Schauspiel Essen erinnert an das Kriegsende vor 70 Jahren

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Damit gingen der bisher größte militärische Konflikt der Menschheitsgeschichte und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu Ende. Das Schauspiel Essen nimmt den Jahrestag des Kriegsendes zum Anlass, am 8. Mai 2015, also 70 Jahre nach dem historischen „Tag der Befreiung“ (Richard von Weizsäcker), mit einem umfangreichen Programm u. a. mit einer zwölfstündigen Nachtlesung sowohl zurück als auch nach vorne zu schauen.

Dem Thema Kriegsbegeisterung und Friedenssehnsucht widmet sich am Beispiel des Ersten Weltkrieges ab 18 Uhr im Café Central zunächst der Historiker Steffen Bruendel in seiner Lesung „Zeitenwende 1914 – Künstler, Dichter und Denker im 1.Weltkrieg“. Einen Bogen vom Ersten Weltkrieg zum Heute schlägt das Stück „Eine Jugend in Deutschland – Krieg und Heimkehr 1914/2014“, das an diesem Abend ( 19.30 Uhr) zum letzten Mal im Grillo-Theater aufgeführt wird. Ausgehend von Ernst Tollers 1933 verfasster Autobiografie beschäftigt sich das Theaterprojekt mit der Frage nach der Notwendigkeit kriegerischer Einsätze, aber auch damit, wie Soldaten mit ihren traumatischen Kriegserfahrungen nach der Rückkehr in die Heimat leben können.

Unter dem Titel „Denn jetzt ist alles Zukunft“ beginnt um 22 Uhr eine zwölfstündige Nachtlesung: Bis zum 9. Mai , 10 Uhr, werden Mitarbeiter des Schauspiel Essen gemeinsam mit Vertretern von religiösen, politischen und kulturellen Institutionen sowie Repräsentanten verschiedener Medien im Grillo-Theater Texte über Krieg und Frieden, Angst und Neubeginn vortragen. Mit dabei sind u. a. Oberbürgermeister Reinhard Paß, Superintendentin Marion Greve (Ev. Kirchenkreis Essen) und Uri Kaufmann (Alte Synagoge).