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RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage

10.09.2009 | 13:16 Uhr
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage

Essen. Der Essener Schuldenberg wächst immer höher. Mit fatalen Folgen: Der geplante Neubau des Fußballstadions für Rot-Weiß Essen droht am Veto der Bezirksregierung zu scheitern. Und auch die von der RWE AG zugesagte Zwei-Millionen-Finanzspritze ist rechtlich noch nicht in trockenen Tüchern.

Was die Stunde geschlagen hat, konnten Spieler und Funktionäre des Fußball-Viertligisten Rot-Weiss Essen vergangenen Donnerstag bei Dienstantritt auf dem Trainingsgelände kaum übersehen. Frustrierte Fans hatten in der Nacht ein Holzkreuz mit der Inschrift „RWE 1907 - 2010” in den Rasen gerammt, daneben T-Shirts mit den Initialen der Spieler im Schatten von Grableuchten drapiert.

Anstoß zum neuen Stadion: Stefan Meutsch (1.Vorsitzender RWE), Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger, RWE-Aufsichtsratschef Dietmar Bückemeyer. Foto: Gohl

Zu derlei sarkastischen Späßen gibt längst nicht mehr allein der Saison-Fehlstart des Traditionsklubs Anlass. Auch finanziell hat sich die Lage rasant verdüstert. Zwar hatten die Stadt Essen und ihre Tochterunternehmen wie Stadtwerke, Sparkasse und Entsorgungsbetriebe die Rot-Weißen mit einer beherzten Aktion vor dem Konkursrichter bewahrt. Zudem keimte im legendären, aber baufälligen Stadion an der Hafenstraße die Hoffnung, dass mit einer 30 Millionen Euro teuren, im Wesentlichen öffentlich bezahlten neuen Arena dereinst an die großen RWE-Zeiten von Helmut Rahn selig angeknüpft würde.

Spätestens seit der Kommunalwahl, bei der die seit zehn Jahren „regierende” CDU abgestraft wurde, erscheint die Stadt jedoch nicht mehr als der beste Vereinsgläubiger. Am 3. September ging bei der städtischen Finanzbuchhaltung ein Brandbrief der Bezirksregierung Düsseldorf ein. Der Leitende Regierungsdirektor Holger Olbrich warnt darin die neue Stadtführung unter Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) vor nicht weniger als: der Pleite.

Eine Stadt am Halsband

Video
DerWesten hat sich in der Fußgängerzone umgehört: Wollen die Essener ein neues Stadion für Regionalligist Rot-Weiss Essen? Video: Jennifer Schumacher

Nun können Städte nicht pleite gehen wie Unternehmen. Aber es gibt vier Stufen bis zur politischen Handlungsunfähigkeit. Essen befindet sich auf Stufe dreieinhalb. Paradiesisch leben schuldenfreie Kommunen wie Düsseldorf. Sie können machen, was sie wollen. Städte im Haushaltssicherungskonzept sind an der langen Leine der Bezirksregierung; sie können es aus eigener Kraft schaffen, innerhalb eines Planungszeitraums von drei Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt hinzulegen. Nothaushaltskommunen wie Essen bewegen sich dagegen nur noch an der kurzen Leine. Und gilt eine Stadt in der amtlichen Deutung erst als „überschuldet” wie Oberhausen, Duisburg oder neuerdings Wuppertal, „dann ist man nur noch am Halsband”, sagt einer aus der Essener Kämmerei.

Essen hat über drei Milliarden Euro Schulden aufgetürmt. In der Wirtschaftskrise brechen die Steuern weg. Im kommenden Haushaltsjahr muss mit einem Rekordminus von 400 Millionen Euro gerechnet werden. Geht es so weiter, gehört die gesamte Stadt, ihre Straßen, Schulen und Stadtbibliotheken, schon 2014 den Banken. Dann wird jeder neue Kredit einzeln von der Bezirksregierung auf absolute Notwendigkeit geprüft.

Haushaltshüter Olbrich, der sich schon oft als bürokratischer Nein-Sager verunglimpft sah, warnt deshalb, die Stadionfinanzierung sei „spätestens für das Jahr 2011 nicht mehr sichergestellt”. Er kann nicht verhehlen, dass er kaum Spielräume für eine Arena-Finanzierung sieht. Also besser erst gar nicht anfangen zu bauen?

Riesenblamage droht

Obwohl noch nicht vereidigt, fuhr der neue OB Reinhard Paß dieser Tage zum Regierungspräsidenten Jürgen Büssow. Paß ahnt: Die Stadion-Pläne drohen zu einer Riesenblamage für die gesamte politische Klasse zu werden. Zunächst gelang es nicht, das städtische Traditionshotel „Handelshof” für den Stadionbau zu versilbern, dann sprang Evonik als privater Großsponsor ab, und nun wird geraunt, die Sparkasse Essen als zentraler Geldgeber wolle eigentlich lieber Rücklagen für das teure Thema West-LB bilden. Dabei sind die Bilder noch präsent, wie die Stadtspitze – natürlich wenige Tage vor dem Wahltag – strahlend den symbolischen Anstoß zum Stadionbau gab.

Finanzspritze von RWE

Außerdem ist die vom Essener Energiekonzern RWE AG zugesagte zwei Millionen Euro Finanzspritze für den Bau des 30 Millionen Euro teuren neuen Stadions des Fußballclubs Rot-Weiß rechtlich immer noch nicht in trockenen Tüchern.

