Schneller von Essen ins Centro

Entschieden wird in Oberhausen, aber auch in Essen wächst in Bezug auf die mögliche Verlängerung der Linie 105 nun langsam die Spannung. Am Sonntag, 8. März, entscheiden die Bürger der Nachbarstadt in einem Ratsbürgerentscheid, ob der 3,3 Kilometer lange Lückenschluss zwischen der jetzigen Endhaltestelle in Unterfrintrop und dem Centro gebaut wird. Hier die wichtigsten Fakten:

Was will man mit der neuen Straßenbahn erreichen?

Mit der Linie werden die Fahrten zwischen dem Nordwesten Essens, der Neuen Mitte in Oberhausen und Sterkrade verkürzt, weil durch die Direktverbindung Umsteigezeiten wegfallen. Von der Frintroper Höhe zum Oberhausener Hauptbahnhof gewinnt man 21 Minuten, von Essen-Mitte oder -Borbeck 17 Minuten bis zum Gasometer. Das nützt vielen – täglich pendeln derzeit 13 000 Menschen zwischen beiden Städten.

Wie lange wird die Straßenbahn-Verbindung schon geplant?

1990 stieß der Oberhausener Stadtrat die erste Planung an, aus verschiedenen Gründen kam das Projekt aber nicht recht voran. Erst nach einer Neubewertung der Kosten-Nutzen-Relation gaben Bund und Land das Signal: Die Strecke soll gebaut und zu 90 Prozent aus ihren Töpfen gefördert werden. Denn die Neubewertung erbrachte: Der Nutzen dieses Lückenschlusses ist 2,04 mal so hoch wie die Kosten. In die Bilanz flossen ein: Reisezeiten, Betriebskosten des Nahverkehrs, Unfallschäden, Emissionen, Schadstoffe, Lärm.

Wie teuer wird die neue Strecke?

Insgesamt sind 81 Millionen Euro aufzubringen, davon sind 7,3 Millionen Euro Planungskosten. Berlin gibt 42 Millionen Euro, NRW 24 Millionen, die Stoag 13 Millionen Euro, die Stadt Oberhausen 280 000 Euro und die Stadt Essen 580 000 Euro. Weil das Netz des VRR durch die 105 attraktiver wird, erwarten Gutachter 8400 zusätzliche Fahrten pro Werktag im VRR-Netz.

Was wird gebaut?

Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 3,3 Kilometer, davon entfallen drei Kilometer auf Oberhausen und 0,3 Kilometer auf Essen. Gebaut werden sechs neue Haltestellen, die Haltestelle Unterstraße in Frintrop, bisher Endstation der aus Essen-Süd und -Mitte kommenden Linie 105, wird neu ausgebaut. Die Abstände der Haltestellen auf der Trasse betragen 550 Meter.

Wie häufig kommt nach dem Ausbau die Linie 105 vorbei?

Die Straßenbahnlinie soll nach jetzigem Stand von der Evag betrieben werden – im Zehn-Minuten-Takt von der Essener Innenstadt zur Haltestelle „Gasometer“. Von dort fährt die Straßenbahn abwechselnd zum Oberhausener Hauptbahnhof/Landwehr über die Station „Neue Mitte“ oder nach Sterkrade zum Bahnhof.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Aus fördertechnischen Gründen muss nach dem Bürgerentscheid am 8. März zügig gehandelt werden, sofern eine Mehrheit der Oberhausener mit Ja stimmt. Baubeginn soll im Januar 2016 sein, schon Ende Dezember 2018 soll dann die erste Straßenbahn über die Gleise fahren.