RWE-Herren spielen gegen SGS-Damen zur Eröffnung des neuen Stadions in Essen

Alles Rot-Weiss? Im „Stadion Essen“ laufen die letzten Vorbereitungen vor der offiziellen Eröffnung am Sonntag.
Alles Rot-Weiss? Im „Stadion Essen“ laufen die letzten Vorbereitungen vor der offiziellen Eröffnung am Sonntag.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wenn das keine Überraschung ist: Die erste Herren-Mannschaft von Rot-Weiss Essen wird nun doch zur Stadion-Eröffnung am Sonntag aufspielen - eine Halbzeit lang gegen die Damen der SG Schönebeck. Am für den Vormittag geplanten Fanmarsch von RWE-Anhängern durch Essen ändert diese Nachricht nichts.

Essen.. Den nachrichtlichen Knüller haben sich die Verantwortlichen hinter der Stadion-Eröffnung am Sonntag, 12. August, an der Hafenstraße bis kurz vor Toreschluss aufgehoben: Die erste Herren-Mannschaft von Rot-Weiss Essen spielt entgegen aller bisherigen Aussagen nun doch zum Auftakt an ihrer neuen Wirkungsstätte - und zwar gegen die Damen-Mannschaft der SG Schönebeck. Das Geheimnis lüftete die Grundstücksverwaltung Essen (GVE) als Stadion-Eigentümer am Donnerstag - kurz nachdem die Bekanntgabe des neuen Stadion-Namens für große Diskussionen in der Stadt gesorgt hatte und sorgt. In der zweiten Halbzeit des Frauen-Spiels zwischen der SGS Essen und dem 1. FFC Frankfurt (Anstoß 13.30 Uhr) werden die Regionalliga-Spieler von RWE für Frankfurter Spielerinnen eingewechselt, so dass am Ende die beiden Mannschaften von der SGS und RWE auf dem Platz stehen.

Namensgebung Der Ablauf der Stadioneröffnung am Sonntag: Ab 9.30 Uhr Einlass und Beginn des Familienprogramms auf dem Stadionvorplatz. Ab 11 Uhr spielen die U19-Junioren von Rot-Weiss Essen gegen Borussia Dortmund. Um 12.45 Uhr Festakt und offizielle Stadioneröffnung. Um 13.30 Uhr Anstoß zum Frauen-Spiel SGS Essen gegen 1. FFC Frankfurt durch DFB-Direktorin Steffi Jones, Oberbürgermeister Reinhard Paß und RWE-Legende Fritz Herkenrath. Ab 15.30 Uhr Autogrammstunde auf dem Stadionvorplatz. Um 17 Uhr klingt die Saison-Eröffnung dann aus.

Polizei gibt grünes Licht für Marsch von kritischen RWE-Fans

Fast hätte die Nachricht vom nun doch anvisierten Auftritt der ersten Mannschaft von Rot-Weiss Essen zur Stadion-Eröffnung unzufriedenen RWE-Anhängern den Wind aus den Segeln genommen. Doch ein geplanter Fanmarsch wird wie geplant am Sonntag durch die Stadt ziehen. Am Donnerstag hat die Polizei Organisator Raphael Kömp unter Auflagen grünes Licht für die Veranstaltung gegeben. Um 8 Uhr wollen sich die Teilnehmer auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof treffen, um ab 9 Uhr zum Stadion zu marschieren und dort ab 11 Uhr die RWE-U 19 zu unterstützen: „Es ist ein Marsch von Fans für Fans, kein Protest“, sagt Raphael Kömp. Und vor allem: Friedlich soll es bleiben. In einem Organisationsgespräch mit der Polizei hat der 15-jährige Schüler am Donnerstag letzte Details geklärt. Mit etwa 100 Teilnehmern rechnete er zunächst, mit bis zu 1000 dann, als eine weitere Fan-Gruppe über das Online-Netzwerk Facebook Unterstützung bekundete. Um die 500 Personen hat Kömp via Facebook selbst zum Marsch eingeladen. „Wir sind vorbereitet“, heißt es aus der Pressestelle der Polizei.

Stadionname Dass „ihr“ Verein mit seiner „Ersten“ zum Auftakt nun doch spielt, ändert an der kritischen Grundhaltung einiger Rot-Weiss-Fans nichts, jetzt hallt der Wehmut über den Namen „Stadion Essen“ nach. „Es hätte Georg-Melches-Stadion heißen sollen“, findet Raphael Kömp, der beklagt, dass mit dem neuen Namen Tradition verloren gegangen ist. Die „fehlende Identifikation“ beklagt auch RWE-Fan Sebastian, Initiator der kritischen Facebook-Gruppe „Wir sind keine Statisten“, deren Anhänger-Zahl sich inzwischen bei 1400 eingependelt hat. Sie wollen zumindest den offiziellen Teil der Stadion-Eröffnung mit Oberbürgermeister Reinhard Paß boykottieren. Wieviele seiner Unterstützer sich am Marsch beteiligen, mag Sebastian nicht abschätzen. Mit dem Namen des neuen Stadions hadert auch er: „Fußball war in Essen immer was besonderes. Und das Stadion an der Hafenstraße war bundesweit ein Begriff.“ Jetzt ist es Geschichte. Am Sonntag startet die Zukunft. Ein guter Auftakt könnte versöhnen.