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Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr

27.08.2010 | 12:13 Uhr
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
Für viel Ärger sorgen derzeit die neuen Abrechnungen der Schornsteinfeger. Dabei profitieren auch viele Hauseigentümer von der neuen Gebührenordnung.

Essen. Eine neue Gebührenordnung der Schornsteinfeger sorgt für viel Aufregung: Wer die falsche Zentralheizung hat, zahlt über 60 Prozent höhere Gebühren fürs Kehren, Fegen und Messen.

Als der Überruhrer Wilhelm Rechmann in diesen Tagen die Rechnung seines Schornsteinfegers in der Hand hielt, da konnte er seinen Ärger kaum noch zurückhalten. Um satte 60 Prozent war die Forderung des Mannes geklettert, der den Familien angeblich Glück bringen soll. Statt die üblichen 82,38 Euro im Jahr wie noch 2009 soll Rechmann diesmal exakt 132,21 Euro zahlen.

Dabei hatte sich an seiner Situation gar nichts geändert: Zu messen und zu reinigen waren ein Kamin und eine Gasheizung - wie immer. Beschwerden bei der Verbraucherzentrale NRW und der Kreishandwerkerschaft in Düsseldorf über den vermeintlichen Wucher des schwarzen Mannes führten nicht weiter.

Andreas Peeters, Obermeister der für Essen zuständigen Schornsteinfeger-Innung Düsseldorf, kennt seit Jahresanfang die Beschwerden. Denn seit Januar gilt auch in NRW die bundeseinheitliche Gebührenverordnung für Schornsteinfeger: Statt bisher 60 bis 70 Gebührensätze gibt es nun über 500.

Kosten des Schornsteinfegers darf Vermieter auf alle umlegen

„Doch wir verdienen uns damit keine goldene Nase, unterm Strich schneiden wir Schornsteinfeger sogar schlechter ab“, beteuert Peeters. Denn zwei Drittel aller Hauseigentümer zahlten im Schnitt weniger als früher, nur für ein Drittel habe sich die Gebühr erhöht. Wer nur eine Öl- oder Gasheizung habe, komme mit der neuen Verordnung in der Regel billiger weg: Statt 60 bis 65 Euro seien es bei vielen 10 bis 15 Euro weniger.

„Verbrennt der Haushalt aber feste Stoffe in der Zentralheizung, wie Kohle, Koks oder Holz, oder hat einen Kamin im Wohnzimmer, dann muss er jetzt mehr zahlen als bisher. Schließlich ist der Aufwand dort auch viel höher, weil so ein Kamin ja bis zu drei bis vier Mal im Jahr gereinigt werden muss.“ Die Gebührensätze seien dabei nicht willkürlich festgesetzt worden, sondern aufgrund eines arbeitsmedizinischen Gutachtens, das die Arbeitsleistung pro Einsatzart der Schornsteinfeger gemessen hat. Im Schnitt müssten die betroffenen Haushalte zwischen 20 und 30 Prozent mehr zahlen. „Früher waren die Gebührensätze gemessen am Aufwand viel zu niedrig“, meint Peeters.

Nachbarn können ihre Rechnungen nach der neuen Gebührenordnung kaum noch vergleichen, weil Arbeiten und Messungen je Haus oft sehr unterschiedlich sind und nun auch verschieden berechnet werden. Im Unterschied zu früher fallen auch die Jahresrechnungen desselben Hauses nicht mehr gleich aus: Weil etwa Messungen an Ölheizungen nur noch alle zwei bis drei Jahre vorgenommen werden müssen, zahlt der Hauseigentümer im einen Jahr mehr, im anderen Jahr weniger. Von der Reform betroffen sind übrigens auch alle Mieter: Denn die Kosten des Schornsteinfegers darf der Vermieter auf alle umlegen.

Peter Szymaniak

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Kommentare
19.09.2010
11:28
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von rehred | #36

Ach ja. Schorni.
So schnell möchte ich auch mein Geld verdienen.
8 Minuten Messung und über 36 Euro Rechnung.
Voriges Jahr: gleiche Zeit, 24,50 Euro.
Preissteigerung: 50% ( Stunde: 270 Euro )
Wer sonst kann solche Preissteigerung anbieten?
Frage: Warum?
Antwort: Neues Gesetz.
Haben wir tolle Gesetzgeber.
Danke! Deutschland!

