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Schiffsverkehr im Essener Stadthafen bleibt lahmgelegt

14.02.2012 | 20:30 Uhr
Weil der Rhein-Herne-Kanal zugefroren ist, liegt der Schiffsverkehr im Stadthafen in Essen lahm.Foto: Foto: Klaus Micke

Essen.   Seit sechs Tagen liegt der Schiffsverkehr im Essener Stadthafen wegen des Dauerfrostes lahm - das Ende der Sperrung ist noch unklar. Die massive Eisschicht, die sich über den Kanal gelegt hat, ist zu dick für die Schiffe.

Gespenstische Ruhe liegt über dem Stadthafen am Rhein-Herne-Kanal . Normalerweise herrscht hier in den Vormittagsstunden reger Betrieb, Binnenschiffe werden be- und entladen, bevor wieder abgelegt wird – immer auf dem Weg zum nächsten Hafen. In einem Jahr werden hier circa eine Million Tonnen verschifft.

Seit vergangenen Freitag sind die Schleusen nun geschlossen. Von einer Plattform aus bietet sich ein unwirklicher Panoramablick über das verwaiste Hafengebiet. Eine massive Eisschicht hat sich über den Kanal gelegt – zu dick für die Schiffe, um die Fahrrinnen passieren zu können. Zwar läuft der Lkw- und Eisenbahnverkehr normal weiter, doch auf dem Wasser steht alles still.

Auf dem Eis haben sich großflächig Pfützen vom Regen gebildet, nur eine Fähre der Weißen Flotte für touristische Rundfahrten liegt wie gewöhnlich vor Anker. Einen Steinwurf entfernt liegt der Stadthafen Bottrop, wo ein Matrose seelenruhig ein Schiff säubert. Sonst findet er selten die Zeit dazu.

Eisbrecher im Dauereinsatz

Auch für heute hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich den Kanal gesperrt. Wie lange der Schiffsverkehr noch lahm liegt, ist unklar. „Das hängt allein vom Wetter ab. In den nächsten Tagen sehen wir weiter“, sagt Hafenleiter Ralf Fink. Dabei waren die Eisbrecher in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz – vergeblich. Für die Schiffer heißt das derweil: Abwarten und Tee trinken, auch wenn jeder verlorene Tag für die Reedereien finanzielle Einbußen bedeutet.

„Wenn der Betrieb wieder aufgenommen wird, müssen wir uns ranhalten“, so Fink. „Da werden einige Überstunden anfallen.“ Denn die Waren müssten verladen und die zeitlichen Verschiebungen wieder eingeholt werden.

Minutiös planen ließe sich der Ablauf aber auch bei Normalbetrieb nicht, erklärt Fink. „An manchen Tagen liegt hier kein einziges Schiff, und dann wollen fünf gleichzeitig anlegen.“ Deshalb mache er sich auch nicht all zu viele Gedanken um den Kälteeinbruch: „Wir sind hier Improvisation gewohnt.“

Die Ruhr bei Essen

Kristin Dowe


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