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RWE-Konzern hat künftig zwei Zentralen in Essen

08.03.2016 | 21:00 Uhr
RWE-Konzern hat künftig zwei Zentralen in Essen
RWE wird nächstes Jahr aus dem Hochhaus an der Huyssenallee/Ecke Kruppstraße (Foto: Hans Blossey

Essen.   Sowohl die alte RWE AG als auch die neue Ökotochter werden ihren Sitz in der Stadt haben. RWE verabschiedet aber von seiner zentralen Campus-Idee.

Bekenntnis zum Traditionsstandort: Der Energiekonzern RWE wird auch nach seiner Aufspaltung seinen Sitz komplett in Essen haben. Sowohl die RWE AG als auch die neue Ökostromtochter – vorläufiger Name RWE International SE – bleiben in Essen. Das bestätigte am Dienstag RWE-Vorstandschef Peter Terium. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, ob RWE seine neue Gesellschaft in Dortmund ansiedeln könnte, zumal dort bereits wichtige Bereiche der neuen Einheit sitzen.

Terium betonte, dass beide Gesellschaften eng verbunden seien. Da mache Nähe Sinn. Außerdem arbeite und wohne der Hauptteil der Beschäftigten, die künftig Funktionen in beiden Gesellschaften haben werden, in Essen. „Damit ist es auch aus der Führungsverantwortung heraus vernünftig, in Essen zu bleiben“, sagte Terium.

Mit der Abtrennung der Ökostromtochter nimmt RWE aber offenbar Abschied von der Idee, einen zentralen RWE-Campus in Essen zu schaffen. Personalvorstand Uwe Tigges bestätigte, dass beide Gesellschaften räumlich getrennt werden sollen. Es werde daher keinen Campus geben, sondern zwei Standorte. Wo diese sein werden, dazu gab RWE keine Auskunft. Bis April will der Vorstand ein Standortkonzept vorlegen. Wahrscheinlich ist, dass RWE eine der beiden Gesellschaften an der Altenessener Straße ansiedelt. Dort sitzen heute schon der Energiehandel und die Netztochter Westnetz. Außerdem besitzt RWE dort noch eigene Bauflächen.

Nur noch 750 Mitarbeiter an der Huyssenallee

Foto: Hans Blossey

Noch nicht entschieden sei unterdessen, welche der beiden Gesellschaften zumindest vorerst im RWE-Turm bleiben wird. Wir streiten noch darum, wer ihn nicht nehmen muss“, sagte Terium scherzhaft in Richtung seines Vorstandskollegen Rolf Martin Schmitz. Während Schmitz die „alte“ RWE AG leiten wird, wird Terium Chef der neuen Gesellschaft. Dass RWE mit seinem Turm am Opernplatz nach wie vor nicht glücklich ist, daraus machte Terium kein Hehl: Das Gebäude erschwere die Kommunikation und sei zu teuer. „Solche Landmarken können wir uns nicht mehr leisten.“ 2024 läuft der Mietvertrag für den Turm aus. Es wäre überraschend, wenn RWE über das Datum hinaus in dem Gebäude bleiben würde. Spätestens dann müssten die neuen Standorte aber bezugsfertig sein.

Unterdessen wird RWE bereits Mitte 2017 aus dem Hochhaus an der Huyssenallee 2 ausziehen. Der Mietvertrag läuft aus und wird nicht verlängert. RWE wird als Zwischenlösung Büros in der Nähe anmieten. Große Teile des Gebäudes stehen bereits leer. Hatten 2014 noch rund 2000 RWE-Mitarbeiter ihren Schreibtisch an der Huyssenallee 2, sind es derzeit nur noch 750. Die Büros in dem 1980 errichteten Hochhaus gelten als baulich sowie energetisch überholt. Ob nach dem Auszug in der markanten Immobilie für längere Zeit Leerstand droht, ist unklar. Das Maklerunternehmen BNP Paribas soll mit der Vermarktung beauftragt sein, wollte sich auf Nachfrage jedoch nicht äußern. Ebenfalls offen ist, ob RWE im benachbarten Hochhaus an der Kruppstraße bleibt. Tigges: „Das ist noch nicht entschieden.“ Der Mietvertrag dort läuft bis 2019.

Janet Lindgens

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