Schiedsrichter hört nach 30 Jahren auf

Er war 15 Jahre jung, als er erstmalig den schwarzen Schiedsrichter-Dress mit Trikot, Hose und Stutzen überstreifte, sich die Karten mit dem Kugelschreiber in die Brusttasche steckte, die Trillerpfeife in Hand und Mund nahm und mit ihr beim Match zweier Fußballteams die Einhaltung der Fußballregeln kontrollierte.

Seitdem sind 30 Jahre vergangen. Am Sonntag leitete der 45-jährige Volker Oberlehberg, ein Schiedsrichter mit Mut und Ausstrahlung, im Löwental sein letztes Spiel: SC Werden-Heidhausen gegen ESG.

„Ich habe schlicht und einfach das Gefühl und habe auch erkannt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um aufzuhören“ erklärt der Werdener. „Woche für Woche habe ich auf dem Rasen- oder Aschenplatz gestanden, habe Schiri-Seminare des Deutschen Fußball-Bundes besucht und Leistungsprüfungen über meine körperliche Fitness abgelegt, einmal muss Schluss sein.“

In Zukunft geht’s aufs Rad

Er gehe nur mit „lachenden Augen“ sagt der ehemalige Teamplayer des ASV Werden und Werden 80. Gepfiffen und gerichtet hat er auch in der Landes- und Regionalliga. Sein größtes Spiel, das auch im Fernsehen übertragen wurde, war der ausverkaufte Drittliga-Kampf Sportfreunde Siegen (Tabellenzweiter) gegen Saarbrücken (Spitzenreiter), wo er als Schiedsrichter-Assistent an der Seitenlinie eingesetzt wurde. „Ich freue mich, dass viele meiner Zunftkollegen zu meinem Abschiedsspiel gekommen sind.“

2017 möchte er an einem großen europäischen Jedermann-Radrennen mit 35 000 Fahrern teilnehmen.