Der einzige private Sponsor des Stadionbaus will für sein Geld die Rechte zur Strom-/Wärmebelieferung und die Rechte an den Namen des Stadions sowie weitere Marketingmöglichkeiten erwerben. Das alte Stadion ist bisher noch nach Vereinsmitbegründer Georg Melches benannt.

„Vor einer Unterschrift müssen noch Details verhandelt werden. Wir stehen aber zu unserer Zusage. Wir unterschreiben dann, wenn alle anderen unterschreiben. An uns liegt es nicht. Die Stadt hat hier die Führung”, sagte ein RWE-Konzernsprecher.

In Essener Unternehmenskreisen heißt es aber auch, dass es für die Stadtspitze nun immer schwieriger werde, alle Teile des Finanzkonzepts zusammenzuhalten. Die schwachen Fußball-Leistungen der RWE-Truppe schreckten private Sponsoren ab, da Zuschüsse an RWE betriebswirtschaftlich kaum zu rechtfertigen seien. Angesichts des zunehmenden Defizits der Stadt wackelt zudem der Finanzanteil der Kommune, da Kredite von der Bezirksregierung gestoppt werden könnten.

Tobias Blasius und Peter Szymaniak

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Kommentare
22.09.2009
19:26
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von Wittken | #127

RWE sollte auf irgendeiner Beirkssportanlage spielen-das reicht zuschaueräßig,da geht demnächst sowieo kaum noch jemand hin.Der Verein ist in absehbarer Zei pleite. Wetten daß ...

15.09.2009
23:21
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von sodurchschaubar | #126

Richtigstellung. liebe WAZ:
DER STADT ESSEN und seinen POLITIKERN UND BÜRGEN droht beim Stadion eine Riesenblamage!!

Dem Verein und seinen treuen Fans droht noch mehr ungemach!!

WERDET MAL WACH, IHR PR-REFERENTEN!

11.09.2009
23:40
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von Zato | #125

Ihr seid doch doof!
OHNE DAS STADION ist RWE tot!!
und wenn´s jetzt gestoppt wir geld hin oder her, wie soll der verein mit einem halb abgerissenen Stadion weiterspielen??

11.09.2009
21:58
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von kronzucker | #124

strunz ist weg!!!

meutsch hat es gerade in der K bekannt gegeben

11.09.2009
18:03
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von GluecklicherFreidenker | #123

#121
Oha! Schön, aber da ich ja nun keinen bestimmten Mann (der Genus ist unbestimmt) meine, ist die Verwendung des Indefinitpronomen die einzig zulässige Form, da es sich um die Benennung einer unbestimmten Person handelt (jemand, etwas, niemand, ...).

Das Mann, Mann, Mann wird übrigens inzwischen genauso inflationär verwendet (auch von den Medien) wie Das macht irgendwie Sinn .... Sinn kann man (da war er wieder ;-) nicht machen und Männer nicht herbeireden wenn man sie nicht meint.

So ist das ;-)

Schönen Abend noch.

11.09.2009
17:44
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von einervondrei | #122

Mensch, Mensch, Mensch!

Guckst Du hier:
http://de.wiktionary.org/wiki/Mann

oder hier:

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/baustelle/2009/6/9/news-122238595/detail.html


Richtig erkannt, man ist ein Indefinitpronomen. Gehört hier als Ausruf des Erstaunens/Erschreckens aber nicht hin. Sorry.

Sie sind mich vielleicht einen <- Ruhrgebietsindefinitpronomen :-))

Falls Ihnen etwas Besseres einfällt, ich lerne gerne dazu.

Viele Grüße

11.09.2009
17:44
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von wolf08 | #121

er meinte wirklich Mann, Mann nicht die deklinierte form von GluecklicherFreidenker

11.09.2009
17:40
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von wolf08 | #120

#116, durchaus nicht! ein paar tausend treue werden solange zum fußball beim RWE gehen bis das neue stadion da ist oder das alte über uns zerbröselt.

sollte letzteres der fall sein, werden wir eine neue lösung finden.

11.09.2009
16:51
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von GluecklicherFreidenker | #119

#104
Mann, Mann, Mann schreibt man auch nicht mit man! Also zum Steinewerfen besser in den Keller.

Man, man, man ist korrekt. Erst einmal den Duden aufschlagen und dann dicke Backen machen. Gemeint ist mit diesem Ausspruch nicht der Mann, sondern das (nicht deklinierte) unbestimmte Pronomen man.

Man, man, man, hier laufen se rum.

11.09.2009
16:44
RW Essen droht beim Stadion eine Riesenblamage
von Trajanus-Rex | #118

# 113 Ostwestfale / Endlich einmal einen Kommentar der den Nagel auf den Kopf trifft. Ich schliesse mich Ihrer Meinung voll an ! Die Geschichte Strunz/Brinkmann war ein Höhepunkt an Inkompetenz des heutigen Sportlichen Leiters...
Das Ganze ist eine einzige Farce bei der Stadt und bei RWE . Seit etwa fünf Jahrzehnten gehe ich zur Hafenstrasse , so etwas habe ich noch nicht erlebt. Bald haben auch die Treuesten der Treuen die Schn... voll .

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