12.09.2010
03:38
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von Joachim Datko | #35

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31.08.2010
09:33
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von a | #34

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28.08.2010
19:40
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von Dortmunderin | #33

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28.08.2010
19:33
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von Dortmunderin | #32

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28.08.2010
17:42
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von Icktener | #31

#21 von D.
wer lesen kann ist klar im vorteil.60% lassen ihre heizungsanlage nicht warten.die leute sparen sich heute lieber das geld und warten darauf das die anlage ausfällt oder der schornsteineger die anlage außer betrieb nimmt.dann ist der installateur gefragt und meißt ist es nicht mit einer normalen wartung getan,dann kannste mit kesselreiniger drangehen was man bei einer jährlichen wartung nicht mußt.meinen eigenen ölkessel warte ich sogar 2mal jährlich mache meine abgasverlustmessung und weiß das ich mir keine sorgen machen muß.und wie wollen hier die ganzen schlaumeier wissen ob sie evtl. ein dohlen oder wespennest im kamin haben?ihr könnt wohl alle so in den kamin gucken.so lange nichts passiert ist alles in ordnung wenn aber einer abnippelt ist das geschreie groß wo war denn der schorni.wenn ihr keinen schorni wollt dann stellt doch auf nachtspeicherheizung um oder schafft euch ne luftwärmepumpe an.effizient und werden von der kfw gefördert.ich als installateur habe selbst ab und zu meine probleme mit einigen schornis die sich als schwarze götter fühlen doch wenn man die vorschriften und werte kennt hat sich das schnell erledigt.

28.08.2010
11:49
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von Ich wechsel | #30

Hier findet Ihr einen EU-Schornsteinfeger und ausgiebige Informationen

www.chekk.eu

Auch Thema am Samstag, 28.08. um 17h bei der ARD Ratgeber Recht Sendung Schornsteinfeger: Wer darf kehren.

28.08.2010
11:48
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von D. | #29

Der Beitrag war für #26 H.Pittburg gedacht...

28.08.2010
11:47
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von D. | #28

Ach ja, ich bin kein ehelamiger Bürger der DDR, noch hatte ich jemals Stasi Kontakte, noch gehöre ich irgendeinem Verein noch einer politischen Gruppierung an. Ich bin ein unabhängiger, freier Bürger dieses Landes, der einfach die Schnauze voll hat, für eine Nichtleistung Geld bezahlen zu müssen, deren Rechtsgrundlage aus vergangenen Zeiten stammt und die schon lange von der Realitität überholt wurde. Manche Berufe verschwinden nun mal mit der Zeit, da sie nicht mehr gebraucht werden. Der Schornsteinfeger wäre nicht der erste in einer langen Reihe. Nur durch diese Polemik stärken sie nicht ihre Position sondern zeigen nur, das es sachlich kein Argument dafür gibt. Bis heute habe ich noch kein Argument gehört, warum ein qualifizierter Heizungsbetrieb nicht genau das gleiche leisten kann wie ein Schornsteinfeger. Und es bedürfte nur einer gesetzesänderung, die vorschreibt, das Anlagen nach einem festen Intervall zu warten sind, so wie das beim Auto mit der hU auch ist und das dies dafür zugelassene Handwerksbetriebe durchführen dürfen. Dann zahle ich einmal im Jahr für die Wartung und alle x Jahre für diesen TÜV und gut ist,. Wieso ich dafür zwingend einen Schornsteinfeger brauche, soll mir jemand erst mal erklären, und zwar ohne Stasi Polemik!

28.08.2010
10:44
Schornsteinfeger verlangen bis zu 60 Prozent mehr
von zockerbande4 | #27

@H.Pitburg:
Wenn die Interessen-Lobby des Berufsstandes ihre Pfründe verteidigt, ist das neutrale Information. Wenn sich jemand gegen diese sanktionierte Abzocke ausspricht, ist das Polemik. Habe ich das so richtig verstanden? Und die Sache mit der DDR und der Stasi, der ich angeblich angehört habe, weil ich was gegen meinen Schornsteinfeger habe - die müssen Sie mir bitte auch noch erklären.

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