Schlichter, Schöngeist, Schuldirektor

Die erlauchte Runde der Ehrenmitglieder der Theater und Philharmonie (TuP) ist um einen Namen reichen. Neben den Kammersängern des Hauses, Ehrendirigenten wie Heinz Wallberg und langjährigen TuP-Förderern wie Wulf Mämpel kommt mit Hans Schippmann nun das erste Mitglied aus kommunalpolitischen Reihen dazu.

Dabei hatte Schippmann nach seinem ersten Opernbesuch von „Lucia die Lammermoor“ als Jugendlicher eigentlich schon dem Musiktheater abgeschworen – doch es kam ganz anders. Der Ratsherr, CDU-Politiker und Kulturfreund hat sich viele Jahre mit Engagement, Witz und Wissen für die Belange der Stadt eingesetzt – mit einem besonderen Augenmerk auf die Historie, die Kultur und vor allem die Arbeit der Theater und Philharmonie Essen. Fast 25 Jahre lang war der hauptberufliche Schuldirektor Mitglied im Aufsichtsrat der TuP; von 2000 bis 2014 als Vorsitzender. Im vergangenen Jahr zog er sich aus der aktiven Politik und damit auch aus dem Aufsichtsrat zurück. Sein Nachfolger, Bürgermeister Franz-Josef Britz (CDU), würdigte in einer Feierstunde jetzt das Engagement Schippmanns, der die ehrenamtliche Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden viele Jahre mit Bravour und Leidenschaft bewältigt habe – „auch wenn die Zeiten mal stürmischer wurden“.

Und „stürmisch“ wurde es, wenn es mal wieder um die finanzielle Ausstattung ging oder die Frage, ob der renovierungsbedürftige Saalbau zu einem modernen Konzertsaal werden sollte. Einer der Höhepunkte in Schippmanns Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender war denn auch 2004 die Eröffnung der neuen Philharmonie, deren Entstehung er intensiv begleitete. So wurde die Dankesrede Schippmanns, der bei besonders temperamentvollen Regisseuren auch schon mal als „Schlichter“ ans Haus gerufen wurde, denn auch ein Appell an die Kollegen der Kulturpolitik, alle Sparten der TuP auch in Zukunft zu erhalten. Essen müsse Kulturstadt bleiben.