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Musikszene

Schöne Töne - Hörgenuss auf acht Beinen

25.11.2009 | 08:00 Uhr
Schöne Töne - Hörgenuss auf acht Beinen

Essen. Über 40 Auftritte haben "Schöne Töne" etwa im Jahr. Doch auch sie bekamen die Finanzkrise zu spüren, da Firmen allgemein seltener Bands für Feierlichkeiten buchten. Einen Ausflug zu Dieter Bohlen stempeln sie als Erfahrung ab, denn ein Produzent hat die Musikerinnen für sich entdeckt.

Am Anfang haben sie sich gehasst, fast sogar „die Augen ausgekratzt”. Ein regelrechter Zickenkrieg hätte „Schöne Töne” fast zu „Böse Zungen” werden lassen. Aber irgendwie – wie das bei Frauenfreundschaften eben so ist – haben sich die Wogen doch noch geglättet. „Schöne Töne” – der Name ist Programm bei Kornelia Müller (24), Luisa Fischer (24), Monique Riemann (24) und Giusi Romano (28).

Giusi Romano, Kornelia Müller, Monique Riemann und Luisa Fischer (v.l.) singen in "Schöne Töne". Kornelia begleitet die Sängerinnen am Klavier. Foto: privat

2004: Giusi und Luisa wollten mehr aus ihrem Unterricht bei einer Gesangslehrerin machen. „Ich kannte Monique schon aus dem Schulchor und habe sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, bei uns mitzusingen”, erzählt Luisa. Fragen sei nicht das richtige Wort gewesen, korrigiert sich die 24-Jährige. „Ich musste richtig auf sie einreden.” – „Und ich fand die Idee ganz schnell toll”, entgegnet Monique. „Irgendwann ist der Punkt gekommen, da wollten wir alleine weiter machen. Aber Irgendwie kam a Capella nicht so an”, erinnert sich Giusi.

40 Auftritte im Jahr

Richtungswechsel. Luisa, angehende Lehrerin, suchte Rat bei ihrem Dozenten, ob er nicht jemanden wüsste, der das Trio auf dem Klavier begleiten könne. Jemanden wie Konni. Mit Konni am Klavier kam Schwung in die Band. Jazz, Gospel aber auch Pop geben die vier seitdem zum Besten. Auf 40 Auftritte kommen die Mädchen wohl im Jahr. 50 Stücke haben sie im Repertoire. Selbst Komponiertes aber auch die bekannten Klassiker „Oh Happy Day” oder „You’ve got a friend” singen sie. Jeder auf seine Art und Weise. Gemeinsam bilden ihre Stimmen einen wahren Hörgenuss. Rauchig, erwachsen mit einem Tupfen Soul und einer großen Portion Gefühl.

„Es ist nicht so, dass wir nur Musik machen, um damit Geld zu verdienen”, stellt Konni, die an der Folkwangschule Musik mit dem Schwerpunkt Blattspiel, Improvisation und Liedbegleitung studiert, klar. Zumal es gar nicht einfach sei, mit Musik Geld zu verdienen. „2007 hat es bei uns richtig geboomt. Aber die Finanzkrise haben auch wir richtig zu spüren bekommen. Firmen buchen bei Feierlichkeiten nicht mehr so schnell eine Band”, sagt Giusi, die hauptberuflich als Steuerfachangestellte arbeitet und sich auch um die Finanzen der „Schöne Töne” kümmert.

Ausflug zu Dieter Bohlen

Dass es generell nicht so einfach sei, in dem Business einen Fuß zu fassen, sei den Mädchen beim „Supertalent”-Casting im Juni klar geworden. „Wir haben das als einen Ausflug gesehen, um zu sehen, wie andere singen”, erzählt Monique, der man jetzt noch nach dem Auftritt vor Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart die Aufregung anmerkt. „Das war schon toll auf der Bühne im Theater Marientor in Duisburg vor Dieter Bohlen ,I will survive’ zu performen.” Das Quartett will es bei dieser Erfahrung belassen. Sie waren auch verwundert, wie viele junge Leute an dem Casting teilgenommen hätten. „Und mit jung meine ich nicht zwölf, sondern durchaus vier bis sechs Jahre”, so Luisa.

Aber die regelmäßigen Probestunden haben sich für „Schöne Töne” ausgezahlt: Ein Produzent will die Mädchen auf eigene Kosten produzieren. „Auch wieder so eine Zufallsgeschichte”, winkt Giusi ab. Bei einem Auftritt in Wuppertal auf dem Schloss Lüntenbeck habe ein Sänger einer anderen Band die Telefonnummer der Mädchen einfach mal weitergegeben. Eigentlich steht der Vertragsunterzeichnung nichts mehr im Weg. Eigentlich. „Ich gehe ab August für ein Auslandssemester nach Schweden”, sagt Konni mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Und dann? „Dann machen wir dumme Gesichter”, gucken die anderen in die Röhre.

Ellen Andresen

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