Schnelles Netz für 400 000 Bürger im Bau
25.03.2010 | 09:07 Uhr 2010-03-25T09:07:00+0100
Infrastruktur der Zukunft entsteht derzeit unter der Erde von Frohnhausen. Hier starten „Essen.net“ und die Stadtwerke den Aufbau eines Hochleistungs-Glasfasernetzes, an das in den nächsten Jahren 400 000 Bürger angeschlossen werden sollen.
53 Millionen Euro fließen in dieses in jeder Hinsicht offene Netz.„Offener Zugang“ ist das Markenzeichen des schnellen Netzes. Essen.net baut und vermietet es an Anbieter von Telefon-, TV- und Internetangeboten. Auch die Wartung übernehmen andere Firmen. „Netze können wir. Alles andere überlassen wir den Spezialisten“, sagt Essen.net-Geschäftsführer Knut Günther von den Stadtwerken die Geschäftsidee. Nach seinen Angaben ist Essen.net in Gesprächen mit „drei Anbietern, die das Netz betreiben und vermarkten wollen“.
Deutlich mehr und deutlich schnelleren Datentransport soll das neue Glasfasernetz ermöglichen. Die Stadtwerke rechnen das so vor: Um aus einer Online-Videothek einen Spielfilm in DVD-Qualität zu laden, braucht ein DSL-Kunde derzeit 90 Minuten. Mit der von Essen.net garantierten Übertragungsgeschwindigkeit geht das in zwei Minuten. Und in der nächsten Ausbaustufe können sich Kunden in diesen zwei Minuten gleich zehn Filme aus dem Netz laden. „Immer vorausgesetzt, die Endgeräte sind auf dieses Tempo eingerichtet“, schränkt Günther ein.
Der Anfang wird in Frohnhausen gemacht, danach folgt der Norden von Huttrop. Vorrangig vorantreiben will Essen.net den Ausbau in den dicht besiedelten Gebieten in der Mitte, im Norden und im Westen der Stadt. Ob wirklich alle Bürger ans Netz angeschlossen werden können, wird in einigen Jahren geprüft werden müssen. „Wir haben einen Plan B für alle Essener“, sagt Günther. „Der kostet aber 70 Millionen Euro an Investitionen. Da wird im Zweifel im Einzelfall zu prüfen sein, wie wirtschaftlich das ist.“
Allbau-Chef Dirk Miklikowski hat spontan die Hand gehoben, als Essen.net den großen Wohnungsbaugesellschaften das neue Netz vorgestellt hat. „Ein Anschluss unserer Gebäude bedeutet eine Wertsteigerung und wird in wenigen Jahren ein Vermietungsargument sein“, lautet seine Prognose.
Miklikowski glaubt, dass die Nachfrage nach schnellen Datendiensten explosionsartig wachsen wird. „Auch bei gewerblichen Kunden übrigens“, sagt Günther und denkt an Architekturbüros oder Designer, die ihre Entwürfe noch per DVD versenden müssen. Auch die Stadt und ihre Einrichtungen können von der neuen Infrastruktur massiv profitieren, sagt Günther: „Wenn wir einen Stadtteil erschließen, legen wir natürlich auch die Schulen, Büchereien und Kindertagesstätten ans Netz.“
14:54
Breitbandversorgung mit Hochgeschwindigkeit ist sicherlich ein Zukunftsthema und kann einmal ein wichtiger Standortfaktor sein. Aber es gehört keineswegs zwingend zur kommunalen Daseinsvorsorge. Das kann man getrost den privaten Anbietern überlassen, die sowieso ihr eigenes Netz parallel haben oder aufbauen werden.
Übrigens, wie schnell ist DIE zukunftsweisende Übertragungstechnologie der 80er ISDN mittlerweile in der Versenkung verschwunden und von DSL und UMTS überholt worden. Das kann der Glasfaser evtl. auch passieren.
Außerdem muss den neuen Anschluss auch noch jemand bezahlen. Ob im stets als Armenhaus Essens dargestellten Norden und Westen der Stadt hierfür die Klientel existiert könnte man sich auch fragen.
In den 70 Essener Beteiligungsgesellschaften sind bereits rund 1,5 Milliarden € Schulden versteckt (zusätzlich zu den 3 Milliarden € offiziellen Schulden der Stadt). Das macht insgesamt 4,5 Milliarden. Daher sind noch mehr Investitionen und Schulden für fragwürdige Leuchtturmprojekte unverantwortlich.
