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RWE-"Fans" verhöhnen Opfer von Hubschrauber-Unglück in Berlin

26.03.2013 | 15:58 Uhr
RWE-"Fans" verhöhnen Opfer von Hubschrauber-Unglück in Berlin
Die Fans von Rot-Weiss Essen hatten Grund zum Jubeln - hier beim Heimsieg gegen die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf. In Köln haben sich einige RWE-Anhänger aber gewaltig daneben benommen.Foto: Michael Gohl

Essen.   "Fans" von Rot-Weiss Essen haben sich beim Auswärtsspiel in Köln eine schlimme Entgleisung geleistet. Mit einem Plakat sollen sie die Opfer eines Hubschrauber-Unglücks in Berlin verhöhnt haben. Der Verein reagiert in einer Stellungnahme und schämt sich für „solch unreflektiertes, peinliches, pietätloses und kleingeistiges Verhalten“.

Eigentlich hätten die Anhänger von Rot-Weiss Essen am Wochenende reichlich Anlass für gute Laune gehabt: Mit 4:1 Toren hat Regionalligist RWE sein Gastspiel vor 1400 Fans, darunter etwa 1000 aus Essen, bei der Zweiten Mannschaft des 1. FC Köln am Samstag gewonnen - doch eine schlimme Szene auf den Tribünen des Franz-Kremer-Stadions trübt dann doch nachhaltig die Stimmung: „Wer hoch fliegt, fällt auch tief!! a.c.a.b.“ - so stand es auf einem Banner zu lesen, das zehn, vielleicht 15 sogenannte „Fans“ von RWE im Block hochgehalten haben, wie RWE-Sprecher Tim Dodt bestätigt.

Allzu leicht fällt es, darin eine Anspielung auf das Hubschrauberunglück in Berlin vom vergangenen Donnerstag zu sehen, bei dem ein Polizist ums Leben kam. Das Akronym „a. c. a. b.“ steht für die Parole „All Cops Are Bastards“. Der Verein Rot-Weiss Essen zeigt sich über die Aktion „entsetzt“, sagt Dodt: „Wir ermitteln noch, wer dahinter steckt.“

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Zwar hat auch Dodt erst nach dem Spiel von dem Banner erfahren, während des Spiels aber war es alles andere als unsichtbar. Der Sprecher schätzt, dass es etwa 4,5 mal einen Meter groß gewesen ist.

Der Verein hofft, den oder die Verantwortlichen herausfinden zu können. Dabei sollen auch Foto- und Filmaufnahmen von den Fan-Blöcken während des Spiels helfen. Den Urhebern des Banners drohen bei einer Identifizierung Stadionverbote oder auch Anzeigen. Ihr Verhalten widerspreche den Werten des Vereins eklatant, sagt Dodt.

„Apodiktische Chaoten Argumentieren Bigott“

Der Verein hat am Montagabend auch mit einer Erklärung auf seiner Homepage reagiert. Von „einem ausgeprägten Gefühl des Fremdschämens und daraus folgend großer Verärgerung“ ist dort die Rede: „Bei allen Angehörigen der Unfallopfer von Berlin sowie bei allen zu Recht Empörten möchten wir uns als Verein Rot-Weiss Essen in aller Form entschuldigen."

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Drastische Worte findet der Verein für die Urheber des Banners: Sie seien „feige und unreflektiert“, das Transparent „geschmacklos“. Längst hat die Aktion Kreise gezogen und wird in einschlägigen Foren breit diskutiert, auch darauf nimmt der Verein in seiner Stellungnahme Bezug:

Das Banner spiegele „nicht ansatzweise die Einstellung von Rot-Weiss Essen und der großen Mehrheit seiner Fans wider“. Allerdings hätte es in der Kurve keinerlei Widerstand gegen das Zeigen des Transparents gegeben. Dafür schämten sich mittlerweile viele Fans, auch die, die beim Spiel in Köln nicht anwesend waren.

Das Kürzel „a. c. a. b.“ dichtet RWE im eigenen Sinne um: „Für uns heißt A.C.A.B. = Apodiktische Chaoten Argumentieren Bigott.“ Und das Entsetzen, dass die Aktion im Verein ausgelöst hat, spiegelt sich nicht zuletzt im abschließenden Satz: „Wir schämen uns für solch unreflektiertes, peinliches, pietätloses und kleingeistiges Verhalten.“

Stefan Kober

Kommentare
26.03.2013
16:25
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2013-03-26 15:58
Regionalliga, Fußball, Fans, Rot-Weiss Essen, 1. FC Köln, Hubschrauber-Unglück, RWE
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