Schluss mit der Eigenmacht von Bäderbetrieben, Gruga und Systemhaus
17.10.2012 | 19:31 Uhr 2012-10-17T19:31:00+0200
Essen. Kommen Sport- und Bäderbetriebe, Grün und Gruga sowie das Essener Systemhaus demnächst wieder unter die Fuchtel der Gesamtverwaltung? Das Rechnungsprüfungsamt empfiehlt offenbar den Schritt zurück in die Rathaus-Hierarchie. Bis Ende Oktober sollen die Häuser eine Stellungnahme abgeben.
Flexibler sollten sie werden, aber irgendwie auch nicht zu biegsam. Selbstständig, ja, aber nicht vollends unabhängig. Mit mehr finanzieller Unabhängigkeit und doch nicht losgelöst vom städtischen Etat. Auf der Suche nach solcherlei organisatorischen Konstruktionen kam die Stadt vor gut eineinhalb Jahrzehnten auf den Trichter, das alte Sportamt als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ zu organisieren und taufte den Laden fortan „Sport- und Bäderbetriebe Essen “.
„Grün und Gruga“
Ähnlich verfuhr man 2001 mit der IT-Abteilung im Rathaus – heute als „Essener Systemhaus“ bekannt, und ein Jahr später mit dem Grünflächenamt, das mit dem traditionsreichen Vorzeigepark in Rüttenscheid zu „Grün und Gruga“ mutierte.
Die drei Einrichtungen mit ein wenig mehr Eigenmacht auszustatten, davon versprach man sich eine Entwicklung, die beim Aufbau der Sport- und Bäderbetriebe in einer Rathaus-Vorlage so beschrieben wurde: Dass die Abteilung sich „stärker betriebswirtschaftlich ausrichten“ sollte, dass man „bürger- und kundennah“ am Markt agieren wollte und das alles, klar, effektiver und wirtschaftlicher als im starren Korsett der Rathaus-Verwaltung.
Ein Schritt zurück
Am Ende sind, so scheint es dieser Tage, die eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen manchem dann doch ein wenig zu eigenmächtig geworden. Denn in der Stadtverwaltung läuft schon seit geraumer Zeit ein Verfahren, die Uhren wieder zurückzudrehen, den Sport, das städtische Grün und womöglich auch die Informations- und Telekommunikations-Technik wieder unter die Fittiche von Mutter Stadt einzusortieren. Ein entsprechender Vorschlag des Rechnungsprüfungsamtes steht im Raum, bis Ende Oktober sollen die jeweiligen Häuser eine Stellungnahme abgeben.
Sie wird voraussichtlich nicht sonderlich positiv ausfallen, denn eine einmal gewonnene Freiheit, die gibt niemand gerne so ohne weiteres wieder her. Dies, obwohl mancher der einstigen Blütenträume längst verwelkt ist. So gibt es zwar bei den Sport- und Bäderbetrieben oder bei Grün und Gruga kürzere Entscheidungswege, man ist freier in der Verwendung der Gelder und muss nicht dauernd das Plazet fachfremder Bürokollegen einholen.
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18:34
Wenn dann demnächst die Grünflächen besser gepflegt werden und dennoch die Kosten gesenkt werden, kann man gerne wiedereingliedern.
Außerdem kann man dann an der Pöstchen Verteilmaschinerie der SPD wieder besser teilnehmen.
09:51
Schon verblüffend, wie verzweifelt manch einer sich an die mutmaßlichen "Acht-Euro-fünfzich" Sitzungsgeld klammert. Oder werden die Nachbarn evtl. schief gucken, wenn man nicht mehr Mitglied irgendeines Aufsichtsrates oder Ausschusses ist? Das kann es doch nicht sein....das macht die Sache übrigens nur noch deutlich interessanter.
20:36
WoKis letzter Abschnitt macht das Dilemma deutlich:
Solange machtpolitische oder finanzielle Eigeninteressen bei den "Kontrollorganen" (woher sie auch immer ihre Qualifikation zum Thema haben...) oder den Funktionsträgern (da stellt sich die Frage oft auch) bestehen werden die Zahlen so verbogen, daß sie zweckmäßig erscheinen...
Die Gescheiten im Volk haben schon lange dafür plädiert, alles wieder "einzugemeinden".