychische Probleme haben. Hebebrand ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am LVR-Klinikum Essen an der Universität Duisburg-Essen. In dieser Eigenschaft will er sich dem Phänomen Schulverweigerer nun wissenschaftlich nähern.
Erst Misstrauen abbauen, dann helfen
1,2 Millionen Euro hat er von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für sein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt erhalten. Mit einem Team aus Ärzten und Psychologen will er unter anderem klären, „warum viele Betroffene erhebliche psychiatrische Symptome zeigen, gleichzeitig aber keine Hilfe in Anspruch nehmen”. Und wie man das ändern kann. Hebebrand glaubt, dass es in vielen Familien eine ungute Mischung aus Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und fehlender Information über Hilfsangebote gebe. „Wenn wir zum Beispiel das Misstrauen der Betroffenen ausräumen, können wir ihre Störungen mit bestimmten Therapien lindern.”
Dabei gehe es nicht um Einzelfälle: Zwischen 25 und 75 Prozent der Schulverweigerer litten unter behandlungswürdigen psychischen Problemen, schätzt Hebebrand. Bislang könne er nur sagen, dass unter seinen jungen Patienten auffällig viele sind, deren letzter Schulbesuch länger zurückliegt. „Wir meinen daher, dass man mit allen Schulverweigerern möglichst früh eine psychiatrische Diagnostik anstreben sollte.”
"Der Lehrer ist ja eh blöd"
Natürlich könne die Flucht vor der Schule auch soziale oder familiäre Ursachen haben und durch Ängste, Überforderung und Suchtprobleme verstärkt werden. Manche Eltern seien desinteressiert oder gar Komplizen der Schulschwänzer: „Dein Lehrer ist ja eh blöd.” Umgekehrt reagierten Lehrer hilflos, wenn weder Gesprächsangebote noch Strafen oder gar Bußgelder die Schüler beeindruckten.
Darum wolle man im Rahmen des Forschungsprojektes eine Art Handlungsanleitung für Pädagogen erstellen und ein Netzwerk aus Lehrern, Ärzten, Psychologen, Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie knüpfen, das sich der Schulverweigerer annehmen solle. „Viele Jugendliche haben in ihrer Kindheit schlimme Gewalterfahrungen gemacht, den Tod von Mutter oder Vater erlebt oder eine Heimkarriere hinter sich. Sie stammen aus Familien, die so strapaziert sind, dass niemand den Kindern helfen kann, weil alle Reserven aufgebraucht sind.”
Arzt und Psychologe verstärken Jobcenter-Team
Hilfe von außen komme nicht nur den Betroffenen zugute, sondern lindere auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. „Schulverweigerer machen oft weder einen Abschluss noch eine Berufsausbildung und sind später häufiger arbeitslos.” Darum verstärken bereits seit drei Jahren ein Arzt und ein Psychologe das Team des Essener Jobcenters, erzählt Hebebrand. Das neue Projekt aber könne vielleicht helfen, dass dort in Zukunft weniger junge Leute ohne Schulabschluss auftauchen.
13:22
wenn mein sohn stendig die schule schwänzt was kann ich tuen
seit 6monaten geht das so das er ab und an immer schwänzt ...er war so ein guter schüler
07:37
Boah endlich hat man bemerkt das mit diesen Jugendlichen die sich tag für tag nicht in der Schule blicken lassen, sich morgens besaufen und drogen nehmen nicht stimmt ... respekt ... das läuft schon seit Jahren so ... is wohl vorher nicht aufgefallen was ?
19:30
Wieder einmal dieses ewige psychologische Gesäusel!
Der Anfang vom Ende waren die sogenannten 68er mit ihrer dämlichen antiautoritären Erziehung mit der Folge von Aggressivität, Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Desinteresse und anderer Eigenschaften bei unseren Kindern, gewünschte kleine Erwachsene. Klare, strenge Worte gab es wenig.
Seit den siebziger und achtziger Jahren gibt es Schulpsychologen, Arbeitspsychologen, Gerichtspsychologen und Knastpsychologen. So ging es weiter bergab. Jetzt wurde ewig hinterfragt, weshalb denn ein Kind, ein Jugendlicher einen anderen schlägt, beklaut, die Schule schwänzt, Autos demoliert usw. Hat der Junge etwa schlecht geschlafen? Hat ein anderer Mensch ihn eventuell provozierend angeschaut?
Genau wegen dieser unerträglichen Entwicklung haben wir die schrecklichen Zustände an unseren Schulen. Lehrer haben kein Gegenmittel. Schüler können Lehrkräfte beleidigen und gegen sie tätlich werden. Umgekehrt darf kein Lehrer einen Schüler auch nur anfassen. Und viele Eltern solcher Schüler unterstützen ihre Kinder auch noch.
Die meisten Schulschwänzer (Jungen und Mädchen) haben keine Lust, keinen Bock auf Schule.
Ich war an zahlreichen Hauptschulen im Deutschunterricht eingeladen um Schülern zu vermitteln, wie z. B. aus einer Idee ein Hörspielmanuskript entsteht.
Da habe ich sehr viel gesehen und gehört.
Unter Hauptschülern, vorrangig unter denen aus Einwandererfamilien (ich mag das Wort Migrationshintergrund nicht) hörte ich oft als Begründung für das Schulschwänzen und Unterrichtsverweigerung: „Ich hab’ sowieso keine Perspektive...“ Einer plapperte es dem anderen nach.
Ich habe diesen jungen Menschen versucht klar zu machen, das „Perspektiven“ nicht vom Himmel fallen, sondern dass sich jeder Schüler diese eben gerade in der Schule erarbeiten müsse. Anstrengen, Zuverlässigkeit und gute Leistungen gepaart mit etwas Anstand und Respekt vor anderen sind sozusagen die Eintrittskarte in ein Berufsleben.
19:26
man muss den eltern ja nicht mal das sorgerecht entziehen...in den meisten fällen reicht es die kinder einen monat lang von der polizei zur schule bringen zu lassen und den eltern die kosten dafür aufzubürden.....
wenns ans geld geht werden viele dieser religiösen überzeugungen plötzlich ehe irrelevant.....
13:45
Wenn ich schon lese....
in Krassen Fällen gar ein Schuljahr lang nicht von ihren Lehren gesichtet werden.
Hallo????????
Geht`s noch???
Für mich heißt das Eindeutig, dass den Lehrkörpern das an einem gewissen Körperteil vorbei geht!
Pisa läßt grüßen!
Glück Auf
21:37
Wenn man diesen Artikel und so manch anderen Bericht gelesen hat kommt einem der Verdacht das der größte Teil unserer Bevölkerung ob jung ob alt in allen Lebenslagen mittlerweile psychologische Hilfe und dergleichen benötigt.
Die behandlungswürdigen Probleme dürften in Wirklichkeit Null Bock und Bequemlichkeit sein was zum Teil durch die Familie der Schüler unterstützt wird.
13:52
Ich brauche auch einen Psychologen, damit ich den Irrsinn hier in Deutschland ertragen kann.....