Vom Chaos, das entsteht, wenn unsere Straßen ständig großflächig von irgendeinem Netzbetreiber aufgerissen werden, ganz zu schweigen.
Hier baut Ex-Stadtdirektor Görgens (Geschäftsführer der städtischen Beteiligungsholding EVV) nicht nur ein Netz, sondern seinen Machtbereich weiter aus und schafft nebenbei neue, gut dotierte Geschäftsführer-Posten bei essen.net.
21:03
Essen.Net also.
Und wer ist beteiligt? Städtische Gesellschaften. In der Printausgabe waren die Stadtwerke und der Allbau ja schon gut dabei.
Wer sich erinnern kann: Vor einigen Jahren hatten wir die CNE, die letztlich irgendwie an die Versatel verkauft wurde. CNE hatte eigene Leitungen, die sicherlich nicht schlecht geworden sind. Und nun sollen schon wieder Mios in den Boden gebracht werden (müssen)?
Hat da vielleicht mal jemand geschaut? Mir kommt es seltsam vor, hat irgendwie einen komischen Beigeschmack.
19:24
SCHÖNER ARTIKEL VON HERRN SÜSELBECK!
19:21
http://www.stadion-essen.de/
18:56
Christian W, dann geh spazieren du Knecht
18:36
[...]Der Anfang wird in Frohnhausen gemacht[...] wieso grad hier? Auf der VDSL- Verfügbarkeitsseite von der Telekom ist Frohnhausen volles Rohr 50Mbit fähig. Die sollten besser da anfangen, wo es nochnichteinmal 6Mbit geschweige den 3Mbit gibt. Dellwig, Gerschede im Norden. Die sollten sich mal den Essener Süden anschauen, da gibt es mehr weiße Flecken als am Nordpol!!!
13:20
@sandvik:
...nur sehe ich die Probleme zum einen beim Anwender der entsprechende Hardware zu Hause benötigt [...]
War doch bei DSL auch so... man braucht halt einen Router. Die kriegt man heute für wenig Geld oder sogar kostenlos zu einem Vertrag dazu - eine völlige Selbstverständlichkeit inzwischen. Als DSL neu war, was kosteten die da? Wenig war es nicht, glaube ich.
13:00
Ich finde es eine Unding, dass die Stadtwerke - als Tochterunternehmen der Pleitetadt Essen - ein solches Netzwerk bauen. Die 56 Millionen Euro könnte man wirklich besser investetieren, beispielsweise in die Wartung der Kanalisation oder der EVAG-Tunnel.
In Essens Untergrund liegt genug Breitband. TV-Kabel wird fast an allen Häusern angeboten und VDSL (Glasfaser bis zum Bordstein) wurde auch vor 3 Jahren von der Telekom in ganz Essen ausgebaut. FTTH (Fibre To The Home - Glasfaser bis ins Haus) wird demnächst sowieso durch die Telekommunikationskonzerne aufgebaut. Wieso müssen die Stadtwerke also Parallelstrukturen errichten!?!
Das zu verbuddelnde Geld sollten die lieber an die Kunden in Form von Preissenkungen bei Strom und Gas weitergeben oder wirklich die Kanalisation in Stand setzen....
12:34
@Altenessener
Ausgereift ist Glasfasernetz schon, nur sehe ich die Probleme zum einen beim Anwender der entsprechende Hardware zu Hause benötigt und zum anderen auf der Anbieterseite. Viele Webseiten sind heute schon für DSL 16000 zu lahm. EIn gutes Beispiel ist derwesten.de oder auch andere große Portale.
ICh habe schon vor 8 Jahren mit Rechnern (Windows-PCs) gearbeitet die via Glasfaserkabelk vernetzt waren. Sicherlich ist es schön, wenn cih mal eben Daten in Größen einer CD in Sekunden rüberschubsen kann, aber effektiv nutzen wird man das vielleicht in 10 Jahren können, dann ist auch die allgemeine Infrastruktur bereit dazu solche Verbindungen effizient anbieten zu können.
cu
10:25
Endlich! Freue mich schon darauf, wenn ich die Möglichkeit bekomme an das Netz angeschlossen zu werden, saubere Sache!