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Schätze kehren nach Werden zurück

03.09.2008 | 19:32 Uhr

KIRCHE. Die Schatzkammer St. Ludgerus wird nach dem Brand im Frühjahr nun wiedereröffnet. Allerdings als Provisorium.

Vorsichtig, ganz vorsichtig legen Mitarbeiterinnen der Schatzkammer und Restauratorinnen eine Skulptur auf einen Tisch, um sie besser untersuchen zu können. (NRZ-Fotos: Oliver Müller)DAS LUDGERUSFEST

Das Helmstedter Kreuz büßte einen Finger ein, einigen Gemälden verschandelte das Löschwasser die Rückseite, und die schnelle Räumung verursachte hie und da eine Macke: "Sehr, sehr viel Glück gehabt" habe man an jenem 11. Februar dieses Jahres, sagt Birgitta Falk, Leiterin der Schatzkammer St. Ludgerus Werden. Als der Ostflügel der Folkwang-Hochschule nebenan brannte, reagierten einige Freiwillige rasch und leerten die Schatzkammer. Die rund 90 Kostbarkeiten inklusive des Ludgerusschreins wurden kurz darauf von einer Kunstspedition abgeholt, in der Nähe von Köln sicher zwischengelagert - und sind nun wieder da.

Die Exponate wurden gereinigt und geprüft

Im Anschluss an die Ludgerusprozession, bei der wie stets die Gebeine des heiligen Liudger durch die festlich geschmückten Werdener Straßen getragen werden (siehe Kasten), öffnet am kommenden Sonntag die Schatzkammer wieder. Die Exponate wurden inzwischen gereinigt, geprüft und wenn nötig stabilisiert. In der Kammer wurden die Wände gestrichen und die Vitrinen gründlich geputzt. Finanziell unterstützt wurde die Gemeinde dabei von der Kruppstiftung. Und doch soll die Präsentation, wenn möglich, nur ein Provisorium sein.

Denn gern würden Birgitta Falk und die Pfarrgemeinde (als Besitzerin der Kunstwerke) den Schätzen eine schönere, bessere Heimat geben - mit einem neuem Präsentationskonzept, einer zeitgemäßen Klimaanlage, modernen, klimasicheren Vitrinen und verdunkelten Fenstern, um die empfindlichen, mittelalterlichen Handschriften und Textilien vor zuviel Licht zu schützen. "Der Raum wurde 1979 eingerichtet und seitdem ist nichts mehr getan worden", so Birgitta Falk.

Die Gemeinde hofft auf Spender

Doch es fehlt das Geld, insgesamt 620 000 Euro dürfte alles zusammen kosten. Einen Teil hat man schon gesammelt, noch fehlen aber 500 000 Euro. Die Gemeinde hofft auf edle Spender, Bürger, Vereinigungen, Stiftungen und Firmen. In einem Jahr will sie weitersehen. Liegt die Summe dann vor, wird umfassend renoviert, damit der Schatz im Frühjahr des Kulturhauptstadtjahres 2010 wieder gezeigt werden kann.Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika St. Ludgerus beginnt am Freitag, 5. September, um 20 Uhr das Ludgerusfest in Werden. Den Gottesdienst halten Propst Johannes Kronenberg und Pastorin Maret Schmerkotte. Anschließend wird der Schrein des heiligen Ludgerus erhoben und vor dem Altar zur Verehrung aufgestellt.

Der Samstag beginnt um 9 Uhr mit einem Gottesdienst. Um 11 Uhr werden die Kinder vor dem Schrein des heiligen Ludgerus singen und beten. Nach der Eucharistiefeier für Senioren und Gehbeginderte um 15 Uhr schließt der Tag mit einer Jugendmesse um 18.30 Uhr.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist am Sonntag um 10 Uhr das Pontifikalamt in der Basilika mit Bischof Norbert Trelle aus Hildesheim und Bischof Felix Genn. Im Anschluss werden die Gebeine des heiligen Liudger in einer Prozession durch die geschmückten Straßen von Werden getragen. Auch in diesem Jahr wird es eine Station an der Evangelischen Kirche geben. Mit der Vesper um 18 Uhr und der Rückführung des Ludgerusschreines in die Krypta der Basilika endet das Ludgerusfest.

CHRISTOF WOLF

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