Schlüpfriges Video wirbt für Ausbau der Linie 105

Am 8. März stimmen die Essener Nachbarn aus Oberhausen per Bürgerentscheid darüber ab, ob die Straßenbahnlinie 105 der Stadtwerke Oberhausen (Stoag) künftig vom Essener Nordwesten bis zum Centro verlängert wird (WAZ berichtete mehrfach). Die Stadtwerke Oberhausen werben nun mit einem schlüpfrigen Video für den 3,3 Kilometer langen und 80 Millionen Euro teuren Lückenschluss. Veröffentlicht hat die Stoag das Video im Internet auf Youtube. Eindeutig zweideutiger Titel: „Reibungsloser Verkehr – so geht’s.“

In der Videobeschreibung kalauern die Macher gar: „Oberhausen kommt in Fahrt.“ Der 46-Sekunden-Spot zeigt ein junges Paar beim Liebesspiel. Doch bevor es zum sprichwörtlichen Höhepunkt kommt, geht das Licht an. Die schummrige Musik erstirbt plötzlich. Und ein Schaffner bellt: „Endstation! Alles aussteigen, bitte!“ Dann erscheint ein Text: „Willst du das wirklich?“ Und: „Die 105 ist die Straßenbahnlinie für reibungslosen Verkehr zwischen Essen und Oberhausen.“

Zu den Unterstützern des Ausbaus gehören neben dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek jetzt auch die Essener Grünen. Sie haben sich dem Bündnis „Sag ja zur 105“ angeschlossen. Täglich nutzen, so die Grünen, 8200 Oberhausener die Bahnen der Linie Richtung Essen. In der Gegenrichtung seien täglich etwa 5000 Pendler von Essen aus nach Oberhausen unterwegs. Schüler und Studierende könnten von dem Lückenschluss profitieren, argumentieren die Grünen: „Die Städte Essen und Oberhausen rücken dadurch näher zusammen.“ Zudem bringe der Ausbau mehr Menschen auf die Schiene: „Dadurch wird auch das Straßennetz, insbesondere die B231, entlastet.“