Scherbenhaufen Kirche
04.02.2009 | 15:43 Uhr 2009-02-04T15:43:00+0100
Essen. Mit scharfen Worten hat die katholische Theologin Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. kritisiert, die Exkommunizierung der vier ultra-traditionalistischen Bischöfe der Priesterbruderschaft Pius X. aufzuheben.
Der Papst hat die Exkommunizierung der vier Ultra-Traditionalisten aufgehoben. Wie bewerten Sie das?
Ich sitze vor einem Scherbenhaufen. Als der Papst Papst wurde, habe ich mich gefreut. Dann kamen die Konfrontation mit den Protestanten, die Regensburger Rede, die Karfreitagsfürbitte zu den Juden und jetzt die Pius-Brüder. Es wird ja immer schlimmer, mir fehlen die Worte.
War der Papst schlecht beraten?
Nein. Er lässt sich überhaupt nicht beraten. Er hat falsche Ansichten. Das zeigt auch die Berufung des österreichischen Weihbischofs Gerhard Maria Wagner, der bei Harry Potter Satanismus am Werk sieht. Wir fallen zurück in einen totalen gefährlichen Aberglauben und sind bald wieder im Mittelalter.
Viele Juden fühlen sich brüskiert. Zu Recht?
Das ist überhaupt nicht wieder gut zu machen. Wieso weiß der Papst nicht, welche Leute er sich ins Haus holt?
Sie selbst sind exkommuniziert - wie sehen Sie den Vorgang aus der Perspektive einer Betroffenen?
Es gibt eine automatisch eintretende Exkommunikation als Tatstrafe; das war bei mir der Fall, weil ich nicht an die Jungfrauengeburt glaube. Bei den Bischöfen ist es eine Spruchstrafe, die aus diszipinarischen Gründen verhängt wurde. Mich würde der Papst bestimmt nicht zurückholen, ich habe mir zu viel geleistet. Aber zu glauben, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat, das ist viel schlimmer.
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19:27
BG 3, auch Sie haben Unrecht. Es ging gar nicht um Kirchenstrafen, sondern das allgemeine Rechtsempfinden. Zweifel an der Jungfrauengeburt haben im Staatsrecht keine Folgen, das Leugnen des Holocaust dagegen ist strafbewehrt. Nichts anderes bedeutet die Aussage. Prof.Ranke-Heinemann hat auch keinen blöden Kommentar abgegeben, das waren Sie , und sie hat sich auch nicht zu Wort gemeldet, sondern ist von Herrn Kassner gefragt worden. Erst lesen, dann denken, dann schreiben!.
18:24
> warum muss sich diese unfähige Frau eigentlich immer zu Wort melden?
solch blöden Komentare sollte man am besten gleich löschen.
> Frau Ranke-Heinemann hat sich in dem
> gestrigen Interview mit dem Satz Aber zu
> glauben, dass der Holocaust nicht
> stattgefunden hat, das ist viel schlimmer. ganz
> eindeutig auf Bischof Williamson bezogen.
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet unter Berufung auf katholische Theologen, dass die Leugnung des Holocausts nach dem katholischen Kirchenrecht kein Grund für eine Exkommunikation sei. Das bezweifeln der Jungfrauengeburt aber doch. Moralisch stimmt da was nicht. Zudem müsste der Papst wohl 90% seiner Gläubigen exkommunizieren.
16:44
Auch die Exkommunikation gegen die Pius-Bischöfe ist eine Tatstrafe gewesen (also automatisch eingetreten), sie ist nachträglich aber nochmals durch den seinerzeitigen Papst bestätigt worden.
15:37
Die Korrektur ist angekommen, vielen Dank. Insofern hatte ich den Satz tatsächlich mißverstanden und bitte um Entschuldigung. Ansonsten bleibe ich bei dem Gesagten.
Gruß
Thomas
14:53
Um das ganz schnell klarzustellen: Frau Ranke-Heinemann hat sich in dem gestrigen Interview mit dem Satz Aber zu glauben, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat, das ist viel schlimmer. ganz eindeutig auf Bischof Williamson bezogen. Sie hat in der letzten Antwort den Gegensatz aufgezeigt zwischen ihrer - automatischen - Exkommunikation und der - disziplinarischen - Exkommunizierung der vier Traditionalisten. Wie werneralberts sehr richtig bemerkt, hat sie mit Ratzinger studiert , kennt ihn besser als wir alle zusammen und weiß, dass er kein Antisemit ist. Sollte der Satz missverständlich sein, ginge das zu meinen Lasten, weil ich ihre Antwort zu stark verkürzt habe.
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Ansonsten danke ich Thomas62 für die lobenden Worte zu meinem Weblog!
12:25
Ach Sie ungläubiger Thomas, bei meiner Nachbarin werden Sie immer nur klare und eindeutige Sätze finden, da kann man n i c h t s missverstehen. Bei ihren Fernsehauftritten ist das freilich anders, da sie schwerhörig ist, hat sie oft Probleme mit dem Kopfhörer, dann vesteht sie schon mal eine Frage falsch.
11:42
Das ist die Schwierigkeit, daß man die Sätze der Frau Prof. Dr. Ranke-Heinemann durchaus entsprechend mißverstehen kann. Ergänzend darf ich auf den Artikel von Bernd Kassner verweisen, der unter Papst-Bashing eingestellt wurde. (Stand: 05.02.)Wirklich gut und lesenswert, danke. Nach den Diskussionen auf und unter Stammtischniveau, wie sie auf verschiedenen Seiten und nicht nur zu diesem Thema immer wieder antreffen kann, wirklich eine Erholung.
http://www.derwesten.de/community/waz.bernd.kassner/stories/511620/
22:00
Es ist keineswegs zweideutig, sie stellt einen Gegensatz her zwischen ihrer Exkommunikation und der von Williamson. Die Verbindung zum Papst haben unzulässigerweise Sie gezogen.
21:44
@#6 werneralberts
Das Statement dieser Dame ist an der Stelle durchaus zweideutig. Und: Sie sollten nicht sachlich vorgetragene Argumente mit persönlichen Beleidigungen verwechseln. Danke.
21:17
Erstens: Frau Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann hat sich nicht von sich aus zu Wort gemeldet, sondern ist von Herrn Kassner interviewt worden.
Zweitens: Thomas 62 kann offenbar nicht richtig lesen, d.h. das Gelesene nicht richtig verstehen. Der Satz ...zu glauben, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat bezieht sich eindeutig auf Bischof Williamson und nicht auf den Papst. Frau R.-H. hat gemeinsam mit Ratzinger studiert und weiß, dass er selbst kein Antisemit ist. Daher macht sie ihm auch nur den Vorwurf, welche seltsamen Figuren er sich da wieder ins Haus geholt hat. Mit 81 ist die offensichtlich klarer im Kopf als Thomas mit 62.